Mehr Zeit für Kommunikation Al Lösungsweg: le u n I nf o GE d Ko s zu W m rT w -We mu arif w b ne r u w si n n . g te a d e ew u uf B .d nte de un e r: r d Erziehung & Wissenschaft 04/2012 Zeitschrift der Bildungsgewerkschaft GEW 2 Gastkommentar Inhalt Schwerpunkt Spannungsfeld: Familie – Schule – Kita ab S. 6 Mehrere 100 000 Beschäftigte im Warnstreik ab S. 22 Fair Childhood: Schule statt Steinbruch 3 ab S. 38 Präm des M ie onats Seite Heide Oestreich Foto: privat Inhalt Gastkommentar Eltern – Lehrkräfte – Kinder Eltern – Lehrkräfte – Kinder Nennen wir sie Frau Behring. Frau Behring ist eine tolle Lehrerin. Immer hat sie ein offenes Ohr für die Kinder. Das ist auch bitter nötig, denn die Schule hat keine Sozialpädagogen, obwohl sie in einem sozial belasteten Viertel liegt. Frau Behring bleibt öfter freiwillig in der Schule und überwacht die Hausaufgaben. Auf Peter, nennen wir ihn Peter, hat sie ein besonderes Auge. Der ist zappeliger als die anderen und braucht eine Menge Unterstützung. Aber jetzt ist Frau Behring krank. Seit zwei Monaten schon. Burnout. Keiner achtet mehr auf Peter. Der geht nun nach der Schule zu Milan. Der hat eine Spielkonsole und sie spielen Autorennen. Bis vier, dann geht Peter nach Haus, denn da kommt Mama von der Arbeit. Peter versteht Mathe nicht. Mama ist so müde, frag doch morgen mal den Milan. Überhaupt, warum machst du die Aufgaben nicht in der Schule? Weil Frau Behring krank ist. Ach so. Eigentlich sollte Peter ganz gut aufgehoben sein. Seine Schule hat sich zur offenen Ganztagsschule gemausert. Er kann dort essen und nachmittags Zirkus-AG oder Basketballtraining besuchen. Aber seit Frau Behring ihn nicht mehr unter ihre Fittiche nimmt, geht er in diesem System trotzdem verloren. Seine Mutter, die Peter allein erzieht, setzt sehr auf die Schule. Sie hat Leistungen aus dem Bildungspaket beantragt. Damit wird sein Mittagessen unterstützt. Und er bekommt zehn Euro für Kultur und Sport im Monat. Damit kann man den Fußballverein bezahlen, aber natürlich keinen Musikunterricht, der kostet 70 Euro im Monat. Trotz allem fällt Peter durchs Netz. Peter steht für das Flickwerk, das heute die Schullandschaft prägt. Die ist gezeichnet von großem Wollen und sehr viel kleinerem Können. Immerhin, in den vergangenen Jahren hat sich in der Politik die Ansicht durchgesetzt, dass Kinder in Ganztagsschulen zuverlässiger gefördert werden können, als wenn man dies von Zeit und Geld der Eltern abhängig macht. Aber je länger der Schultag, desto wichtiger ist auch die soziale Betreuung der Kinder. Doch Schulsozialarbeiter fehlen. Und Erziehung und Wissenschaft | 4/2012 das Geld, um aus einer offenen Ganztagsschule eine verbindliche, gebundene zu machen, fehlt auch. Ja, Frauen sollen weniger als Chauffeurinnen ihrer Kinder und mehr in ihrem eigenen Beruf arbeiten. Ja, gerade arme und benachteiligte Kinder, die vielleicht auch noch schlecht Deutsch sprechen, sollen gefördert werden. Aber all das geschieht nur halb. Hier eine Fast-Ganztagsschule ohne Sozialarbeit, dort zehn Euro von Bundesarbeitsministerin Ursula von der Leyen (CDU) im Bildungspäckchen. Das staatliche Kindergeld wird von armen Familien schlicht verfrühstückt, Toastbrot statt Bildung. Das geht besser. Kinder brauchen verlässliche, inklusive Ganztagsschulen mit ausreichend Personal. Dann findet der Musikunterricht in der Schule statt und kostet keine 70 Euro. Dann wird Schule ein Lern- und Lebensraum. Es gibt Länder, die es vormachen. Finnland und Schweden beispielsweise. Deutschland, genauer gesagt: Westdeutschland, lernt nur langsam um. Kinder gehörten im westdeutschen Verständnis zu den Eltern, waren Privatsache. Im Osten wie auch etwa in Schweden gehören die Kinder zur Gemeinschaft. Deshalb verbessern diese Länder eher die Institutionen für alle Kinder, als dass sie den Eltern Geld in die Hand geben. Damit zusammen hängt übrigens auch, dass Kinder nicht nur ihren Eltern gegenüber Rechte haben, sondern auch gegenüber der Gesellschaft und dem Staat. Wenn also Deutschland verstanden hat, dass es verantwortlich für Peter ist, wird es Peter auch das Recht auf Bildung und Entwicklung der Persönlichkeit jenseits der Autorennen mit Milan einräumen. Es wird dieses Kinderrecht im Grundgesetz verankern – und Frau Behring entlasten, Peters Mutter das schlechte Gewissen nehmen und ihren Sohn auch am Nachmittag unterrichten und betreuen. Auf den Weg gemacht hat sich das Land. Nun braucht es den nächsten Schwung. Der könnte entstehen, wenn wir die Kinderrechte im Grundgesetz endlich explizit absichern. Heide Oestreich, taz-Redakteurin Seite 2 Impressum Seite 3 Auf einen Blick Seite 4 Prämie des Monats Seite 5 Tarifrunde 2012 1.  roße Streikbereitschaft überrascht Arbeitgeber G 2.  roße Beteiligung an den Warnstreiks: G Mehr Geld für gute Arbeit! Seiten 25–28 Bildungspolitik 1.  EW-Kommentar: Wettbewerbsföderalismus gescheitert – G Kooperationsgebot notwendig! 2.  änderserie: Bayern: unter Dauerdruck L Seite 29 Seite 30 Jugendhilfe Seite 32 Seite 6 Recht und Rechtsschutz Seite 34 Seite 9 Recht/Hochschule Seite 12 Seite 16 Seite 18 Seite 20 1.  rteil zu Professorenbesoldung: „W“ wie „weniger“ U 2.  EW-Kommentar zum Verfassungsgerichtsurteil: G Mit Risiken und Folgenwirkungen Seite 35 Seite 36 Fair Childhood – Bildung statt Kinderarbeit Stiftung beschließt zweites Förderprojekt: Schule statt Steinbruch … Seite 38 GEW-Intern BFW Seite 40 Seite 22 Marktplatz Seite 43 Seite 24 Leserforum Seite 44 Diesmal Seite 48 Tarif- und Beamtenpolitik Offener Brief an Ministerpräsident Kretschmann: „Regierung vergeht, Verwaltung besteht!“ Zeitschrift für Seniorinnen und Senioren in der GEW Stiftung „Haus der kleinen Forscher“: Lust am Experiment wecken Schwerpunkt Spannungsfeld: Familie – Schule – Kita 1. E&W-Gespräch: Wenn die Kommunikation nicht stimmt … 2.  elastung der Erzieherinnen und Lehrkräfte: B „Nie die Ressourcen aus dem Blick verlieren“ 3.  itsprache der Eltern: M Begegnung auf Augenhöhe notwendig 4.  ildungsferne Familien: B „Schule traut armen Kindern wenig zu“ 5.  olgen flexibler Arbeitszeitmodelle: F Allzeit verfügbar im Job 6.  chule und Elternhaus: S Konfliktreiches Verhältnis – was tun? Dialog 5 Seite 23 Titel: Werbeagentur Zimmermann Impressum Erziehung und Wissenschaft Allgemeine Deutsche Lehrerzeitung · 64. Jg. Herausgeber: Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft im Deutschen Gewerkschaftsbund Vorsitzender: Ulrich Thöne Redaktionsleiter: Ulf Rödde Redakteurin: Helga Haas-Rietschel Redaktionsassistentin: Renate Körner Postanschrift der Redaktion: Reifenberger Straße 21, 60489 Frankfurt a. M., Telefon (069) 78973-0, Telefax (069) 78973-202, renate.koerner@gew.de Internet: www.gew.de Redaktionsschluss ist in der Regel der 7. eines jeden Monats. Erziehung und Wissenschaft erscheint elfmal jährlich. Gestaltung: Werbeagentur Zimmermann, Heddernheimer Landstraße 144, 60439 Frankfurt Für die Mitglieder ist der Bezugspreis im Mitgliedsbeitrag enthalten. Für Nichtmitglieder beträgt der Bezugspreis jährlich Euro 7,20 zuzüglich Euro 11,30 Zustellgebühr inkl. MwSt. Für die Mitglieder der Landesverbände Bayern, Berlin, Brandenburg, Hessen, MecklenburgVorpommern, Rheinland-Pfalz, Saarland, Sachsen, Schleswig-Holstein und Thüringen werden die jeweiligen Landeszeitungen der E&W beigelegt. Für unverlangt eingesandte Manuskripte und Rezensionsexemplare wird keine Verantwortung übernommen. Die mit dem Namen des Verfassers gekennzeichneten Beiträge stellen nicht unbedingt die Meinung der Redaktion oder des Herausgebers dar. Verlag mit Anzeigenabteilung: Stamm Verlag GmbH, Goldammerweg 16, 45134 Essen Verantwortlich für Anzeigen: Mathias Müller, Tel. (0201) 84300-0, Telefax (0201) 472590, anzeigen@stamm.de www.erziehungundwissenschaft.de, gültige Anzeigenpreisliste Nr. 38 vom 1. 5. 2012, Anzeigenschluss ca. am 5. des Vormonats E&W wird auf 100 Prozent chlorfrei gebleichtem Altpapier gedruckt. ISSN 0342-0671 Erziehung und Wissenschaft | 4/2012 Mitmachen lohnt sich ... 4 Auf einen Blick ... für jedes neu geworbene GEW-Mitglied erwartet Sie ein Bouleset.* Im Schwerpunkt Rechtsextremismus der Februar-Ausgabe der E&W stand das NPD-Verbot als Pro & Kontra zur Diskussion. Die Redaktion hat die Debatte auf der GEW-Website fortgesetzt. Bei der Online-Umfrage haben 176 Userinnen und User abgestimmt. Ergebnis: 78 Prozent sprechen sich für ein NPD-Verbot aus (s. Grafik). Die Pro & Kontra-Argumente in Kürze: Pro: Die NPD beruft sich ex­ 8 14 Prozent plizit auf nationalsozialistische Prozent Begriffe, pflegt enge Beziehun­ 78 gen zu gewaltbereiten „Kame­ Prozent radschaften“ und „Freien Net­ zen“. Auf Demos und Kundgebungen bietet sie PlattforFür ein NPD-Verbot men für deren rassistische Gegen ein NPD-Verbot Unentschieden Hass-Agitation. Die NPD ist eine neonazistisch orientierte Or­ anisation, die Gewaltideologie und Gewalt systematisch g u ­ nterstützt. Deshalb: verbieten! Kontra: In der BRD wurden bereits viele neonazistische Organisationen verboten. Das hat weder den Rassismus noch die rechtsradikale Szene erheblich geschwächt. Auch Nazis lernen dazu und formieren ihre Politik und Organisationen neu. Mit dem Rechtsextremismus muss sich die Gesellschaft politisch und pädagogisch auseinandersetzen. Daher: kein Verbot! S.H. Konsequent: Sächsischer Kultusminister tritt zurück Sachsens Kultusminister Prof. Roland Wöller (CDU) ist am 20. März von seinem Amt zurückgetreten. Er könne, begründete Wöller seinen Schritt, die massiven Etatkürzungen im Lehrerbereich, Roland Wöller die ihm das Finanzministerium aufgebürdet hat, um das vor drei Monaten von der Landesregierung beschlossene Bildungspaket zu finanzieren, nicht mehr mitverantworten. Gut 100 Millionen Euro hätte sein Ministerium bis 2015 einsparen sollen. Die Folge: 2000 Lehrerstellen hätten trotz steigender Schülerzahlen gekürzt werden müssen. „Das hält selbst ein erstklassiges Bildungssystem wie das sächsische nicht aus“, resignierte Wöller. Deswegen sei ein „Rücktritt unvermeidlich“. Die GEW Sachsen zollt Wöllers Haltung Respekt. Die B ­ ildungsgewerkschaft erwartet nun, dass die CDULandtagsfraktion Wöllers Einsicht teilt und verhindert, dass weitere Lehrerstellen abgebaut werden. Seine Nachfolgerin ist die parteilose Pädagogin B ­ runhild Kurth. Kurth war bisher Chefin der Chemnitzer B ­ ildungsagentur-Regionalstelle. Prämie des Monats April: Foto: imago 78 Prozent für NPD-Verbot Bouleset – sechs Stahlkugeln mit Zielkugel und Maßband im Nylonetui www.gew.de/Umfrage_Pro_und_Kontra_Verbot_der_NPD.html „Chancengerechtigkeit“ ungenügend! Diese Note erteilt der kürzlich veröffentlichte „Chancenspiegel“, eine Untersuchung des Instituts für Schulentwicklungsforschung der Universität Dortmund und der Bertelsmann-Stiftung, den Schulsystemen der Bundesländer. Der Befund bietet genug Anlass für Kritik. GEW-Schulexpertin Marianne Demmer: „Elf Jahre nach der ersten PISA-Studie zeigt sich, dass die Länder immer noch nicht in der Lage sind, die Chancen der Kinder und Jugendlichen nachhaltig zu verbessern. Statt hauptsächlich auf Bildungsstandards, Vergleichsarbeiten und zentrale Prüfungen zu setzen, hätten die Kultusminister längst eine gemeinsame, konsequente Strategie für mehr Gerechtigkeit im Schulsystem entwickeln können.“ Die Bertelsmann-Studie fasst jüngste PISA-und IGLU-Ergebnisse sowie Resultate des innerdeutschen Länder-Leistungsvergleichs zusammen und zieht Daten aus dem aktuellen Mikrozensus hinzu. Die Auswertung bestätigt: Nach wie vor ist die Abhängigkeit zwischen sozialer Herkunft und Bildungserfolg in Deutschland riesengroß. Und: Wer vom deutschen Bildungssystem einmal ausgesiebt wird, schafft es fast nie wieder zurück. Desillusionierendes Resümee der Bildungsforscher: Das deutsche Schulsystem ist derzeit nicht in der Lage, die beiden wichtigsten Ziele von Bildung zu erfüllen: Exzellenz und gleiche Chancen auf Teilhabe. Neues Mitglied werben und Prämie online anfordern unter www.gew.de/Praemienwerbung.html *DiesesAngebotgiltnichtfürMitgliederderGEWLandesverbändeNiedersachsenundThüringen. Keine Lust auf unser Online-Formular? Fordern Sie den Prämienkatalog an! Per Mail: mitglied-werden@gew.de | Per Telefon: 0 69 / 7 89 73-211 oder per Coupon: www.bertelsmann-stiftung.de/cps/rde/xchg/bst/ hs.xsl/98067_101995.htm Vorname/Name GEW-Landesverband Straße/Nr. Telefon PLZ/Ort E-Mail Fax Bitte den Coupon vollständig ausfüllen und an folgende Adresse senden: GewerkschaftErziehungundWissenschaft,ReifenbergerStraße21,60489Frankfurta.M.,Fax:0 69 / 7 89 73-102 E&W-PrämiedesMonats April2012/Bouleset Erziehung und Wissenschaft | 4/2012 Ungerechte Schule BitteinDruckschriftausfüllen. Foto: dpa Gleiche Bezahlung für gleiche Arbeit – davon können viele Frauen nur träumen. Die Entscheidung, den Tag der Entgeltgleichheit (Equal Pay Day) auf den 23. März zu legen, soll die Lohnlücke anschaulich machen: Frauen verdienen 23 Prozent weniger als Männer. Fast drei Monate müssen Arbeitnehmerinnen in Deutschland über die Jahreswende hinaus arbeiten, um das durchschnittliche Jahresgehalt zu bekommen, das Männer bis zum Frauenprotest vor dem 31. Dezember des ­ randenburger Tor in Berlin: B Vorjahres erreicht Gleiches Geld für gleiche Arbeit! haben. Seit 2006 hat sich fast nichts am Verdienstunterschied zwischen Männern und Frauen geändert. Nach aktuellen Angaben des Statistischen Bundesamtes liegt bei vergleichbarer Tätigkeit und Ausbildung der Lohnunterschied je Stunde im Schnitt bei etwa acht Prozent brutto. Als Hauptursachen für den Gehaltsabstand von 23 Prozent nennen ­ tatistiker, dass Frauen oft in schlechter bezahlS B ten ­ erufen arbeiteten, außerdem häufig in Teilzeit. # Equal Pay Day 6 Spannungsfeld: Familie – Schule – Kita Spannungsfeld: Familie – Schule – Kita Fotos: Thomas Rafalzyk Im Gespräch: Kathrin Schulz, Elternvertreterin, ­ ettina Liedtke, GrundB schullehrerin, Beatrice ­ nörich, K Landesschüler­ precherin (v.l.n.r.) s Wenn die Kommunikation nicht stimmt … // … eskalieren die Konflikte z ­ wischen Eltern und Lehr­ kräften – und die Schülerinnen und ­Schüler sind mittendrin. Was tun? Im E&W-Gespräch beleuchten wir das spannungsgeladene Verhältnis mit einer Grundschullehrerin, einer E ­ lternvertreterin und einer L ­ andesschülersprecherin. // Erziehung und Wissenschaft | 4/2012 E&W: Dass es zwischen Eltern und Lehrkräften krachen kann, ist längst auch außerhalb der Schulen Thema. So feiert der Regisseur Sönke Wortmann zum Beispiel gerade am Berliner Grips-Theater einen Riesenerfolg mit einem Stück unter dem Titel „Frau Müller muss weg!“ Kathrin Schulz: Ja, toll! Als ich das gelesen habe, dachte ich, man hätte mich abgehört! E&W: Wieso denn das? Schulz: Im Kern geht es ja darum, dass Eltern versuchen, eine Lehrerin, nämlich Frau Müller, loszuwerden. Genau so ein Anruf hat mich auch schon erreicht. Da hieß es von einer Mutter: Das hat doch schon mal geklappt, dass Eltern einen Lehrer weggemobbt haben, wie ging denn das? E&W: Warum wollten sie ihn wegmobben? Schulz: Das weiß ich gar nicht mehr. Grundsätzlich gilt aber: Viele Konflikte beginnen mit einer Banalität und schaukeln sich dann hoch. Bettina Liedtke: Dass eine Lehrerin, ein Lehrer als zu streng gilt oder als eine oder einer, die oder der zu viel verlangt, kommt häufiger vor. Ebenso häufig aber stimmt schlicht die Chemie zwischen Eltern und Pädagogen nicht. Und dann gibt es diese schwer zu klärenden Fälle, in denen Schüler erzählen, sie seien ungerecht behandelt oder gar vom Lehrer geschlagen worden. Dann die Wahrheit herauszufinden, ist immer sehr schwierig und belastet das Eltern-Lehrer-Verhältnis auch dann, wenn man die Vorwürfe aus dem Weg räumen kann. Schulz: Wir haben auch schon Elternstammtische einberufen und Lehrer eingeladen, weil unsere Kinder über Weihnachten eine ausufernde Hausaufgabe aufbekommen haben. Wir fanden das ungerecht. Als wir zusammensaßen, stellte sich heraus: Es war eigentlich ganz anders. Meiner Erfahrung nach eskalieren viele Konflikte, weil die Kommunikation nicht stimmt. Dass Schüler nach Hause kommen und etwas erzählen, ist das eine – aber ob das der Wahrheit entspricht, etwas anderes. Beatrice Knörich: Meist reden Eltern und Lehrkräfte ja auch gar nicht direkt miteinander; die Schüler sind die Boten – und, ganz ehrlich: Eltern und Lehrer gegeneinander ausspielen oder immer nur die Hälfte weitersagen, können wir natürlich gut. Überengagierte Eltern, die sich in die Schule einmischen, gibt es natürlich auch, manchmal für Dinge, die ihre Kinder gar nicht sonderlich interessieren. Bei uns zum Beispiel haben sie jahrelang für eine neue Cafeteria gekämpft – für gesundes Essen, das uns gar nicht so wichtig war. Auch wenn Eltern sich beschweren, dass ihr Kind eine Drei oder Vier bekommen hat, gilt doch: Die Schüler sehen das meist viel entspannter. Da hat man halt mal eine Drei oder Vier – na und? E&W: Nun geht es bei Noten ja auch um etwas – um Zeugnisse oder auch um die Chance, an dieser oder jener Schule zu lernen. Liedtke: Das stimmt. Ich erlebe die Zeit vor dem Übertritt von der Grund- in die Oberschule als die schwierigste. Wenn die Empfehlungen angesprochen werden, stehen Eltern regelmäßig vor der Tür und sagen: „Mein Kind ist nicht so, bitte ändern Sie das.“ E&W: Sie sollen die Noten ändern? Liedtke: Auch, ja. Aber ebenso die Beurteilungen. Oder wir sollen den Eltern bescheinigen, dass ihr Kind in der dritten Klasse Klassensprecher oder im Sportverein war. Schulz: Das kann man ja auch würdigen, wenn sich die Schüler engagieren. Knörich: Das finde ich auch. Bei mir steht nicht einmal im Zeugnis, dass ich stellvertretende Schülersprecherin unserer Schule bin. E&W: Bindend sind Empfehlungen in Berlin aber ohnehin nicht. Auch Kinder ohne entsprechende Prognose dürfen zum Gymnasium. Liedtke: Das Kind soll aber nicht auf irgendein, sondern auf dieses oder jenes Gymnasium, oder zumindest auf eine bestimmte Sekundarschule. Mein Eindruck ist, dass die Eltern sich seit ein paar Jahren zunehmend unter Druck fühlen – und, dass das mit der Einführung eines zweigliedrigen Schulsystems und mit der stärkeren Wahlfreiheit der Schulen nicht besser geworden ist. Schulz: Das ist ja auch logisch – natürlich wollen Eltern eine gute Schule für ihr Kind. Welche Aufnahmekriterien wo gelten, ist ihnen aber häufig überhaupt nicht klar – und ehrlich gesagt, war es nach der jüngsten Schulreform auch vielen Schulen nicht klar. Werden nur die Noten angeschaut oder wird auch anderes Engagement berücksichtigt? Das ist doch wichtig. Auch inwieweit die mündliche Mitarbeit in die Noten einfließt, ist häufig unklar. Ebenso ist es ein Problem, dass Schulen unterschiedlich bewerten. Mal gibt es nur für 100 Prozent der Leistungen eine Eins, dann wieder bereits für 95 Prozent. E&W: Beatrice, fühlt ihr Euch vom Engagement der Eltern zuweilen übergangen – letztlich geht es ja um Eure Schullaufbahn? Knörich: Bei uns ist das nicht so ein Problem. Wir sind ja keine Grundschule. Ich bin schon 14. Da kann man sein Leben selbst in die Hand nehmen. E&W: Was tut Ihr Schüler, wenn es Konflikte gibt? Knörich: Wir suchen passende Ansprechpartner. Meist ist das die Klassenlehrerin; es können aber auch Fachlehrkräfte Erziehung und Wissenschaft | 4/2012 7 8 Spannungsfeld: Familie – Schule – Kita GEW-Mitglied Bettina Liedtke ist Lehrerin an einer deutsch-griechischen Europaschule in Berlin-Lichterfelde und seit 37 Jahren Grundschullehrerin. Schulz: Dieses Nicht-Loslassen-Können ist ein wichtiges Stichwort. Ich denke auch, dass viele Eltern das lernen müssen. Ihre Verantwortung geht gar nicht so weit, wie sie häufig glauben. E&W: Welche institutionalisierten Kontakte zwischen Eltern und Lehrkräften gibt es? Erziehung und Wissenschaft | 4/2012 Kathrin Schulz engagiert sich seit der Kita-Zeit ihrer Kinder im Berliner Bezirk Pankow als Elternsprecherin. Heute besuchen ihre Töchter die 7. und 10. Klasse eines Berliner Gymnasiums. Knörich: Elternabende, manchmal einmal, manchmal zweimal im Halbjahr. Und Elternsprechtage. E&W: Das war bei mir genauso – bei einer Schullaufbahn von 1974 bis 1987. Hat sich so wenig getan? Knörich: Aus meiner Sicht reicht das. Es ist ja in erster Linie unsere Schule. Schulz: Als ich begonnen habe, mich zu engagieren, habe ich mich schon geärgert, dass es uns schwer gemacht wurde. Wir Eltern wollten aktiv werden; also haben wir in der Kita einen Zettel aufgehängt. An die Wand, ein Schwarzes Brett gab es nicht. Und der wurde dann über Wochen immer wieder abgehängt. Ein Jahr hat es gedauert, bis wir durchgesetzt hatten, dass wir bekommen, was es an jeder Uni hundertfach gibt: ein Schwarzes Brett für unsere Mitteilungen. Kommunikation ist doch wichtig, wenn sie fehlt, kommen auch Erklärungen der Schule häufig zu kurz. Es reicht zum Beispiel nicht, wenn eine Schule einen Brief an die Tür hängt, dass Eltern in den Klassenräumen nicht gewünscht werden. Das schafft eine ­ istanz, die ich überD trieben finde. E&W: Wäre nicht auch ein Forum sinnvoll, in dem Konflikte geschlichtet werden? Schulz: Ich finde schon. Die Mediatoren, die es häufig gibt, schlichten ja nur zwischen Schülern – aber weder zwischen Lehrkräften noch zwischen Pä­ dagogen und Eltern. Solange die Mediatoren Lehrende sind, können sie das ja auch nicht – im Zweifel blieben sie vermutlich doch immer auf der Seite ihrer Kollegen. E&W: Wäre es hilfreich, wenn es für die Elternarbeit mehr Externe an Schulen gäbe? Knörich: Ich weiß nicht. Dann ist da ja noch einer, der mitredet. Schulz: Damit wäre vor allem bei ernsthaften Konflikten etwas gewonnen. Liedtke: Ich würde mir mehr Sozialarbeiter wünschen – vor allem für die Fälle, in denen wir Eltern nicht erreichen. Uns fehlt nicht nur eine einschlägige Ausbildung, sondern häufig schlicht die Zeit, auf Mütter und Väter einzugehen, deren Kinder beispielsweise sehr häufig und lange krank sind oder bei denen wir den Eindruck haben, dass sie unter Umständen therapeutische Hilfe benötigten. Dass wir mit Eltern kaum in Kontakt treten können, ist das größere Problem, als dass sie sich auf eine Art engagieren, die das Miteinander kompliziert macht. Moderation: Jeannette Goddar, freie Journalistin Beatrice Knörich (14) besucht ein Gymnasium im Berliner Bezirk Köpenick und ist stellvertretende Schulsprecherin sowie Landesschülersprecherin. Fotos: Kay Herschelmann sein. Erst wenn wir gar nicht weiterkämen, würden wir Eltern ansprechen. Erst einmal versuchen wir, unsere Probleme selber zu lösen. E&W: Ein weiteres häufiges Problem ist, dass Eltern das Gefühl haben, als Ersatzlehrer missbraucht zu werden und quasi selbst noch einmal die Schulbank zu drücken, weil sie ihren Kindern helfen müssen. Schulz: Ich tue das längst nicht mehr. Eigentlich habe ich nur in der Grundschule für meine Kinder gebastelt, das hat schon meine Mutter für mich getan. Aber jedes Mal, wenn ich mich dabei ertappt habe, hatte ich das Gefühl, ich sollte das meine Kinder selbst machen lassen. Dennoch kenne ich ganze Generationen von „Basteleltern“ – ich glaube, sie haben wirklich das Gefühl, sie müssten das machen. Knörich: Und ich glaube, das liegt daran, dass Eltern immer genau wissen, wie etwas auszusehen hat. Dann ist es natürlich schwer, das Kind selbstständig arbeiten zu lassen. Spannungsfeld: Familie – Schule – Kita Für Eltern mit Schichtdienst: Die Kita Flurweg am südlichen Berliner Stadtrand ist von 6.00 bis 21.00 Uhr geöffnet. Bildungsangebote müssen über die ganze Zeit verteilt werden. Eine hohe Anforderung an die Beschäftigten wie die „Späterzieherinnen“ Elke (links) und Nicole. „Nie die Ressourcen  aus dem Blick verlieren“ // Elternarbeit, Familienhilfe, soziale Beratung: Die Arbeit von Erzieherinnen und Lehrkräften erweitert sich immer mehr um sozialpädagogische Bereiche. Der Wunsch nach Vereinbarkeit von Familie und Beruf bei den Eltern verlängert zudem die Arbeitszeiten. Wie werden Pädagoginnen und Pädagogen der quantitativ und qualitativ wachsenden Belastung gerecht, ohne selbst zu kapitulieren? // Der Feierabendverkehr aus der Innenstadt ist längst abgeebbt, blau schimmert aus vielen Häusern das Fernseh- licht. Viel heller strahlt es noch aus den Fenstern der Kita Flurweg, die am südlichen Berliner Stadtrand liegt. Bis zu 20 Kinder, von unter Zweijährigen bis zum Vorschulalter, werden dort allabendlich bis 21 Uhr betreut. 60 der 250 Kinder haben den amtlich bestätigten Anspruch auf die Spätbetreuung. Zusätzliches Personal bekommt die Kita für dieses auch in Berlin noch seltene Angebot von der Stadt nicht, der Träger zahlt zwei Extra-Kräfte. „Wir haben das Glück, dass der Spätdienst gut in die Lebensplanung zweier Mitarbeiterinnen passte“, sagt KitaLeiterin Brigitte Lüttschwager. Vor acht Jahren ging die Kita aus öffentlicher in private Trägerschaft über. Damals war ihr Platzangebot für die Lage am Stadtrand zu groß. Aus Selbsterhaltungsgründen musste sich das Team Gedanken über ein attraktives Angebot an die Eltern der Umgebung machen. Den Schlüssel fand es im Thema Vereinbarkeit von Familie und Beruf. Kita für „Spätkinder“ „Wir liegen zwischen einer großen Klinik, einem Einkaufszentrum und dem Flughafen“, so Lüttschwager: lauter Arbeitsplätze mit Spät- oder Schichtbetrieb. Die Eltern der „Spätkinder“ arbeiten in 54 Berufen: von Ärztin oder Pfleger über Verkäuferin bis Taxifahrer Erziehung und Wissenschaft | 4/2012 9 10 Spannungsfeld: Familie – Schule – Kita Spannungsfeld: Familie – Schule – Kita 11 Psychiatrie - Psychosomatik – Psychotherapie oder Callcenteragentin. Ihnen die Berufstätigkeit zu ermöglichen, stellt die Kita vor große organisatorische He­ aus­ r forderungen. 15 Stunden beträgt die tägliche Öffnungszeit, um sechs Uhr fangen die frühen, um 14 Uhr die Späterzieherinnen an. Bildungsangebote müssen über die gesamte Zeit verteilt werden. Dafür muss die Kommunikation der Mitarbeiterinnen untereinander und mit den Eltern perfekt funktionieren – etwa, um Termine geplanter Ausflüge oder Projekte zu kommunizieren, damit die „Spätkinder“ einbezogen sind. Das anspruchsvolle Berliner Bildungsprogramm für Kindertagesstätten, das regelmäßige Elterngespräche und die lückenlose Dokumentation der Lernfortschritte jedes Kindes vorsieht, ist vom Träger der Kita Flurweg, den INAKindergärten*, noch weiterentwickelt worden. Für jedes Kind führen die Erzie- herinnen ein „Ich-Buch“, das mit Fotos und Texten dessen Entwicklung dokumentiert. Mit dem wachsenden Bildungsanspruch an Kitas steige auch der Anspruch an Erzieherinnen ständig, sagt Gerda Wunschel, im Leitungsteam der INA-Kindergärten für Personalfragen zuständig. Sie müssten heute etwa selbstverständlich mit Computern umgehen können. Die veränderte Erwartungshaltung „in Medien, Politik und bei den Eltern“, steigere den Druck, der auf den Fachkräften lastet, die heute „frühkindliche Bildungsbegleiterinnen“ sind, so Wunschel. In den INA-Kindergärten begegnet man diesen Ansprüchen an die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter mit einem breiten Angebot an Fortbildungs- und Qualifizierungsmaßnahmen, die der Träger finanziert. Von Computerkursen über pädagogische Zusatzausbildungen bis zu Entspannungstrainings reicht das Angebot. Ein Schwerpunkt wird jährlich bei den Beschäftigten abgefragt: „Zeitmanagement“ ist das nächste Wunsch­ thema. Eine Betriebsvereinbarung garantiert den Erzieherinnen wöchentlich zwei Stunden Vor- und Nachbereitungszeit – fünf fordert die GEW Berlin dafür. Zudem werde darauf geachtet, Teams so zusammenzustellen, dass „viele unterschiedliche Kompetenzen vorhanden sind, die Arbeitsteilung ermöglichen“, so Wunschel. „Es ist viel“, sagt Kita-Leiterin Lüttschwager zu den Anforderungen, die die Arbeit in der Kita Flurweg an die Erzieherinnen stellt. Alle zwei Wochen treffen sich die 28 Mitarbeiterinnen zur Vollversammlung, denn „wenn jeder einzelne im Team in die Entwicklung der Kita einbezogen wird, wenn das gesamte Team sie trägt, macht die Arbeit auch Spaß“, betont Lüttschwager. Gute Teamarbeit Die Neumark-Grundschule macht im Team gute Schule. Im Berliner Bezirk T ­ empel­ of-Schöneberg mit vielen sozialen Problemen ist das nicht einfach. Motivah tion, so der Leitgedanke des rhythmisierten Ganztagsbetriebs, beruhe auf Erfolgserlebnissen. Die Bläserklasse Green Elephants, die Musiklehrerin Christina Schröder leitet, ist ein gelungenes Beispiel dafür. Erziehung und Wissenschaft | 4/2012 Gute Teamarbeit ist auch an der Neumark-Grundschule Basis dafür, die Belastungen zu bewältigen, die die Arbeit dort mit sich bringt. 95 Prozent der knapp 250 Schülerinnen und Schüler kommen aus Einwandererfamilien. Die Ganztagsgrundschule liegt im innerstädtischen Norden Berlin-Schönebergs mit vielen sozialen Problemen wie Arbeitslosigkeit, Drogenszene und einem großen Anteil einstiger sozialer Wohnungsbauten. „Wir haben hier die ganze Palette von damit einhergehenden Herausforderungen: von Eltern, die nicht lesen und schreiben können, über Armutsfolgen bis zu Gewalt und Vernachlässigung“, sagt Claudia Nicolai, seit elf Jahren Lehrerin an der Schule und derzeit kommissarische Schulleiterin. Diese Probleme „nicht zu ignorieren, sondern lösen zu helfen“, hat das Team von Lehrkräften und Erzieherinnen an der Grundschule schon vor Jahren beschlossen: Anders gehe es gar nicht, sagt Elke Metzenthin, leitende Erzieherin: „Wir sind mit dem Ganztagsbetrieb einfach sehr nah dran an den Familien.“ Au- ßerdem, ergänzt Lehrerin Nicolai, sei nur so zu vermeiden, „dass Kinder mit familiären Problemen zu ‚Störkindern‘ werden, die das Unterrichten behindern“. Bewältigen können die 23 Pädagogen und ebenso vielen Erzieherinnen der Schule – etliche davon auf Teilzeitstellen – das nur mit viel Hilfe von außen. Die Grundschule habe sich „in den Kiez hinein vernetzt“, sagt Nicolai. Die Kooperation mit Partnern wie dem Nachbarschaftstreff und dem Mehrgenerationenhaus des Kiezes sowie dem Quartiersmanagement ermöglicht es, den Eltern neben vielen Beratungsangeboten auch Deutschkurse oder die Qualifizierung zu „Bildungsbotschaftern“ anzubieten. Diese sensibilisieren dann andere Eltern für die Zusammenarbeit mit der Schule und die Bedürfnisse der Kinder. Nur so gelingt es der Schule, den Aufwand spezieller pädagogischer Angebote zu stemmen: Eine Theater- und eine Bläserklasse gibt es hier – was die Schule attraktiver macht. Trotzdem bleibt noch viel zu tun: Die „geweckte Neugier“ der Eltern müsse schließlich auch befriedigt werden, sagt Nicolai: Im Team führen alle Pädagogen Elterngespräche, die Vernetzung in den Kiez bringe es mit sich, dass man „auch auf der Straße oft angesprochen wird“, ergänzt Metzenthin. Der rhythmisierte Ganztagsbetrieb schaffe Gelegenheit, Gespräche „in der nötigen Ruhe zu führen“, sagt die Erzieherin. Als Schulleiterin achtet Nicolai darauf, dass auch den Lehrkräften Zeit dafür bleibt: Wer Elterngespräche angemeldet habe, werde beispielsweise nicht als Vertretung eingesetzt. Belastung wächst Doch trotz der langjährigen Erfahrung und des gewachsenen Netzwerks steigt die Belastung: Etwa durch Verwaltungsaufwand, der immer mehr Zeit beansprucht. Vielen Familien der Schule stehen Leistungen aus dem Hartz-IVBildungs- und Teilhabepaket zu: „Aber der bürokratische Aufwand, den die Beantragung erfordert, ist im Prinzip nicht zu schaffen“, unterstreicht Nicolai. Teamgespräche fangen den Druck auf, Supervision kann beim Kooperationspartner Pestalozzi-Fröbel-Haus, der Erzieherinnen ausbildet und selbst Träger von Angeboten der Jugend- und Familienhilfe ist, beantragt werden. Die koordinierende Erzieherin Metzenthin ist froh da­ rüber. „Eigentlich“, sagt sie, „müsste das Standard sein“. Die Schule könne nicht alle Probleme selbst lösen. „Aber wir versuchen unser Bestes, gute Schule im sozialen Brennpunkt zu sein“, so Nicolai und Metzenthin. Eine wichtige Regel gelte es dabei zu befolgen, wissen die beiden aus Erfahrung: „Nie die Ressourcen aus dem Blick verlieren: sowohl auf Seiten der Pädagoginnen und Pädagogen, die nicht überlastet werden dürfen, aber auch nicht die der Eltern.“ Motivation beruhe auf Erfolgserlebnissen. Erfolgserlebnisse, wie sie die Musiklehrerin Christina Schröder in ihrer Bläserklasse Green Elephants den Kindern verschafft. Wichtig sei es aber auch, Erwartungen nicht zu hoch zu schrauben – bei allen Beteiligten. „Wenn ich Müttern, die nicht lesen oder schreiben können, Deutschkurse anbiete, darf ich nicht erwarten, dass sie ihrem Kind dann bei den Hausaufgaben helfen können“, betont Nicolai. Denn gerade das erzeuge Frustration – bei allen. Alke Wierth, taz-Redakteurin • • • • • • Burn-out-Syndrom Depressionen Ängste, insbes. auch herzbezogene Folgen von Traumatisierung Essstörungen Chronische Schmerzstörungen • Psychoonkologie Unser therapeutisches Vorgehen ist problemund ressourcenorientiert. Grundlage ist tiefenpsychologische Orientierung, ergänzt durch verhaltenstherapeutisches Vorgehen und systemische Sichtweisen. Unser Haus liegt innenstadtnah direkt am historischen Kurpark in Bad Oeynhausen. Im Winter 2011 wurde die Klinik grundlegend renoviert, sodass sie alle Voraussetzungen für einen angenehmen Aufenthalt bietet. Wir unterstützen bei der Klärung der Kostenübernahme. Die Klinik ist als beihilfefähig anerkannt. Kontakt: Chefärztin Dr. med. Lieselotte Grabbe Sekretariat: Tel. +49 (0) 57 31 / 865 – 28 71 · Fax – 28 72 patientenaufnahme.klinikampark@median-kliniken.de www.median-kliniken.de MEDIAN Klinik am Park Westkorso 14 · D-32545 Bad Oeynhausen Herzlich Willkommen in Den Hoorn auf Texel. Wir empfangen Sie sehr gerne in unseren schönen, kürzlich vollständig renovierten Ferienwohnungen: Zwei Appartements für 2-4 Personen und ein Appartement für 2 Personen. Sie wurden im Juni 2010, nach einer Kernsanierung mit Umbzw. Anbau, neu eröffnet. Die Appartements sind geschmackvoll und sehr komfortabel eingerichtet. Das Inventar ist komplett neu. Die Wohnungen liegen an einer wenig befahrenen Straße und haben eine eigene kleine Gartenterasse (in der Erdgeschosswohnung), einen Holzbalkon mit Gartenmitbenutzung und Veranda (erstes Geschoss) sowie eine Dachterasse mit Sedumdach für das 2 Personen-Appartement. Wir freuen uns Sie kennenlernen zu dürfen. Kerstin und Harald Weiss Herenstraat 55 1797 AG Den Hoorn - Texel Tel. 0031 222 319397 *www.inakindergarten.de Leitgedanke der INA-Kindergärten: „Bildung von Anfang an“ info@herenstraat55.nl www.herenstraat55.nl Erziehung und Wissenschaft | 4/2012 12 Spannungsfeld: Familie – Schule – Kita Spannungsfeld: Familie – Schule – Kita Der Kindergeburtstag geht zu Ende. Das fünfjährige Geburtstagskind ist noch dabei, den Freunden die Legoautobahn zu demonstrieren, in der Diele drängen sich derweil schon Väter und Mütter. Gesprächsthema: die Schule. Nicht, dass eines der Kinder bereits zur Schule gin- ge, doch ein Großteil der Geburtstagsgesellschaft wird im Herbst eingeschult. Alle Eltern haben sich bereits informiert, die meisten mehrere Schulen besucht, nun tauscht man sich aus: Welche Schule kommt in die engere Wahl, welche sollte man meiden. Eigentlich gilt in Berlin, wie überall, das „Einzugsprinzip“: Die örtliche Grundschule ist verpflichtet, alle Kinder, die im Umkreis wohnen, aufzunehmen. Doch ist das auch die richtige Schule für’s eigene Kind? Ist es zu verantworten, eine so wichtige Weichenstellung im Leben des Nachwuchses dem Gutdünken einiger Schulplaner zu überlassen, anstatt selbst aktiv zu werden? Dass ihre Kinder einmal einen guten Bildungsabschluss machen, ist für drei Viertel aller Eltern sehr wichtig. Gleichzeitig haben die meisten wenig Vertrauen ins öffentliche Bildungssystem, wie Wissenschaftler des Sinus-Instituts schon 2008 in der Studie „Eltern unter Druck“* feststellten, die die Konrad-AdenauerStiftung in Auftrag gegeben hatte. Eltern beschweren sich demnach über zu volle Klassen, überforderte Fachkräfte und häufigen Stundenausfall. „Die Erwartungen der Eltern sind in den vergangenen Jahren gestiegen. Schule hat für viele eine zentrale Bedeutung“, beobachtet Christine Henry-Huthmacher, die die Sinus-Studie betreute. Den Umfragen zufolge wünschen sich die allermeisten Mütter und Väter, dass ihr Kind das Abitur macht. Die Eltern denken durchaus rational: Mit dem Schulabschluss werden Lebenschancen verteilt, und nur mit der Hochschulrei- Fotos: Kay Herschelmann Von der Schule enttäuscht: Marco P. mit seinen beiden zehn- und sechsjährigen Söhnen. Der alleinerziehende Vater im Schichtdienst sitzt abends oft noch mit dem älteren Jungen am Tisch und holt die Hausaufgaben nach. Erziehung und Wissenschaft | 4/2012 Lesen lernen … mehrsprachig! Fibeln und Lesebücher aus Europa und Amerika Lesen und Schreiben lernen in mehr als einer Sprache? Beispiele von Unterrichtsmitteln aus fünf Jahrhunderten. Vom viersprachigen ABCBuch des 16. Jahrhunderts bis zu aktuellen zweisprachigen Arbeitsmaterialien für Schulanfänger mit Migrationshintergrund. Begegnung auf Augenhöhe notwendig // Tanzen, Sport, Hausaufgaben – viele Eltern organisieren Bildungsangebote für ihre Kinder rund um Schule und Kindergarten. Denn: Die Schule soll erfolgreich abgeschlossen werden. Gleichzeitig trauen sie Lehrkräften und Erzieherinnen nicht zu, dass diese ihr Kind ausreichend fördern können. Einerseits. Andererseits glauben sie, ihre Mitsprache sei nicht erwünscht. // 13 fe stehen dem Nachwuchs wirklich alle Möglichkeiten offen. Doch nicht nur Eltern erwarten viel von Pädagoginnen und Pädagogen. Umgekehrt erwartet die Gesellschaft auch viel von den Eltern. Die Elternrolle wird heute anders definiert als vor 30 Jahren, die Ansprüche an eine „gelingende“ Erziehung sind so hoch, dass sich viele Eltern an diese Aufgabe nur mit einem Packen Erziehungsratgeber unterm Arm wagen. Doch der perfekten Rolle als „Erziehungsmanager“ können die meisten Mütter und Väter gar nicht gerecht werden. Die Zahl berufstätiger Eltern wächst – in über zwei Dritteln aller Familien mit minderjährigen Kindern sind sowohl Mutter als auch Vater erwerbstätig.** Die Wirtschaft fordert flexible Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer, Kinder gelten heimlich als Ballast (s. Seiten 18/19). Und gerade die Mütter, die in zwei von drei Familien den Hauptteil der Erziehung übernehmen, stehen häufig im Spannungsfeld zwischen Beruf und Familie. Sandra J. hat sich bewusst für eine Stelle im öffentlichen Dienst entschieden. Kein kreativer Job, wie er der 41-jährigen Architektin einst vorschwebte, aber die Arbeitszeiten sind geregelt. Für die alleinerziehende Mutter ist das extrem wichtig. Ebenso, dass die Kita ihrer Tochter täglich verlässlich von 7.00 bis 18.00 Uhr geöffnet hat. Doch zweimal in der Woche holt die Alleinerziehende Amelie*** früh am Nachmittag ab und fährt mit ihr zum Tanzen und zum Schwimmen. „In der Kita bewegen sich die Kinder viel zu wenig, wenn ich Amelie abhole, sitzen alle brav auf ihren Stühlen und malen. Es ist so ruhig im Raum, dass ich mich frage, ob das tatsächlich eine Kita ist“, erzählt Sandra J. und mutmaßt frustriert: „So haben die Erzieherinnen die Kinder wahrscheinlich besser unter Kontrolle.“ Wie Sandra J. nehmen viele Mütter und Väter die Förderung der Kinder möglichst früh selbst in die Hand. „Der Druck, nur keine Chance auszulassen, da sie sonst ihrer heutigen Elternpflicht, das Kind optimal zu fördern, nicht gerecht werden, scheint allgegenwärtig“, so HenryHuthmacher. „Wir merken, dass die Unsicherheit enorm zugenommen hat, viele Eltern stehen unter einem hohen Erwartungsdruck, alles richtig zu machen“, stellt auch Ursula Walther vom Bundeselternrat fest. Besonders drastisch sei diese Verunsicherung an den Bruchstellen zu spüren: beim Übergang von der Kita in die Schule und – noch stärker – von der Grund- auf die weiterführende Schule. Sie hat Eltern erlebt, die ihre Kinder wie ein Projekt betrachten, das zum Erfolg geführt werden muss: „Und sie haben Angst, dass das nicht klappt.“ Walthers Telefongespräche mit verunsicherten Eltern haben zuweilen den Charakter einer Therapiestunde: „Ich rate ihnen dann: ‚Nehmen Sie einen Stift und einen Zettel und schreiben Sie: Ruhig bleiben.‘ Das hilft häufig schon.“ Wie die meisten Eltern wünscht sich Marco P., dass seine beiden Söhne glücklich sind. Er selbst ist gern zur Schule gegangen. Der 38-Jährige besuchte in den 1980er Jahren eine zehnklassige Polytechnische Oberschule im Ostteil Berlins. Als sein ältester Sohn David 2007 im ruhigeren Teil eines Berliner Szene-Stadtteils eingeschult wurde, waren die Erwartungen des Vaters an die Schule von den eigenen Erfahrungen geprägt: „Mir ist wichtig, dass die Atmosphäre in der Klasse stimmt, so dass die Kinder gut lernen, die Hausaufgaben sollen im Hort gemacht und korrigiert werden und der Kontakt zu den Lehrkräften soll auch klappen.“ Enttäuschte Erwartungen Fragt man, wie sich diese Erwartungen nach vier Schuljahren erfüllt haben, kommt ein knappes: „Na ja.“ Dann holt Marco P. aus: Von Betreuung könne bei den Hausaufgaben nicht die Rede sein, stattdessen würden die Schüler beaufsichtigt. Katalog der Ausstellung in Brixen/Bressanone 2011 84 Seiten 111 farbige Abbildungen Schutzgebühr 12,95 € zzgl. Versandkosten. Zu bestellen unter: www.schulbuch-gesellschaft.de/de/rp Habichtswald-Klinik • Wigandstr. 1 • 34131 Kassel • info@habichtswaldklinik.de ... wieder Atem schöpfen In Mitten Deutschlands am Fuße des größten Bergparks Europas mit Herkules und Schloss Wilhelmshöhe sowie in direkter Nachbarschaft zu einer der schönsten Thermen liegt die Habichtswald-Klinik Fachklinik für Psychosomatik, Onkologie und Innere Medizin, Kassel - Bad Wilhelmshöhe In ihrem Selbstverständnis als Klinik für Ganzheitsmedizin arbeitet die Habichtswald-Klinik auf der Ebene einer integrativen Betrachtung von Körper, Seele und Geist in einer Synthese aus Schulmedizin, Naturheilverfahren und komplementärer Therapien. Die Klinik hat einen Versorgungsvertrag nach §111 und ist nach §30 GWO als beihilfefähig anerkannt. Bei den Gesetzlichen Krankenkassen ist die Habichtswald-Klinik als Rehabilitationsklinik anerkannt, bei den privaten Krankenversicherungen als „Gemischte Einrichtung“, die auch Akutbehandlungen gemäß OPS 301 durchführt. Die Beihilfestellen rechnen mit der Klinik den allgemeinen niedrigsten mit den Sozialversicherungsträgern vereinbarten pauschalen Pflegesatz ab. • • • • • • Psychosomatik Burnout Tinnitus Onkologie Innere Medizin Ayurveda-Medizin Kostenloses Service-Telefon: 0800 / 8 90 11 00 Telefon Aufnahmebüro: 0561 / 3108 -186, -622 www.habichtswaldklinik.de Erziehung und Wissenschaft | 4/2012 14 Spannungsfeld: Familie – Schule – Kita Spannungsfeld: Familie – Schule – Kita Eigentlich wollen alle drei – Vater und Kinder – abends am liebsten abschalten. Doch das geht nicht so oft – vor allem dann nicht, wenn eine Klassenarbeit ansteht. Nach 20 Minuten ende die Hausaufgabenzeit, was die Kinder in dieser Zeit nicht schaffen, sollen sie auf Bitten der Lehrerin ausdrücklich nicht zu Hause erledigen. Tatsächlich sitzt Marco P. abends oft noch mit seinem Sohn am Tisch und holt die Hausaufgaben nach. Eigentlich wollen sie beide dann nur noch abschalten. Marco P.s Schicht beginnt manchmal schon um sechs Uhr morgens, hinzu kommen Bereitschaftsdienste. Sein Sohn ist um 20 Uhr erst recht nicht für Diktate zu begeistern. Aber was hilft’s: „Sonst hat der Junge Nachteile in der Schule, das fließt doch alles in Tests und Klassenarbeiten ein“, sagt er. Und die Erfahrung gibt ihm Recht: David, der mühelos in Mathe mithält, holt in Deutsch oder Englisch nur gute Noten, wenn er sich zu Hause auf die Prüfungen vorbereitet. Im Vergleich zu manch anderen Eltern geht Marco P. die schulischen Belange seines Sohnes noch gelassen an. „Anton tut mir leid“, berichtet die neunjährige Cordula zu Hause. „Wenn der mal eine Zwei schreibt, dann meckern seine Eltern total rum. Er muss immer der Beste sein.“ Erziehung und Wissenschaft | 4/2012 Cordula besucht die vierte Klasse einer Berliner Grundschule. Die Milieus vermischen sich. Was die Eltern eint, ist der Gedanke, dass die Lehrkräfte die Schülerinnen und Schüler zu guten Leistungen anspornen müssen. Als sie zu Beginn der dritten Klasse darüber abstimmten, Zensuren einzuführen, votierten nur drei von 21 Müttern und Vätern dagegen. „Wir leben eben in einer Leistungsgesellschaft, die Klassenleiterin muss die Kinder darauf vorbereiten“, sagte eine Mutter nach dem Elternabend leicht resigniert. Außerhalb der halbjährlichen Elternabende bekommen viele Mütter und Väter die für ihre Kinder so wichtigen Bezugspersonen so gut wie nie zu Gesicht. Mit Lehrkräften beispielsweise kommuniziert man übers Hausaufgabenheft. Dabei wünschen sich viele Eltern intensiveren persönlichen Austausch. „Wenn die Probleme erst mal da sind, kann man kaum noch was reißen“, meint Marco P. Sein Sohn hatte in vier Schuljahren vier Kassenleiterinnen. „Eine hat klipp und klar gesagt, sie will keinen Kontakt zu den Eltern, es gäbe ja Elternversammlungen, da könnten wir uns informieren.“ Die jetzige Klassenleiterin beantworte Fragen immerhin per E-Mail, wenn auch erst nach einigen Tagen. Auch Sandra J. kennt solche Geschichten von Pädagogen, die sich abschotten. Ihre Tochter wird im August eingeschult: „Amelie ist hell und schnell, und manchmal habe ich Angst, dass die Schule das kaputt macht.“ Eine Angst, die sich aus J‘s. Erfahrungen in Amelies Kita speist. „Wirkliche Mitsprache ist nicht erwünscht. Die Eltern können vielleicht mal einen Kuchenbasar organisieren, aber über die wirklich wichtigen Dinge wie über den Personalschlüssel an Kita oder Schule wissen die meisten gar nicht Bescheid.“ In der Schule sei es ähnlich, glaubt sie. „Jeder Direktor agiert doch wie ein kleiner König, was haben wir als Eltern da schon mitzureden.“ Mehr Mitsprache und mehr Demokratie würde sich Sandra J. wünschen. „Mindestens zweimal in der Woche müsste die Klassenleiterin in der Grundschule für die Eltern ansprechbar sein.“ Für Livia H. ist das selbstverständlich. Ihre Handynummern haben die Klassenleiterinnen am ersten Elternabend an die Tafel geschrieben. Ohnehin läuft man sich in dem kleinen Ort bei Leipzig häufiger über den Weg. Die studierte Sozialarbeiterin lebt auf dem Land. Fast alle Dorfbewohner haben ein Häuschen, das Dorf ist eine Enklave der bürgerlichen Mitte. Ihre Töchter, zehn und sieben Jahre alt, gehen auf die Grundschule im Nachbarort, einem dreistöckigen Betonbau aus DDR-Zeiten. Mit der Schule sei sie sehr zufrieden, sagt Livia P. „Die Lehrerinnen sind engagiert und versuchen, jedem Kind gerecht zu werden“, so ihr Eindruck. Probleme gibt es zum Glück kaum, beiden Töchtern fällt das Lernen leicht. Ihre älteste Tochter wird nach Klasse vier im Herbst aufs Gymnasium wechseln. „Aber pass auf, dass Du nicht abhebst“, hat sie ihr mit auf den Weg gegeben. Gegen eine Entscheidung für die Mittelschule, die in Sachsen Haupt- und Realschule vereint, hätte Livia H. nicht protestiert. „Besser eine glückliche Mittelschülerin als ein unglückliche Gymnasiastin“, meint sie. Manchen Eltern sei es extrem wichtig, dass ihr Kind aufs Gymnasium wechsle: „Ich glaube, die brauchen das eher fürs eigene Selbstwertgefühl.“ Als Sozialarbeiterin kennt Livia H. auch das andere Extrem: Familien, für die die Bildung ihrer Kinder eines von vielen Problemen ist. Die Verzweiflung über schlechte Noten hält sich dort angesichts existentieller Krisen in Grenzen. Etwa ein Fünftel der Kinder werde von den Eltern kaum gefördert, so die Studie „Eltern unter Druck“. Und die Kluft zwischen der bildungsbewussten bürgerlichen Mitte und den abgehängten 20 Prozent der Bevölkerung wächst. 15 Der Kontakt zur Schule wird zur Nebensache, manche Mutter fürchtet sich vor dem Elternabend, wie vor einem Gang zum Direktor – dann bekommt sie wieder zu hören, was alles schief läuft. „Lehrkräfte und Eltern sollten mitei­ nander ins Gespräch kommen, bevor es Probleme gibt.“ Ursula Walther vom Bundeselternrat fordert eine Begegnung auf Augenhöhe. „Aber davon sind wir noch weit entfernt“, meint die Elternvertreterin. Anna Lehmann, taz-Redakteurin * www.kas.de/upload/dokumente/ 2008/02/080227_henry.pdf **Quelle: Statistisches Bundesamt ***Die Namen aller Kinder sind geändert. Sie geben alles. Wir geben alles für Sie: mit Lösungen für Lehramtsanwärter/-innen. Spezialist für den Öffentlichen Dienst. Wir bieten von der Krankenversicherung bis zur Dienstunfähigkeitsversicherung Schutz von Anfang an – komme, was wolle. ✔ Garantierte Dienstunfähigkeitsrente bis zu 1.800 Euro möglich ✔ Höhe der Dienstunfähigkeitsversicherung an Bedarf anpassbar ✔ Krankenversicherung zur Beihilfe mit Ausbildungskonditionen Als Spezialversicherer exklusiv für den Öffentlichen Dienst geben wir alles für Sie. Lassen Sie sich jetzt von Ihrem persönlichen Betreuer in Ihrer Nähe beraten. Mehr Informationen: www.DBV.de oder Telefon 0 180 3 - 00 57 57*. *9 Cent aus dem deutschen Festnetz, Mobilfunk maximal 42 Cent, jeweils je angefangene Minute. Ein Unternehmen der AXA Gruppe 16 Spannungsfeld: Familie – Schule – Kita Spannungsfeld: Familie – Schule – Kita „Schule traut  armen Kindern wenig zu“ Wenn man Barbara Korte nach ihren Wünschen fragt, schaut sie einen Moment lang still zum Küchenfenster hi­ naus. Dann steht sie auf, holt einen Ordner aus dem Regal und sagt: „Klar gibt’s Wünsche. Vor allem, dass meine Jungs die Schule packen und später einen guten Job machen.“ Schließlich zieht sie zwei Halbjahreszeugnisse heraus: „3,8 zuletzt der Schnitt beim Älteren, knapp drei beim Jüngeren. Bei dem Älteren wird sich bald entscheiden, ob er den Realschulabschluss schafft, so wie sein Bruder später hoffentlich auch. Oder bloß die Hauptschule.“ Bloß die Hauptschule: Für die im Norden Hamburgs lebende 51-jährige alleinerziehende Mutter Korte, die ihren richtigen Namen und den der Söhne nicht in der Zeitung lesen möchte, ist dies die Zeit des Bangens und Hoffens, wie sie es nennt, dass ihr 16-jähriger Sohn, Zehntklässler an einer Stadtteilschule, demnächst doch noch mit einem mittleren Abschluss in Ausbildung und späteres Berufsleben starten kann: „Er sieht ja bei mir, was sonst auf ihn zukommen kann.“ Seit der Mutterschaft hat sie keinen bezahlten Job mehr gefunden, früher konnte sie mit ihrem Hauptschulabschluss als Ungelernte in einem vor Jahren pleitegegangenen Musikladen arbeiten. Nach der Scheidung vor fünf Jahren lebt die dreiköpfige Familie von Hartz IV. Vielleicht ja die mittlere Reife: Lange habe sie geglaubt, dass beide Söhne auch das Zeug zum Abitur besäßen, erzählt die Alleinerziehende. Der Jüngere, heute 14-Jährige, besuchte bis zum vorErziehung und Wissenschaft | 4/2012 letzten Schuljahr ein Gymnasium. Als er immer häufiger klagte, keine Lust mehr auf Schule zu haben und auch die Hausaufgaben verweigerte, habe sie das Gespräch mit dem Lehrer gesucht. „Da kam aber nicht viel“, erzählt die Mut- ter, „ich habe mich selbst informiert, wie ich mit der Situation umgehe.“ Von Bekannten erhielt sie den Tipp, Hilfe bei Rebus zu suchen, einer Beratungseinrichtung der Schulbehörde bei Schulproblemen. Dort hat ihr Sohn schließ- Keine Transparenz Foto: imago // Bildungsarme Eltern kommen im Schulsystem kaum vor: Sie fühlen sich mit den Schul­ problemen ihrer Kinder oft alleingelassen. Das bleibt nicht ohne Auswirkungen auf die Schulkarrieren ihrer Töchter und Söhne. // lich seine Angst beschrieben, sich dem Druck der Klassengemeinschaft nicht mehr gewachsen zu fühlen. Dass er jetzt so wie sein älterer Bruder auf eine Stadtteilschule geht, war gemeinsame Entscheidung von Mutter und Sohn. Hätte er nicht einfach auf ein anderes Gymnasium wechseln können? „Darüber habe ich nicht nachgedacht“, sagt die Mutter, „so wie es jetzt ist, ist es sehr gut für ihn.“ Hartz-IV-Familien tun sich schwer mit dem System Schule. Und das System tut sich mit ihnen schwer. Die Kinder bleiben oft außen vor. Eltern, Mütter wie Barbara Korte wissen, was sie bei Masern oder Keuchhusten der Kinder zu tun haben, auf schulische Probleme sind sie häufig nicht vorbereitet. Wenn eine solche Situation eintritt, wachsen einige über sich hinaus und organisieren selbst Hilfe, viele andere hingegen werden noch kleiner, als sie sich ohnehin schon fühlen. Die verschlungenen Pfade des Bildungssystems sind vor allem für bildungsferne Eltern nur schwer zu verstehen. Schule hat für sie nicht die Transparenz eines Fensters, Vieles nehmen sie bestenfalls verschwommen wahr, als befände es sich versteckt hinter Milchglasscheiben. „Arme Eltern haben schon den Wunsch nach Bildung“, sagt Annegret Lotzkat. Und fügt eine Einschränkung hinzu: „Sie sagen ihren Kindern, dass die lernen sollen, schaffen es aber oft nicht, Unterstützung zu organisieren.“ Lotzkat unterrichtet seit über 30 Jahren an einer Schule auf St. Pauli, und wenn sie im Lehrerzimmer die Entwicklungen der Vergangenheit beschreibt, dann wird deutlich, dass hier viel unternommen wird, um Schule anzupassen an die Lernvoraussetzungen der Kinder und die Lebenswirklichkeit ihrer Eltern. Drei Viertel leben von Hartz IV, viele haben einen Migrationshintergrund. Seit an der Schule vor ein paar Jahren ein Logbuch, eine Art Lernvereinbarung, eingeführt wurde, in dem die Fortschritte der Kinder und Jugendlichen wöchentlich von Lehrkräften, Schülern und Eltern überprüft und unterschrieben werden müssen, sei auch die Kommunikation mit den Eltern „besser geworden“. Deutlich wird in dem Gespräch aber auch, dass viele Eltern trotz weiterer Angebote schwer erreichbar bleiben – nicht nur für diese Schule. „Das Schulsystem ist für Lehrer und Schüler gemacht“, so Gerda Holz vom Institut für Sozialarbeit und Sozial­ pä­ agogik (ISS) in Frankfurt/Main. d „Eltern – vor allem bildungsarme  – kommen darin kaum vor.“ Die Politikwissenschaftlerin leitet die AWOISS-Langzeitstudie zu Kinder- und Jugendarmut. Ein zentrales Ergebnis: Die überwältigende Mehrheit sozial benachteiligter Familien habe einen „ausgeprägten Wunsch nach möglichst hoher schulischer Bildung für ihre Kinder“. Dass Eltern mit geringem Einkommen ihre Kinder vernachlässigten, sei ein „durch nichts belegbares Vorurteil“, vielmehr sorgten sie sich um sie. Wenn dennoch viele dieser Kinder, vor allem mit Migrationshintergrund, an Schule scheitern und auch deren Eltern oft nur schwer erreichbar sind, hat das für Holz mit den besonderen Familiensituationen zu tun: „Wer von Ausweisung bedroht ist oder andere schlechte Erfahrungen mit staatlichen Stellen gemacht hat, der nimmt zunächst auch Schule wahr als etwas, was gegen ihn arbeiten könnte.“ Holz fordert von den Schulen, bei den Eltern „Vertrauen aufzubauen und Hemmschwellen zu beseitigen mit für sie leichten und einfachen Schritten der Teilnahme“. Ähnlich argumentiert Christiane Mettlau, in Hamburg mit jeweils halber Stelle sowohl Leiterin der Rebus-Beratungsstelle Stellingen als auch eines Studienprogramms für benachteiligte Familien der gemeinnützigen Patriotischen Gesellschaft (gegründet 1765). Elternarbeit müsse der „hierarchische Charakter“ genommen werden – „machen Sie dies, kommen Sie dann“. Überhaupt sollten Eltern so angenommen werden, wie sie sind, „wir leben in einer Konsum- und nicht in einer Kulturgesellschaft. Deshalb haben arme Familien ja einen hohen Medienkonsum“. Dass diese mit ihren Kindern oft wenig spielen oder lernen, habe nichts mit fehlendem Interesse zu tun, „sondern weil Anregungen und Angebote fehlen“. Schule traue „Kindern aus Armutslagen wenig zu und den Eltern gar nichts“, sagt Mettlau. Nicht die Notlage werde diesen Familien unterstellt, sondern das Desinteresse an Bildung. Das Sys- Seit Jahren bleibt in Deutschland der Anteil der Kinder, die von Hartz IV leben, nahezu unverändert hoch – aktuell sind es 14,9 Prozent gegenüber 15 Prozent im Jahr 2005. In Hamburg ist sogar jedes fünfte Kind arm (21,1 Prozent). Überproportional hoch ist das Armutsrisiko für Kinder Alleinerziehender. Laut einer aktuellen Studie des Paritätischen Wohlfahrtsverbandes lebt in Hamburg, einer der reichsten Städte Deutschlands, fast jedes zweite Kind unter 15 Jahren in einem Hartz-IV-Haushalt mit nur einem Elternteil. P. B. tem der Gymnasialempfehlungen sei „sozial selektiv“; wo Mittelschichteltern zugetraut werde, Defizite ihrer Kinder kompensieren zu können, gelte das für Armutsfamilien nicht. „Man schämt sich“ Dass Eltern ihrem Interesse an guter schulischer Bildung der Kinder auch schon mal tricksend nachgehen, zeigt ein Fall, der Anfang des Jahres in Hamburg Schlagzeilen machte. Eine Familie aus einem sozial belasteten Viertel hatte ihr Kind auf einem renommierten Gymnasium im gutbürgerlichen Eimsbüttel angemeldet. Der Schmu flog auf; als schulortnahe Wohnadresse war ein Bürohaus genannt. Armut erleben solche Familien als Stigma, als Ausgrenzung. „Man schämt sich für etwas, wofür man nichts kann“, sagt Barbara Korte, die alleinerziehende Mutter. Nicht selten verlieren dann auch die Kinder ihr Selbstvertrauen, sind überfordert, zeigen Fluchttendenzen. Kortes älterer Sohn, der das Abiturziel aus den Augen verloren hat und jetzt zwischen Haupt- und Realschulabschluss pendelt, wollte schon vor zwei Jahren hinwerfen. Er kam nach Schulschluss zwar immer pünktlich nach Hause, die Stunden davor hatte er sich aber ein paar Mal in Kaufhäusern rumgetrieben. Peter Brandhorst, freier Journalist Erziehung und Wissenschaft | 4/2012 17 18 Spannungsfeld: Familie – Schule – Kita Allzeit verfügbar im Job // Alles hat seinen Preis: Flexible Arbeitszeitmodelle hören sich gut an, machen den Menschen aber für die Arbeitswelt oft allzeit verfügbar. Das geht nicht zuletzt zu Lasten der Familien – und bleibt auch nicht ohne s ­ oziale und schulische Folgen für die Kinder. // Foto: imago Wer ständig Überstunden macht oder dauernd am Wochenende arbeitet, hat nur wenig Zeit für die Familie. Das weiß jedes Kind. Inzwischen behaupten auch Spitzenpolitiker und Unternehmensvertreter: Wir haben verstanden. Familienfreundliche Arbeitszeiten sind wichtig, damit Eltern sich nach Dienstschluss in Ruhe um ihre Kinder kümmern können. Vor einem Jahr traf sich denn auch Familienministerin Kristina Schröder (CDU) mit den Chefs der wichtigsten Wirtschaftsverbände. Dietmar Hexel, Vorstandsmitglied des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB), war auch dabei. Gemeinsam versprachen sie in einer „Charta“, „flexible und familienfreundliche“ Arbeitszeiten zu fördern. Im März diesen Jahres verkündete das Ministerium auf der Internetseite „Erfolgsfaktor Mensch“ dann stolz: „Deutsche Unternehmen legen besonders großen Wert auf Familienfreundlichkeit.“ Das habe eine internationale Vergleichsstudie ergeben. So hätten hierzulande 76 Prozent der Firmen angegeben, bereits flexible Arbeitszeitmodelle anzubieten – etwa Home Office oder Arbeit von unterwegs. Wie bitte? Was ist denn am „Arbeiten von unterwegs“ familienfreundlich? Das verrät die Bundesregierung nicht. Politiker und Wirtschaftslobbyisten erwecken immer wieder den Eindruck, flexible Arbeitszeiten seien per se familienfreundlich. Doch das stimmt nicht. Sie können ausgesprochen ungünstig und belastend sein. Und ausgerechnet solche Jobs liegen im Trend. So müssen immer mehr Menschen am Wochenende, abends oder nachts arbeiten. Die Bundesregierung hat dazu kürzlich in einer Antwort auf eine Anfrage der Linkspartei umfangreiche Daten vorgelegt (s. Kasten). Was bemerkenswert ist: Vollzeitbeschäftigte, die ihre Arbeitszeit völlig frei wählen können, sind besonders oft e­ ­ x trem lange im Büro. 42 Prozent arbeiten länger als 48 Wochenstunden. Die sogenannte Vertrauensarbeitszeit endet offenbar oft in Selbstausbeutung. An diesem Beispiel wird auch deutlich, dass man bei Erfolgsmeldungen über familienfreundliche Unternehmen genau hinschauen sollte. So hat das arbeitgebernahe Institut der deutschen Wirtschaft (IW) anlässlich des Spitzengesprächs der Familienministerin mit Für Familien sind Schichtdienst, Wochenend- und Abendarbeit oft ein großes ­Problem: Denn Kinder wollen und brauchen verlässliche Familienrituale. Erziehung und Wissenschaft | 4/2012 Unternehmensverbänden erklärt, die meisten Firmen würden eine familienfreundliche Personalpolitik betreiben. Das habe eine Befragung von Unternehmen gezeigt. Dabei wird ausgerechnet die Vertrauensarbeitszeit als familienfreundlich gewertet. Ein ziemlich schlechter Witz. Schlechtes Zeugnis für Firmen Eltern stellen Firmen jedenfalls ein viel schlechteres Zeugnis aus als das IW: 76 Prozent der Eltern erklärten in einer repräsentativen Umfrage des AllensbachInstituts: In der Arbeitswelt werde zu wenig Rücksicht auf die Bedürfnisse der Familien genommen. Deutlich weniger Mütter und Väter klagten hingegen über fehlende Kinderbetreuung und mangelnde Anerkennung für nicht berufstätige Eltern. 84 Prozent der befragten Eltern forderten, Unternehmen müssten mehr tun, um ihren Mitarbeitern die Vereinbarkeit von Familie und Beruf zu erleichtern. Das Familienministerium kennt die Ergebnisse, der „Monitor Familienleben“* wurde in seinem Auftrag erstellt. Männer leiden öfter als Frauen unter langen und unplanbaren Arbeitszeiten: Väter mit Vollzeitjob sind durchschnittlich 44 Stunden in der Woche in der Firma, ergab der Familienmonitor 2010 des Allensbach-Instituts. Das ist den meisten zu viel. Die Wunscharbeitszeit der Väter beträgt im Schnitt 37 Stunden. „Unser Familienleben leidet erheblich unter den unregelmäßigen Arbeitszeiten von mir beziehungsweise meinem Partner, meiner Parterin“: Dieser Aussage stimmen im Familienmonitor des vorigen Jahres 29 Prozent der befragten Väter mit minderjährigen Kindern zu. 34 Prozent der Männer klagen, dass sie nie fest zusagen können, wann sie von der Arbeit nach Hause kommen. Mütter nennen dieses Problem viel seltener: Sie haben oft einen Teilzeitjob und stellen ihre beruflichen Ambitionen zugunsten der Kinder zurück – eine weitere Problem-Baustelle. Für Familien sind vor allem Sonntags- und Abendarbeit ein großes Problem, berich- tet Christiane Klenner, Expertin für flexible Arbeitszeiten bei der gewerkschaftsnahen Hans-Böckler-Stiftung. Abendjobs würden sogar negativer eingeschätzt als Nachtschichten. Denn Kinder wollen verlässliche Familienrituale und brauchen gerade abends Zuwendung. „Wir sind, was unsere sozialen Rhythmen betrifft, eine Abend- und Wochenendgesellschaft“, schreibt auch der Arbeitszeit-Experte Frank Brenscheidt von der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin. „Hier finden Familienleben, Freizeit und das gesellschaftliche Leben statt.“ Dass Sonn- und Feiertagsarbeit zu gesundheitlichen und sozialen Beeinträchtigungen führe, sei empirisch belegt. So würden Betroffene öfter unter Schlafstörungen leiden. Zudem könne man einen Rückgang der familiären und sozialen Aktivitäten beobachten. Die negativen Auswirkungen könnten nicht durch einen freien Tag unter der Woche kompensiert werden. „Es kommt nicht auf die individuelle freie Zeit des Beschäftigten an, sondern auf gemeinsame Zeit mit Partnern, der Familie, den Freunden, im Sportverein oder anderen Organisationen.“ Foto: dpa Spannungsfeld: Familie – Schule – Kita „Allzeit flexibel“? Männer leiden laut Allensbach-Umfrage öfter als Frauen unter unplanbaren Arbeitszeiten. Bei Schichtarbeit kennt man die sozialen Folgen schon sehr genau: Schichtarbeiter haben laut Brenscheidt höhere Scheidungsraten, ihre Kinder zeigen im Durchschnitt schlechtere schulische Leistungen als ihre Klassenkameraden, sie haben weniger Freunde. Solche Effekte seien in abgeschwächter Form auch bei Sonntagsjobs zu befürchten. „Flexible Arbeitszeiten“ • Samstagsarbeit leisten inzwischen mehr als 18 Millionen Menschen ständig, regelmäßig oder gelegentlich. Das sind 47 Prozent der Erwerbstätigen. Im Jahr 2001 waren es erst 43 Prozent. • Sonn- und Feiertagsarbeit gehört für 28 Prozent der Beschäftigten zum B ­ erufsleben. 2001 waren es erst 24 Prozent. •  bends zwischen 18 und 23 Uhr müssen mittlerweile 46 Prozent der A E ­ rwerbstätigen mehr oder weniger regelmäßig ran. Der Anteil der Abendarbeiterinnen und -arbeiter ist besonders stark gestiegen. Zur Jahrtausendwende waren es nur 36 Prozent. Ein Grund sind die längeren Öffnungszeiten von Supermärkten und Kaufhäusern. •  achts arbeiten immer noch 15 Prozent der Beschäftigten regelmäßig oder N gelegentlich in Fabriken, Hotels oder Krankenhäusern – hier haben die Statistiker eine leichte Zunahme festgestellt. • Schichtdienst gehört ebenfalls für etwa 15 Prozent der Erwerbstätigen zum Berufsleben – also für etwa sechs Millionen Menschen. Das ist eine Million mehr als nach der Jahrtausendwende. •  berlange Arbeitszeiten leisten vor allem Männer – jedenfalls wenn es um Ü bezahlte Tätigkeiten geht: Neun Prozent der männlichen Erwerbstätigen sind regelmäßig 48 Stunden in der Woche oder länger für die Firma im Einsatz. Bei Frauen sind es zwei Prozent. www.bundestag.de/presse/hib/2012_02/2012_082/01.html Brenscheidt appelliert deshalb an Unternehmen und Politik: „Sonntags oder besser das ganze Wochenende sollte so oft wie möglich frei sein, um gesundheitliche und soziale Risiken für Beschäftigte zu minimieren.“ Verantwortlich für die „Auflösung starrer Arbeitszeitstrukturen“ sei der Übergang von der Industrie- in die Dienstleistungsgesellschaft, erklärt das Bundesarbeitsministerium in seiner Antwort auf die Anfrage der Linkspartei. Unternehmen müssten sich höheren Anforderungen „hinsichtlich Produkt- und Servicequalität, Schnelligkeit und Kundenorientierung“ stellen. Das Arbeitsministerium unter Ursula von der Leyen (CDU) meint also, dass wirtschaftliche Zwänge und anspruchsvolle Kunden uns keine Wahl lassen. Es ist allerdings auch die Politik, die Abend­ arbeit mit liberalen Regeln für Ladenöffnungszeiten fördert. Natürlich gibt es auch familienfreundliche Unternehmen. Sie werden immer wieder ausgezeichnet. Das zeigt: Sie sind immer noch die Ausnahme. Eva Roth, Redakteurin DuMont-Redaktionsgemeinschaft *www.beruf-und-familie.de/ system/cms/data/dl_data/ fdd3341b55040a512c1768f4b577fe3e/ Monitor_Familienleben_2011.pdf Erziehung und Wissenschaft | 4/2012 19 20 Spannungsfeld: Familie – Schule – Kita Spannungsfeld: Familie – Schule – Kita // Die Kommunikation zwischen Elternhaus und Schule ist nicht selten schwierig. Und das nicht nur bei Sprachproblemen. Belastend sind Missverständnisse, aber auch der Zeitdruck. Was also tun? Die GEW sieht Lösungswege. // Eng und vertrauensvoll soll die Zusammenarbeit von Schule und Elternhaus im Interesse junger Menschen sein – darin sind sich Grundgesetz und die Gesetze der Länder einig. In der Theorie gibt es auch keinen Zweifel daran, dass Erziehungs- und Unterrichtsprozesse umso besser gelingen, je engagierter und vertrauensvoller Elternhaus und Schule zusammenarbeiten. Die Praxis zeigt allerdings, dass dies bei Weitem nicht immer der Fall ist: Sowohl von Eltern wie von Lehrkräften wird das Verhältnis zueinander nicht selten als konflikt- und spannungsreich erlebt. Es wäre zu einfach, wollte man die Gründe vor allem im persönlichen Vermögen oder Unvermögen, in Sympathie oder Antipathie der Beteiligten sehen und es bei Appellen an deren guten Willen und Vernunft belassen. Sicher – immer wenn Menschen gezwungen sind, miteinander zu kooperieren, bleiben Konflikte nicht aus. Aber dies allein erklärt die Streitpunkte nicht und liefert vor allem keine Lösungen. Die Zusammenarbeit zwischen E ­ lternhaus und Schule findet sowohl im formellen wie im informellen R ­ ahmen statt. Mitbestimmung und Mitwirkung in K ­ lassen- und Schulkonferenzen oder Elternberatung in festgelegtem Turnus etwa werden in allen Bundesländern in Gesetzen und Verordnungen verbindlich geregelt. Die informellen Formen sind vielfältig: Elternstammtische, Cafés, Elternaktivitäten im Schulalltag bis hin zu Konfliktund Lernstandsgesprächen. Alle diese Zusammentreffen bergen das Potenzial zu Konflikten, aber auch zu großartiger Unterstützung des Bildungsprozesses. Im Folgenden sollen einige typische Konfliktsituationen angesprochen und Lösungswege angedeutet werden. Nicht einig über Ziele und Stile Die wohl grundsätzlichsten Differenzen über Bildungs- und Erziehungsziele zwischen Elternhaus und Schule liegen im Bereich religiöser und weltanschaulicher Überzeugungen. Die verpflichtende Teilnahme am Sexualkundeunterricht etwa, die Klage konfessionsloser Eltern auf Entfernen des Kreuzes als religiösem Symbol im Klassenzimmer oder die Befreiung von Mädchen muslimischen Glaubens vom Schwimm­ nterricht haben Gerichu te – teilweise bis zum Europäi- schen Gerichtshof für Menschenrechte – beschäftigt. Eine einzelne Lehrkraft oder Schule kann mit der Lösung solcher Konflikte sehr schnell überfordert sein, sodass die Schul­ ufsicht das Maa nagement des Konfliktes übernehmen muss. Welche Aufgaben hat das Elternhaus, welche die Schule? Ist es überhaupt Sache der Schule, erzieherisch einzugreifen? Muss sie sich nicht auf ihre Rolle als Bildungsvermittlerin beschränken? Unabhängig davon, welche theoretische Position man in dieser Frage einnimmt, sehen sich die Lehrkräfte in der Praxis häufig mit dem Problem konfrontiert, dass die mangelnde Erziehungsleistung von Müttern und Vätern mit Blick auf Pünktlichkeit, Zuverlässigkeit, Ordnungsliebe oder Kooperations- und Hilfsbereitschaft produktive Lernsitu­ a­ ionen nachhaltig erschwert. Eine t ande­ re Konfliktkonstellation kann sich ergeben, wenn im Elternhaus ein auf Gewalt basierender Erziehungsstil herrscht und in der Folge die Kinder und Jugendlichen ihre Lehrkräfte, die ja zu gewaltfreiem Handeln verpflichtet sind, nicht respektieren. Aber es gibt auch das: Die Erziehung in der Familie kommt mit nur wenigen Kein „Schwarzer-Peter“-Spiel: Für ein produktives Miteinander müssen Schule und Elternhaus auf Augen­ öhe h und in gegenseitigem Respekt zum Wohle des Kindes kooperieren k ­ önnen – ohne sich bei Problemen wechselseitig die Schuld zuzuschieben. Erziehung und Wissenschaft | 4/2012 Missverständnisse Schwierigkeiten, einander zu verstehen, können ihre Ursachen im unterschiedlichen soziokulturellen Umfeld haben. So klaffen Vorstellungen über Mädchenerziehung etwa zwischen religiös-fundamentalistischen und modernen, liberalen Elternhäusern sehr weit auseinander. Verständigungsprobleme gibt es auch ganz vordergründig aufgrund sprachlicher Kommunikationsprobleme, wenn Eltern des Deutschen nicht mächtig sind und Dolmetscher nicht zeitnah zur Verfügung stehen. Doch auch im deutschsprachigen Umfeld gibt es Missverständnisse. Eltern verstehen z. B. häufig den Sinn des Pädagogen-Deutsch – etwa in Verbalbeurteilungen – nicht. 96 Prozent der Eltern wünschen sich laut Umfragen eine stärkere individuelle Förderung ihrer Kinder durch die Schule. 67 Prozent der Mütter und Väter kritisieren, dass sie vieles stemmen müssten was im Prinzip Aufgabe der Schule sei, und 65 Prozent der Eltern türkischer Herkunft fühlen sich fast immer oder häufig mit den Aufgaben als Elternteil eines schulpflichtigen Kindes überfordert.* Gerade in Halbtagsschulen wird erwartet, dass Eltern einen hohen materiellen oder zeitlichen Einsatz bei der Hausaufgabenbetreuung leisten. Vor allem mit Blick auf die individuelle Förderung sind Enttäuschungen und Konflikte vorprogrammiert, denn die realen zeitlichen Ressourcen der Lehrkräfte sind aufgrund zu großer Lerngruppen, unzureichender Ausstattung mit Lehr- und Lernmitteln, fehlender Unterstützung durch Aus- und Fortbildung oder Supervision sehr eingeschränkt. Gegenseitiger Respekt Doch bei allen Konflikten und Pro­ le­ b men: Für ein produktives Miteinander müssen Schule und Elternhaus auf Augenhöhe in gegenseitigem Respekt zum Wohle des Kindes kooperieren (können), ohne sich wechselseitig den Schwarzen Peter zuzuschieben. Es geht Fotos: imago Konfliktreiches Verhältnis – was tun? Regeln aus. In der großen Gruppe einer Schulklasse kann das – natürlich – ebenso zu Konfrontationen führen. Es bedarf dann erheblicher Anstrengungen der Lehrenden, ein kommunikatives Lernmilieu zu schaffen. Elternsprechtage reichen oft nicht aus, um sich über die Schülerinnen und Schüler auszutauschen und sich kennenzulernen. Generell gilt: Die Zusammenarbeit Schule-Elternhaus erfordert geeignete Räume und ausreichende Zeitkontingente für Lehrkräfte. jedoch nicht nur um Respekt vor den beteiligten Personen, sondern sie alle müssen auch akzeptieren, dass Schule und Familie voneinander unabhängige Systeme sind, die einer eigenen Logik mit unterschiedlichen Rollen, Pflichten und Regeln folgen. Lehrkräftedeputat reduzieren Damit Kooperation besser gelingen kann, muss dafür genügend Zeit zur Verfügung stehen und eine gute Atmosphäre geschaffen werden. Elternabende, bei denen gequälte Eltern z. B. auf den kleinen Stühlen ihrer Erstklässler sitzen müssen, sind eine Zumutung. Ganz wichtig: Die Kooperation und das Gespräch mit Müttern und Vätern müssen sowohl als notwendiger Teil der Lehrertätigkeit als auch als Bestandteil der Arbeitszeit anerkannt werden. Deshalb ist es überfällig, das Lehrerdeputat zu reduzieren. Schulen mit besonders hohem Kooperationsbedarf, der etwa Hausbesuche notwendig macht, brauchen Schulsozialarbeiter und professionelle Übersetzer. Um die Gräben soziokultureller Unterschiede zumindest teilweise zu überwinden, haben sich Schul-Cafés bewährt, in denen sich Eltern – zumeist Mütter – zwanglos treffen können. Dort kann es Vorträge über Kindererziehung, Sprachkurse und andere Angebote bis hin zum vertrauensvollen Gespräch ggf. mit Psychologen und Sozialpädagogen über Probleme des Alltags geben. Bei Lernproblemen eines einzelnen Kindes versprechen Gespräche am Runden Tisch gute Erfolge. Bei diesen Zusammenkünften hat niemand das Recht, von den anderen etwas zu verlangen. Alle Beteiligten – Eltern, Lehrkräfte, Schüler oder Schülerin – müssen vielmehr schriftlich erklären, welchen Beitrag sie zur Lösung des Problems leisten wollen oder können. Nach einer vereinbarten Zeit trifft man sich erneut und tauscht sich über den Fortgang des Vorhabens aus. Klar ist: Das Interesse der Eltern an Mitarbeit ist groß: 74 Prozent wollen sich in der Schule stärker engagieren.** Viele interessante Beispiele sind auch an Gesamtschulen und Ganztagsschulen zu finden, an denen es in der Regel Teil des Schulprofils ist, die Eltern einzubeziehen. Marianne Demmer, Leiterin des GEW-Organisationsbereichs Schule *Quelle: TNS Emnid 2010 **Forsa 2011 Erziehung und Wissenschaft | 4/2012 21 22 Tarifrunde 2012 Tarif- und Beamtenpolitik // Massive Warnstreiks und viel öffentlicher Zuspruch für die Forderungen der Gewerkschaften in der Tarifrunde 2012 – Arbeitgeber taktieren // Bereits die erste Verhandlungsrunde in der Tarifrunde 2012 für die angestellten Beschäftigten im öffentlichen Dienst bei Bund und Kommunen am 1. März war von taktischen Spielchen der Arbeitgeber geprägt. Sie forderten die Gewerkschaften auf, erst einmal ihre Forderung zurückzuziehen, bevor sie ein Angebot vorlegen würden. Darauf reagierten die Gewerkschaften bereits sehr früh mit intensiven Warnstreiks. Die Streikwelle rollte durch die Bundesländer und fast überall war die Streikbeteiligung höher als erwartet. 130 000 Streikende noch vor der zweiten Verhandlungsrunde – das hat die Arbeitgeber überrascht und beeindruckt. Da­ aufhin ließen sie am 12. März ihre Forderung nach einer r Unterwerfungsgeste der Gewerkschaften fallen und legten ein erstes Angebot vor. Dieses war allerdings in allen Belangen meilenweit von den Forderungen der Gewerkschaften entfernt: Das Einkommen sollte bei einer Tarifvertragslaufzeit von zwei Jahren zum 1. Mai 2012 um 2,1 Prozent und zum 1. März 2013 um weitere 1,2 Prozent steigen. Außerdem sollten die Beschäftigten eine Einmalzahlung in Höhe von 200  Euro für die zwei Nullmonate im März und April 2012 erhalten. Diese Einmalzahlung verkauften die Arbeitgeber als „soziale Komponente“. Eine Einmalzahlung ist jedoch das Gegenteil von sozial, weil dieser Betrag nicht tabellenwirksam ist. Sprich: Er ist im nächsten Jahr einfach weg. Auch bei der Darstellung der prozentualen Erhöhung übten sich die Arbeitgeber in Kosmetik. Sie rechneten vor der Presse dreist die 2,1 Prozent im ersten Jahr und die 1,2 Prozent im zweiten Jahr zusammen und präsentierten das als eine Gehaltserhöhung um 3,3 Prozent. Richtig gerechnet ergibt sich unter Einbezug der Nullmonate und der Einmalzahlung gerade einmal eine Steigerung von 1,77 Prozent pro Jahr. Das würde nicht einmal reichen, die Inflationsrate auszugleichen, die im Februar 2012 bei 2,3 Prozent lag. „Das erste Angebot, das die Arbeitgeber in der Tarifrunde für die Beschäftigten des öffentlichen Dienstes bei Bund und Kommunen gemacht haben, ist deshalb eine nicht akzeptable Mogelpackung. Es schreibt die Reallohnverluste der Beschäftigten fort. Das Angebot wäre selbst bei einer Laufzeit des Tarifvertrages von einem Jahr nicht ausreichend. Wir haben 6,5 Prozent für ein Jahr, als soziale Komponente mindestens jedoch 200 Euro im Monat gefordert. Die Arbeitgeber haben uns die halbe Verpflegung für die doppelte Strecke angeboten“, kommentierte GEW-Vorstandsmitglied Ilse Schaad. Die Gewerkschaften wiesen das Angebot entschieden zurück. Ab dem 19. März rollte die zweite Warnstreikwelle durch das Erziehung und Wissenschaft | 4/2012 Land, an der sich 215 000 Beschäftigte beteiligten. Dabei spielten die Kindertagesstätten eine entscheidende Rolle. Zahlreiche Einrichtungen blieben geTarifrunde schlossen. Viele Eltern zeigten sich mit 2012 den Streikenden solidarisch. Die Forderungen seien absolut nachvollziehbar und berechtigt, konnte man auch in vielen Zeitungen lesen. Gerade der öffentliche Dienst habe einen erheblichen Nachholbedarf in der Einkommensentwicklung. Der Verweis der Arbeitgeber auf die desaströse Finanzlage vieler Kommunen vermag nicht zu überzeugen. Natürlich sind viele Kommunen faktisch pleite. Das ist das Ergebnis einer verfehlten Steuerpolitik und schlechter Verteilung von Lasten und Pflichten. Es gibt neben den armen auch viele reiche Kommunen (s. E&W 3/2012). Insgesamt steigen die Steuereinnahmen, die Neuverschuldung geht zurück. Deshalb kann es nicht angehen, dass die Beschäftigten nun (abermals) die Zeche zahlen sollen. Es ist Aufgabe der Politik, für eine angemessene Finanzierung öffentlicher Einrichtungen zu sorgen und dabei eine gute Qualität der Angebote zu sichern. Viele Medienbeiträge beschäftigten sich in dieser Tarifrunde auch mit der sozialen Situation der Erzieherinnen. Trotz Fachkräftemangels arbeiten viele von ihnen unfreiwillig in Teilzeit. Das bedeutet nicht selten, dass sie ihr Gehalt durch Hartz-IVLeistungen aufstocken müssen. Die öffentlichen Arbeitgeber sparen zu Lasten der Beschäftigten und zu Lasten der Sozialversicherung. Erzieherinnen leisten eine anspruchsvolle, gesellschaftlich wichtige Arbeit. Die Anforderungen an Qualität und Qualifikation steigen kontinuierlich. In der Tarifrunde geht es darum, dass auch die Bezahlung stimmt. Die Beschäftigten haben durch eine hohe Streikbeteiligung deutlich gemacht, dass sie bereit sind, für ein gutes Tarifergebnis zu kämpfen. Beide Tarifparteien haben erklärt, im Falle eines Scheiterns der Verhandlungen nicht die Schlichtung anzurufen. Wenn es in der dritten Verhandlungsrunde zu keiner Einigung kommt, werden die Gewerkschaften zum Mittel von Urabstimmung und unbefristetem Erzwingungsstreik greifen. Oliver Brüchert, Referent im GEW-Arbeitsbereich Angestellten- und Beamtenpolitik Die dritte Verhandlungsrunde zwischen Gewerkschaften und Arbeitgebern für die Beschäftigten im öffentlichen Dienst bei Bund und Kommunen war bei Drucklegung der E&W noch nicht abgeschlossen. Alle Infos zur Tarifrunde finden Sie auf der GEW-Website u ­ nter: http://www.gew-tarifrunde-tvoed.de/Page16958.html „Regierung vergeht,  Verwaltung besteht!“ // Grün-Rot in Baden-Württemberg beschneidet Mitbestimmung. // Foto: imago Große Streikbereitschaft überrascht Arbeitgeber 23 In einem offenen Brief an den baden-württembergischen Mi­ Winfried nis­ erpräsidenten t Kretschmann (Bündnis 90/Die Grünen) hat die GEW Kritik d ­ aran geübt, dass auch unter der grün-roten Landesregierung das Mitbestimmungsrecht der Personalvertretungen massiv be­ schnitten wird. Kretschmanns Amtszeit habe im Mai 2011 vielversprechend begonnen, betonen Ilse Schaad, Leiterin des GEW-Arbeitsbe­ reichs Angestellten- und Beamtenpolitik, und die badenwürttembergische GEW-Vorsitzende Doro Moritz in ihrem gemeinsamen Schreiben. Im Koalitionsvertrag hatte GrünWinfried Kretschmann Rot angekündigt: „Im Personalvertretungsrecht werden wir die vorgenommenen Einschränkungen zurückführen und die Rechte der Interessenvertretungen mit Blick auf ihre verantwortungsvolle Aufgabenwahrnehmung ausbauen und ­ tärken.“ s Leider seien die Hoffnungen und Erwartungen, die dieses Signal bei den angestellten Lehrkräften an den Schulen geweckt hat, nicht erfüllt worden, so Schaad und Moritz. Da es für angestellte Lehrerinnen und Lehrer keine Entgeltordnung gibt, wird ihre Eingruppierung über sogenannte „Lehrerrichtlinien“ geregelt. Bei deren Ausgestaltung und Änderung haben die Personalvertretungen – höchstrichterlich bestätigt – ein Mitbestimmungsrecht. Schaad und Moritz weisen darauf hin, dass die Verwaltung in BadenWürttemberg unter Grün-Rot den Personalvertretungen diese Mitbestimmung ebenso vorenthalte wie dies bereits unter der schwarz-gelben Vorgängerregierung der Fall gewesen sei. Das enttäusche die GEW sowie viele Kolleginnen und Kollegen im Schuldienst. „Dass dazu in derart eklatanter Weise gegen bereits vielfach erstrittene höchstrichterliche Entscheidungen verstoßen wird, entsetzt uns“, heißt es in dem offenen Brief weiter. Das Vorgehen der Verwaltung erinnere an den etwas abgewandelten Spruch „Regierung vergeht, Verwaltung besteht!“. Schaad und Moritz bitten Ministerpräsident Kretschmann, eine Überprüfung zu veranlassen. uhe Die offenen Brief finden Sie auf der GEW-Website unter: www.gew.de/Regierung_vergeht_Verwaltung_besteht.html Das Land Niedersachsen und die Stadt Wolfsburg suchen gemeinsam zum 01.08.2012 für die Leitung der offenen Ganztagsgrundschule am Wohltberg in Wolfsburg eine/n innovative/n Schulleiter/in. Die Stadt Wolfsburg zeichnet sich durch eine weltoffene, moderne und familienfreundliche Atmosphäre aus. Als Hauptsitz des Volkswagen-Weltkonzerns befindet sich die Stadt in einem sehr dynamischen Prozess. In Wolfsburg erwarten Sie umfassende Bildungsangebote für Jung und Alt, große Naherholungsgebiete, Spitzensport sowie zahlreiche kulturelle und architektonische Highlights wie beispielsweise die Phæno-Experimentierlandschaft oder das Planetarium. Wolfsburg verfügt durch einen ICE-Bahnhof ferner über hervorragende Verkehrsanbindungen in Richtung Berlin und Hannover. Weitere Informationen zu Wolfsburg finden Sie unter www.wolfsburg.de. Die Stadt Wolfsburg engagiert sich in einem hohem Maße sowohl inhaltlich als auch finanziell für die Entwicklung ihrer Schulen. Die Stadt möchte den Kindern und Eltern ein umfassendes schulisches Angebot mit innovativen und modernen Lernarrangements bieten, welches auch die Belange von Familien und die Absicherung der Berufstätigkeit der Eltern im Auge hat. Insbesondere die Ganztagsgrundschulen werden daher finanziell vom Schulträger gefördert. Die Grundschule Wohltberg befindet sich im Stadtkern von Wolfsburg. Der Stadtteil ist ein sozialer Brennpunkt. Viele Kinder kommen aus einkommensschwachen Familien, es gibt viele Alleinerziehende und Familien mit Migrationshintergrund. Die Grundschule ist seit 2008 offene Ganztagsschule. Auf der Grundlage des „Rahmenkonzeptes zur Bildung und Betreuung an offenen Ganztagsgrundschulen in Wolfsburg“ arbeitet die Schule mit einem Sportverein als Träger der freien Jugendhilfe zusammen, der das pädagogische Personal für den Ganztagsbereich stellt. Um die Bildungschancen auch für die Kinder dieses Stadtteils zu erhöhen, liegt uns die Entwicklung dieser Schule sehr am Herzen. Besondere Entwicklungschancen – unsere Vision · · · Entwicklung der Schule zu einer Stadtteilschule mit einem gebundenen Ganztagsangebot Aufbau einer inklusiv arbeitenden Schule Modernisierung und Sanierung des Schulgebäudes orientiert an den Bedarfen individuellen Lernens Das wünschen wir uns von Ihnen: · · · · · Lust, eine Schule von Grund auf neu zu gestalten Leitungs- und Beratungserfahrung Kreativität, Engagement, Ideenreichtum Fähigkeit zur Initiierung und Begleitung von Bildungs- und Teamentwicklungsprozessen Organisationsvermögen, Belastbarkeit, Empathie und Teamfähigkeit Das bieten wir Ihnen: · einen engagierten Schulträger als Unterstützer im Gesamtprozess · den Aufbau einer modernen Schule in einem modernen Schulgebäude · ein junges und engagiertes Kollegium · Vernetzungsmöglichkeiten mit anderen Institutionen · Personalentwicklungsmaßnahmen, z. B. Schulleitungs-Coaching · Prozessbegleiter · Planstelle A 13, Beamtenverhältnis zum Land Niedersachsen (s.a. Ausschreibung SVB 3/2012) · Wir sind gerne bei der Suche nach geeignetem Wohnraum behilflich Ihre Bewerbung mit den üblichen Unterlagen richten Sie bitte bis zum 30.04.2012 an die Landesschulbehörde, Abt. Braunschweig, z. Hd. Frau Werk, Wilhelmstr. 62-69, 38100 Braunschweig. Für Fragen stehen Ihnen zur Verfügung: Landesschulbehörde, Frau Werk, T: 0531 / 484 32 31 Stadt Wolfsburg, Frau Bothe, T: 05361 / 282 952 Erziehung und Wissenschaft | 4/2012 24 Tarifrunde 2012 Mehr Geld für gute Arbeit! // Die Beschäftigten im öffent­ichen Dienst des Bundes und der Koml munen wollen mit Fug und Recht mehr Geld in der Lohntüte haben. Die Beteiligung an der ersten Warnstreikwelle, auch der GEWler in Kitas und an kommunalen Schulen, war besser als erwartet. Rund 130 000 Kolle­ innen und Kollegen gingen auf die Straße. Das hat die g Arbeitgeber beeindruckt. Sie legten ein Angebot vor, das jedoch weit unter den Forderungen der Gewerkschaften blieb. Gewerkschaften und Beschäftigte antworteten mit einer zweiten Warnstreikwelle, an der rund 215 000 Kolleginnen und Kollegen teilnahmen. Sie unterstützten die Gewerkschaftsforderung nach 6,5 Prozent, mindestens aber 200 Euro mehr Lohn im Monat. // Foto: dpa Erziehung und Wissenschaft | 4/2012 Titel Die Stadt für alle Lebensalter Seiten 1–2 Bild 2: In Potsdam/Brandenburg gingen 4000 Demonstranten auf die Straße, um die Tarifziele der Gewerkschaften in den Verhandlungsrunden zu unterstützen. Altersfreundliche Infrastruktur Altersgerechter Service Bild 4: Mitte März hat die zweite Warnstreikwelle Süddeutschland erreicht. Im baden-württembergischen Heil­ bronn versammelten sich mehrere tausend ­ ewerkschafterinnen und G G ­ ewerkschafter, um ihrer Forderung nach besserer Bezahlung unter dem Motto „Wir sind es wert!“ Nachdruck zu verleihen. Bild 5: Zahlreiche GEWler nahmen an den Protesten in Frankfurt am Main teil. Erzieherinnen und Erzieher kämpfen auch in der hessischen Metropole ener­ gisch für mehr Wertschätzung ihrer Arbeit, die sich in Barem ausdrücken soll. 6 Foto: dpa Foto: GEW 3 Inhalt: Bild 6: In Niedersachsen kam die zweite Warnstreikwelle Mitte März an. Mehrere tausend Beschäftigte legten am 19. März ganztägig ihre Arbeit nieder, in den Verkehrsbetrieben, Kitas und bei der Müllabfuhr. Alle Infos zur Tarifrunde – stets ­ ktuell – a finden Sie auf der GEW-Website unter: www.gew-tarifrunde-tvoed.de GEW-Kommentar: Lobby aller Generationen Seite 2 Generationenfreundliches Kaufhaus Seite 3 Lotsen begleiten in Bus und Bahn Seite 3 In Kürze Cartoon: Karl-Heinz Brecheis 5 Foto: GEW 2 1/2012 Bild 3: Starke Beteiligung an den Warnstreiks auch in Bayern, wo die GEW in Kitas und an kommunalen Schulen gut vertreten ist. Tenor der Protestler in der Landeshauptstadt München: „Uns reicht’s … nicht!“ 4 Foto: dpa Foto: imago 1 Bild 1: Viele Kolleginnen und Kollegen haben an Protestaktionen und Kundgebungen in den östlichen Bundesländern teilgenommen. In Sachsen-Anhalt, hier organisiert die GEW viele Beschäftigte in Kitas und Horten, versammelten sich bei einer Kundgebung in Halle an der Saale rund 4000 Gewerkschafterinnen und Gewerkschafter. Sie zeigten den öffentlichen Arbeitgebern „klare Kante“. Dialog Seite 4 Die Stadt für alle Lebensalter // Mehr als ein Viertel der D ­ eutschen wird 2030 im Renten­ alter sein. Das hat Folgen für die ­Stadt­ ntwicklung ebenso wie e für den Bedarf an Kindergärten und Pflegediensten. Eine „Seniorenstadt“ will jedoch kaum jemand. // Werden wir eine Republik der All ten? Fakt ist: In Deutsch­and werden immer mehr alte Menschen leben. b Laut Demografie­ ericht der Bundes­ regierung sind 2030 etwa 29 Prozent der Bevölkerung 65 Jahre oder älter. Im Jahr 2060 wird jeder Dritte mindestens 65 Jahre alt sein, es wird doppelt so viele 70-Jährige geben wie Kinder geboren werden. „Die Ver­ n­ erung ä d der Alterszusammensetzung wird das Leben in ländlichen und städti­ chen Res gionen spürbar ver­ ndern“, halten die ä Verfasser des Berichts fest. Der Anteil älterer Menschen steige am meisten in Mittel- und Kleinstädten außerhalb von städtisch geprägten Regionen und auf dem Land, denn junge Menschen zieht es in wirt­ chaft­ich prosperierende s l Städte, wo sie Ar­ eit finden. Das Infrab struktur-Angebot werde sich stärker an den Bedürfnissen der Älteren ausrichten müssen. Im Vordergrund der Planer stehen daher Pflege- und Gesundheits­ dienstleis­ un­ en, aber auch Einkaufs­ t g möglichkeiten und ein Wohnungs­ n­ a gebot, das ein selbstständiges Leben bis ins hohe Alter ermöglicht. Nur wenige können sich vorstellen, in einer „Seniorenstadt“ zu leben. Bei der Befragung „Alternsfreundliche Stadt“ der Bundesarbeitsgemeinschaft der Se­ i­ ­ en-Organisationen (BAGSO) n or befür­ orteten 90 Prozent der Teilneh­ w menden eine Stadt für alle Lebensalter. Das Bedürfnis, in die Natur zu gehen, mobil zu sein und nicht zu vereinsamen, ä ver­ ndere sich nicht mit dem Alter, sagt die Soziologin Heidrun Mollenkopf vom BAGSO-Expertenrat. Eine wichtige Er­ kennt­ is für eine alternsgerechte Stadt­ n entwicklung. Diese dürfe nicht nur bau­ liche und technische Veränderungen in den Blick nehmen, sondern müsse auch organisatorische und soziale Belange einbeziehen. Mollenkopf nennt neben Dialog | 1/2012 2 Altersfreundliche Infrastruktur zur Orientierung. Gehbehinderte wol­ len alles glatt haben, davon profitieren auch Inliner und Radfahrer.“ Boenke folgert daher: „Die Stadt für alle muss indi­ i­ uell geplant sein.“ Jeder erreiche vd seine Grenzen an anderen Punkten – unab­ ängig vom Alter, sagt der Experte, h der sich bei der Studiengesellschaft für un­ erirdische Verkehrsanlagen mit dem t Thema Verkehrssicherheit für ­ ltere ä Men­ chen befasst. Die Lösung lautet: s „Design für alle.“ Boenkes Vorschlag: „barrierefreie Wegeketten schaffen, nicht so sehr an Einzelmaßnahmen d ­ enken.“ Fuß-Utopie Die Verkehrsplanung muss sich nach Auskunft von Prof. Georg Rudinger an ungeschützten, verletzlichen Verkehrs­ teilnehmern ausrichten. Damit schließt der Wissenschaftler sowohl die wach­ Generationenfreundliches Kaufhaus sende Gruppe der älteren Radfahre­ rinnen und Fußgänger als auch Kinder ein: Sie sind körperlich weniger wider­ standsfähig, was das Verletzungsrisiko erhöht. Seinen Angaben zufolge ist das Fahrrad bei 40 Prozent der Älteren das am meisten genutzte Verkehrsmittel. Zwei Drittel der Wege im Wohnumfeld legen diese zu Fuß zurück, erledigen Besorgungen und treffen andere Men­ schen. Mobilität sei somit ein ent­ chei­ s dender Faktor für Lebens­ ualität und q sollte so lange wie möglich gewähr­ leistet sein, betont Rudinger. In seinem Szenario für 2030 bevölkern Fußgänger und Radfahrer eine Stadt mit Parks, Bänken und Bäumen, der Autoverkehr ist auf schmale Mittel­ treifen der Stra­ s ßen beschränkt. // Einkauf und Nahverkehr: Modelle für Jung und Alt // Breite Gänge, geräumige Um­ lei­ e­ k d kabinen, Zustellservice – mit diesen Standards können Einzel­ ändler ein h Zertifikat erwerben. Das Qualitätszei­ chen „Generationen­ reund­iches Ein­ f l kaufen“ steht für Komfort, Service und eine Inneneinrichtung, die sowohl alten Menschen als auch Roll­ stuhlfahrern und Eltern mit Kinderwagen das Einkau­ fen erleichtert. Einzelhändler müssen dafür bis zu 58 Prüfkriterien erfüllen. Bewertet werden die Erreichbarkeit des Geschäfts, Sortiments- und Laden­ gestaltung eben­ o wie Einkaufshilfen. s Fahrtreppen, rutsch­ este Bodenbeläge, f Sitz­gelegen­heiten und Umkleidekabi­ Barbara Haas, freie Journalistin GEW-Kommentar: Lobby aller Generationen Braucht die Stadt vorrangig bezahlba­ ren Wohnraum für Seniorinnen und Se­ nioren oder mehr Kin­ ergartenplätze? d Was wird aus der Dorfgemeinschaft, wenn es am Ort keine Arbeitsplätze mehr gibt? Wie viele neue Staatsschul­ den können wir künftigen Generationen noch aufbürden? Bevor in solchen Fragen über die Köpfe der Älteren hinweg entschieden wird, sollte ihre Meinung gehört werden. Sie sind die Expertinnen und Experten in eigener Sache. Je besser sie sich dabei organisieren, desto nachdrücklicher können sie sich und ihren Positionen Gehör verschaffen – als Mitglied einer Dialog | 1/2012 Initiative, im Seniorenbeirat der Stadt und ganz besonders in den Gewerk­ schaften. Dort haben viele Ältere ihre politische Heimat. Es gibt Strukturen, um den Interessen unterschiedlicher Alters- und Berufsgruppen eine Lobby zu verschaffen. Ein Thema, das beim Mitglieder­ reffen t im Stadt- oder Kreisverband der GEW allen auf den Nägeln brennt, gelangt so auf die Landes­ bene, wird von der Spit­ e ze der Organisation aufgegriffen und in die Öffentlichkeit getragen. So kann eine starke Lobby entstehen. Die GEW begreift Seniorenpolitik als Teil ihrer In­ teressenvertretung. Gewerkschafts- und organisations­ olitische Entscheidungen p betreffen nicht nur Mitglieder, die aktiv im Beruf stehen. Junge können dabei von den Erfahrungen der Älteren profitieren, aber die Alten auch von den Jungen ler­ nen. Die Gewerkschaften befinden sich in einem Generationendialog. Gemein­ // In Gera können hilfsbedürftige Menschen für Fahrten mit Bus und Straßenbahn eine t Beglei­ erin oder einen Begleiter anfordern. // Anne Jenter sames Engagement ist der Schlüssel zum Erfolg – und ganz nebenbei: Wer sich in einer Gemeinschaft engagiert, läuft nicht so schnell Gefahr zu vereinsamen. Anne Jenter, Leiterin des GEW-Arbeitsbereichs Frauenpolitik Das Qualitätszeichen „Generationen­ freundliches Einkaufen“ steht für Kom­ fort, Service und eine Innenausstattung, die den Bedürfnissen Älterer entspricht. lassen. Kaufhof will alle 113 Filialen so ausrichten, dass der Einkauf für alle Ge­ nerationen barrierefrei und ange­ ehm n ist. Die Händler müssten sich auf ältere Menschen einstellen, 2020 werde jeder dritte Kunde mindestens 60 Jahre alt sein, sagen Branchenexperten. B.H. Lotsen begleiten in Bus und Bahn Foto: privat // Alte Menschen sollten ihre Interessen als Expertinnen und Experten in eigener Sache vertre­ ten. Die Gewerkschaften können eine starke Lobby für alle Gene­ rationen sein. // nen mit Halte­ riff und Brillenablage g g ­ ehören dazu. Punkten können Ge­ schäfte auch mit gut lesbaren Etiketten, kleinen Packungen für alleinstehende Men­ chen, einer Kinderspielecke oder s einem Lieferservice für die Waren. In zerti­ ­ ierten Filialen der Galeria Kaufhof fiz etwa begleiten geschulte Mitarbeiterin­ nen und Mitarbeiter Sehbehinderte und Blinde beim Einkauf. Die Demo­ rafie­ g beauftragte des Unternehmens, Andrea Ferger-Heiter, hat das Qualitätssiegel mitinitiiert. Auch weitere Handels­ n­ u ternehmen beteiligten sich feder­ füh­ rend ebenso wie der Handels­ erband v Deutschland, die Verbraucher­ entralen z und das Familienministerium. Mehr als 2500 Geschäfte bundesweit haben sich laut Ferger-Heiter bereits zertifizieren Die Verkehrsbetriebe setzen zehn d n „Mobil-Lotsen“ ein, die Kun­ in­ en und Kunden auf Wunsch ab der Haustür zu ihrem Ziel und zurück bringen. Ob Arzttermin, Theatervorstellung oder Behördenbe­ uch – die Lotsinnen und s Lotsen be­leiten Rollstuhlfahrerinnen g s und Roll­ tuhlfahrer, Sehbehinderte oder alte Menschen mit einem Rolla­ tor ebenso wie den Schüler, der wegen eines Gips­ eins an Krücken läuft. Wer b das Hilfsangebot in Anspruch nehmen möchte, muss sich zuvor nur telefo­ nisch oder per Internet anmelden. Der Service ist kos­ en­os, lediglich die Fahr­ t l karte muss be­ ahlt werden. Im ersten z Jahr wurde das seit 2010 bestehende Angebot nach Anga­ en der Geraer b Verkehrsbetriebe (GVB) 1200 Mal ge­ nutzt, der Zuspruch wachse stetig. Die Mobil-Lotsen sind ehemalige Langzeit­ arbeitslose. Zu­ ächst arbei­ e­ en sie als n t t Ein-Euro-Jobber, mittlerweile erhalten sie 900 Euro monatlich für den täglich sechsstündigen Einsatz. Der Be­ leit­ g service ist Teil des Modellprojekts „Bür­ gerarbeit“ für gemeinnützige Ar­ eit, b das bis 2014 vom Jobcenter fort­ eführt g wird. Die Idee für den Service hatte der r Fahrgastbeirat der GVB. Da­ aus ent­ stand ein Gemein­ chafts­ rojekt der s p Verkehrs­ etriebe mit dem Blinden- und b Foto: Geraer Verkehrsbetriebe der barrierefreien Erschließung „siche­ re Wohlfühlgegenden“ und gegenseiti­ ge Rücksichtnahme. „Die altersfreundli­ che Stadt ist gut für alle Menschen, für die Umwelt, für gemeinsames Erleben“, fasst sie zusammen. Sitzmöbel oder eine Stütze zum An­ leh­ en am Buswartehäuschen sind für n ge­ rechliche Menschen ebenso nötig b wie für Passanten, die vom Einkaufs­ bum­ el erschöpft sind. Treppen m und Stufen, die sich durch farbliche Kon­ raste vom Boden abheben, ge­ t ben nicht nur Sehbehinderten mehr ­Sicherheit. Zuweilen schafft Stadt- und Verkehrs­ planung aber auch Probleme, weil sie un­ erschiedliche Bedürfnisse nicht t b r s ­ e­ ück­ ichtigt. Als Beispiel führt der Inge­ ieur Dirk Boenke den „Zielkonflikt n zwischen Geh- und Sehbehinderten“ an: „Sehbehinderte brauchen Kanten Altersgerechter Service An den gelben Taschen sind die MobilLotsen im Einsatz zu erkennen. Seh­ ehindertenverband Thü­ in­ en, b r g dem Jobcenter und der Stadt. Der Ver­ band und die GVB ­ e­ eiteten die Mobilb r Lotsen mit einer speziellen Aus­ il­ ung b d auf ihre Aufgabe vor. Die Lot­ innen und s Lotsen ergän­ en laut GVB die Bemü­ z hungen, den Nahverkehr frei von Hin­ dernissen für Menschen mit kör­ er­i­ p l chen Einschrän­ ungen zu ­ achen. B.H. k m Dialog | 1/2012 3 4 Meldungen Bildungspolitik In Kürze Wie bewältigen ältere Pädagoginnen und Pädagogen den Stress im Job? Aktivitäten, Vorträge und Informa­ ti­ ­ en zum Älterwerden bietet der on Deut­ che Seniorentag der Bundes­ s arbeits­ emeinschaft der Senioren-Or­ g n s ti n ga­ i­ a­ o­ en (BAGSO). Die Veran­ taltungen vom 3. bis 5. Mai s sollen Anregungen geben, das Altern zu nutzen, um dazu­ ulernen, sich zu enga­ z gieren und mit­ ugestalten. Die Devise z heißt „Ja zum Alter“. Im Congress Cen­ ter Hamburg werden Technologien vor­ gestellt, die hel­ en, Wissen zu erwerben f und Erfah­ ungen weiterzugeben. r Aspekte wie das Dasein als Großeltern oder die Situation alleinstehender Frau­ en kommen ebenso zur Sprache wie finanzielle Vorsorge und Alters­ rmut. a Die GEW bietet zusammen mit dem Sozialverband Deutschland und Volks­ solidarität am 4. Mai die Veran­ tal­ ungs­ s t reihe „Ja zum Alter in sozialer Sicher­ heit“ an. Der Gesundheit ist ein weiterer Schwerpunkt des Kongresses gewidmet. Die GEW ist mit IG BAU und der Eisen­ bahn und Verkehrsgewerkschaft (EVG) am Stand C 14 in Halle H zu finden. Weitere Informationen und Programm im Internet unter: www.deutscher-seniorentag.de Kraft tanken für den Beruf Wie ältere Lehrerinnen und Lehrer die Anforderungen im Beruf meistern, ist Thema eines Seminars der GEW-Lan­ desverbände im Norden. Zur Sprache kommen Schulentwicklung, längere Arbeitszeiten und zunehmende An­or­ f derungen. Das Seminar „50 plus – schaf­ fe ich die Arbeit oder schafft sie mich?“ verspricht Hilfen, um den Stress im Be­ rufsalltag abzubauen und neue Kraft zu tanken. Es findet vom 9. bis 11. Mai in Brodten bei Travemünde statt. Anmeldung über GEW Hamburg: Annette Meents, Telefon 040/414633-22, gba@gew-hamburg.de Dialog | 1/2012 Foto: zplusz Ulrich Thöne Weiterer Termin: 13. bis 15. Juni in Bad Zwischenahn Anmeldung über GEW Bremen: Bettina Siemers, Telefon 04 21/3 37 64-0, service@gew-hb.de Dokumentation zum Seniorentag „Altersbilder aktiv gestalten – Alter so­ zial absichern“ lautet der Titel zweier aktu­ ller Veröffentlichungen der GEW. e In einer Broschüre wird die Senioren­ politik der Gewerkschaften unter dem Gesichts­ unkt Solidarität für alle Gene­ p ra­ onen vorgestellt. Die Broschüre ti ist zum Preis von 1,50 Euro zuzüglich Versand­ osten erhältlich über broschu­ k eren@gew.de oder Telefon 069 789730. Die Dokumentation des Seniorinnenund Seniorentages, den die GEW im Mai 2011 mit Unter­ tützung des Bundesmi­ s nisteriums für Senioren veranstaltet hat, trägt ebenfalls den Tagungstitel „Altersbilder aktiv gestalten – Alter so­ zial absichern“. Dokumentation und Broschüre stehen zum Download unter www.gew.de/ Seniorentag.html zur Verfügung. Schüler in den Beruf begleiten Die Ehrenamt-Agentur in Essen sucht Mentorinnen und Mentoren für Schü­ lerinnen und Schüler. Gefragt sind en­ ga­ ierte Erwachsene, die Zwölf- bis g 14-Jährigen den Weg zum schulischen und beruflichen Erfolg weisen möch­ en. t Das Programm dauert etwa ein halbes Jahr. Die Agentur betreut die Ehrenamt­ lichen während dieser Zeit. Ansprechpartnerin bei der Agentur: Sandra Hartjes, Telefon 02 01/8 39 14 90, info@ehrenamtessen.de Impressum Herausgeber: Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft Hauptvorstand Postfach 90 04 09 60444 Frankfurt/M. Tel.: (069) 7 89 73-0 Fax: (069) 7 89 73-2 01 E-Mail: info@gew.de Internet: www.gew.de Redaktion: Ulf Rödde (verantwortlich), Anne Jenter, Helga Haas-Rietschel, Barbara Haas, Frauke Gützkow, Hildegard Klenk, Hedda Lungwitz Gestaltung: Werbeagentur Zimmermann GmbH, Frankfurt/M. April 2012 Foto: Kay Herschelmann Kongress und Messe für Senioren Wettbewerbsföderalismus ­ escheitert – g Kooperationsgebot notwendig! // GEW-Kommentar: Bund soll bei der Bildungs­ finanzierung künftig ­ ieder mitmischen. // w Die Kritiker haben Recht behalten: Das Kooperationsverbot zwischen Bund und Ländern in der Bildungspolitik verschärft die Probleme. Sechs Jahre nach der Föderalismusreform I si­ gnalisieren Regierung und Opposition, Bund und Länder Be­ reitschaft, das Kooperationsverbot im Grundgesetz ganz oder teilweise fallen lassen zu wollen. SPD, Linke und Bündnisgrüne haben entsprechende Anträge in den Deutschen Bundestag, die Länder Schleswig-Holstein und Hamburg in den Bundesrat eingebracht. Bundesregierung und Unionsfraktion im Bun­ destag sehen gleichfalls Chancen. Es bewegt sich was – aber auch in die richtige Richtung? Gewerkschafter, Wissenschaftlerinnen und Fachpolitiker hatten von vornherein auf die Gefahren eines konkurrenzbasierten Föderalismus in der Bildungspolitik hingewiesen. Das Kernpro­ blem: Die finanzstarken Länder laufen den schwachen davon, der Bund kann seine Gelder nicht zielführend ins Spiel bringen. Ein Trend, den die Schuldenbremse in den kommenden Jahren massiv verschärfen wird. Die Folgen: Bildungsgerechtigkeit nimmt weiter ab und der Bund verjubelt viel Geld in einigen sinnlosen Projekten, Stichwort: „Deutschlandstipendium“. Diese Erkenntnis hat jetzt offenbar auch die politischen Spit­ zen erreicht. Sie sehen sich getrieben von den Herausforde­ rungen, die im Bildungswesen vor uns liegen: 7,5 Millionen funktionale Analphabeten, 17 Prozent der 20- bis 29-Jährigen ohne Berufsausbildung, jährlich 60 000 Jugendliche ohne Schulabschluss, der Krippenausbau vor dem Scheitern, die Studierendenquote trotz überfüllter Hochschulen zu gering und, und, und … Das alles vor dem Hintergrund eines bildungspolitischen Fli­ ckenteppichs. Kein Wunder, dass sich die meisten eine länder­ übergreifende Bildungspolitik wünschen. Fest steht: Der Wettbewerbsföderalismus ist gescheitert. Beim Dresdner Bildungsgipfel 2008 hatten Bund und Länder über alle ideologischen Grenzen hinweg angekündigt, die Pro­ bleme gemeinsam anzupacken. Zehn Prozent des Bruttoin­ landsprodukts (BIP) sollten künftig für Bildung und Forschung ausgegeben werden. Die Realität sieht jedoch anders aus: Kürzungen statt Investitionen stehen auf der Tagesordnung. Es ist deshalb grundsätzlich richtig, wenn Bund und Länder jetzt versuchen, die falsche Weichenstellung von 2006 zu kor­ rigieren. Es ist aber inkonsequent, wenn sie nur darum feil­ schen, ob der Bund lediglich Finanzhilfen gewähren oder auch inhaltlich Bildungspolitik beeinflussen darf. Und ob ihm dies nur im Bereich der Hochschulen oder auch in der allgemeinen Bildung erlaubt sein soll. Noch schlimmer könnte es kommen, wenn das Kooperationsverbot Teil eines Deals wird, bei dem z. B. die Zustimmung, das Grundgesetz zu ändern, vom Ja zu Steuersenkungen abhängig gemacht würde. Konsequent wäre hingegen, wenn Bund und Länder sich da­ rauf verständigten, die drängenden Sachfragen gemeinsam anzugehen. Wie in Finnland in den 1970er-Jahren müssen machtpolitische und ideologische Erwägungen beiseitege­ schoben und eine Lösung aus einem Guss angestrebt werden. 7,5 Millionen Menschen, die nicht richtig lesen und schreiben können, sind kein Problem einzelner Bundesländer, sondern ein gesellschaftlicher Skandal, der alle betrifft. Das Grundge­ setz zu ändern, ist das eine, die praktische Zusammenarbeit aber das andere. Beides ist unverzichtbar. Ziel muss eine Ge­ samtverantwortung von Bund und Ländern in der Bildungs­ politik sein. Ein Kooperationsgebot das Ergebnis! Nur so kann das Recht auf gute und gleichwertige Bildung für alle Men­ schen umgesetzt werden. Insofern stehen wir am Anfang ei­ ner Diskussion. Die GEW wird sich daran intensiv beteiligen. Ulrich Thöne, GEW-Vorsitzender Erziehung und Wissenschaft | 4/2012 29 30 Bildungspolitik – Länderserie Bildungspolitik – Länderserie E&W-Länderserie zur aktuellen Bildungspolitik in Bayern // Bayerischer Sonderweg: Die konservative Landesregierung hält beharrlich am dreigliedrigen Schulsystem fest. Die meisten Schülerinnen und Schüler stehen daher unter permanentem Dau­ erdruck. // Foto: Pat Christ Unter dem Motto „Mehr Lehrkräfte und humane Lernbedingungen!“ rief die GEW zusammen mit anderen Verbän­ den am Bamberger „Gabelmann“, dem Der bayerische Löwe mag noch immer nicht am dreigliedrigen Schulsystem rütteln. Erziehung und Wissenschaft | 4/2012 bekanntesten Brunnen der Stadt, An­ fang Februar zur Kundgebung auf. Ernst Wilhelm, oberfränkischer GEW-Vorsit­ zender, hat die Protestveranstaltung mitorganisiert. Ihn und viele andere Lehrkräfte macht es wütend, unter wel­ chen Bedingungen sie in Bayern arbei­ ten müssen. „Die Rahmenbedingungen sind nicht menschengerecht!“, empört er sich. Zwar schneiden die bayerischen Schü­ lerinnen und Schüler beim Bundeslän­ derranking gut ab, was Ministerpräsi­ dent Horst Seehofer (CSU) 2010 zur vollmundigen Aussage veranlasste, dies liege an der „eindeutigen Über­ legenheit eines intelligent vernetzten Schulsystems“ mit Hauptschule, Real­ schule und Gymnasium. Pädagoginnen und Pädagogen hingegen sprechen von äußerst steinigen Bildungswegen, die zum Erfolg führen. „Die verschiedenen Schularten erzeugen einen Dauerdruck auf die meisten Schüler“, kritisiert Wil­ helm. Wer in Bayern die Schulbank drückt, müsse teilweise täglich eben­ so lange „für sein Notenbild arbeiten“ wie Mama und Papa für ihr Gehalt. Und das drohe alle Beteiligten krank zu ­machen. Wer den Druck nicht aushält, gerät in Gefahr zu scheitern. Nicht zuletzt, weil es an individueller Förderung fehlt. Die wird zwar in bayerischen Lehrplänen und Pressemitteilungen des Kultus­ ministeriums als „selbstverständlich“ bezeichnet, aber, bemängelt Wilhelm: „Die Landtagsmehrheit ist nicht bereit, genügend Personal dafür einzustellen.“ Auch hapere es am pädagogischen Verständnis: „Unter Förderung wird von der Schulpolitik meist verstanden, Defizite zu verringern, damit die wei­ terhin geltenden Notenhürden besser geschafft werden können.“ Dabei sei jede gute Lehrkraft bemüht, jedem Einzelnen zu helfen, seine per­ sönlichen Lernerfolge zu steigern. Kon­ terkariert werde dieses Bestreben, so Wilhelm, durch die Vorgabe, alle Schüler einer Klasse zum selben Zeitpunkt zu prüfen. Daran will das bayerische Kultus­ ministerium allerdings weiter festhalten, Dreiklassengesellschaft Im Schuljahr 2010/2011 gingen 30,1 Prozent der bayerischen Achtklässler in eine Hauptschule, 3,5 Prozent besuchten eine För­ derschule, 32,2 Prozent eine Re­ alschule, drei Prozent eine Wirt­ schaftsschule, 32,2 Prozent ein Gymnasium, knapp ein Prozent eine Waldorfschule. Auffällig ist der unterschiedlich hohe Anteil von Schülern nichtdeutscher Her­ kunft in den verschiedenen Schul­ arten. Nur 3,9 Prozent der Kinder und Jugendlichen mit Migrations­ hintergrund gehen in Bayern aufs Gymnasium (Herbst 2010). Ihr Anteil in den Förderschulen ist hingegen mit 10,4 Prozent aller Förderschüler ­ berproportional ü hoch, da ihr Gesamtanteil an der Schülerschaft bei 7,2 Prozent liegt. pat Quelle: Bayerisches Landesamt für Statistik so Pressesprecher Ludwig Unger. Das, behauptet er, habe etwas mit Vergleich­ barkeit zu tun. Im Übrigen sei die indivi­ duelle Förderung seit dem Amtsantritt von Bildungsminister Ludwig Spaenle (CSU) 2008 „deutlich“ ausgebaut wor­ den: „Zum Beispiel durch Förderstunden in Mittel- und Realschulen.“ Inklusion macht Angst Unter den gegebenen Umständen auch noch den Gedanken „Inklusion“ voran­ zutreiben, empfinden viele Lehrkräfte als schier unzumutbar, sagt die bayeri­ sche GEW-Vorsitzende Gele Neubäcker. Immer mehr Kinder mit Verhaltensauf­ fälligkeiten, geistiger Behinderung, Au­ tismus oder psychischen Störungen sit­ zen in den Klassen: „Mit diesen Kindern und Jugendlichen umzugehen, dafür sind unsere Lehrkräfte nicht ausgebil­ det.“ Auch das Fortbildungsangebot für jene, die sich nachträglich fit machen möchten, sei alles andere als üppig. Zudem sei auch der Mobile Sonderpäda­ gogische Dienst (MSD) personell zu schlecht ausgestattet: „Und dar­ um völlig überfordert“, sagt Neubäcker. Wenig verwunderlich, dass die Umsetzung der Inklusion weithin auf Skepsis, teilweise auch auf massiven Wi­ derspruch stößt. So berich­ tete Christa Feineis, Rektorin der Volksschule Buchbrunn nahe Kitzingen, bei einer Inklusionsta­ gung in Würzburg: „Viele unse­ rer Lehrerinnen und Lehrer haben Angst vor all den Pro­ lemen, die nun b auf sie zukommen. Sie finden, dass die Reform zu schnell eingeführt wurde.“ Groß sei die Diskrepanz zwischen der „radikalen“ bildungspolitischen Forde­ rung nach Inklusion und der „massiven Outputorientierung des Schulsystems“, ergänzt der Würzburger Sonderpädago­ ge Reinhard Lelgemann. Noten spielen nach seiner Beobachtung in Bayern eine größere Rolle denn je. Immer mehr Lehrende, Eltern und Schüler wollen sich mit dem Status quo in Sachen Bildung aber nicht zufrie­ dengeben. Das macht Gele Neubäcker Mut. „Ich werde die Abschaffung des dreigliedrigen Schulsystems noch erle­ ben“, ist die 57-Jährige überzeugt. Die Staatsregierung könne den Gegenkräf­ ten einfach nicht mehr länger stand­ halten. Was Pressesprecher Unger zur süffisanten Aussage veranlasst: „Auch 2060 werden wir in Bayern ein differen­ ziertes Schulwesen für alle haben.“ Die „Utopie“ einer „Schule für alle“ sei nach den gescheiterten Gesamtschulmodel­ len in Hessen und Nordrhein-Westfalen „auf dem bildungspolitischen Friedhof gelandet“. Dass Eltern – so Neubäcker – sozusa­ gen ein „Grundschulabitur“ benötigen, um den Sohn oder die Tochter für das Gymnasium anzumelden, sorge für re­ gelrechte „Dramen“ in den Familien. Grafik: zplusz Unter Dauerdruck Bloß nicht auf die Hauptschule müs­ sen! Denn dann, so sind Mütter und Väter überzeugt – und die Wirklichkeit gibt ihnen nur allzu oft Recht –, haben ihre Kinder kaum Berufschancen. „Nur“ Hauptschüler zu sein, ist gesellschaftlich wenig wert. So kommt es zu „Überreak­ tionen“ mancher Eltern, die, so Neubä­ cker, „jede Bewertung nachrechnen“. Wehe, es fehlt ein halber Punkt. Dann gibt es richtig Ärger. Bayerns Heranwachsende gehen durch eine harte Schule. In der wirtschaftlich verwertbare Leistung viel zählt – mit­ unter alles. So müssen sich Lehrerinnen und Lehrer laut Neubäcker neuerdings teilweise dafür rechtfertigen, dass sie eine Klassenfahrt unternehmen oder ein Theater besuchen wollen. Könnte in dieser wertvollen Zeit doch der für das „Grund­ schulabitur“ notwendige Stoff gebüffelt werden. „Pä­ dagogen werden zu Auslese­ beamten, deren Anstrengun­ gen häufig als nebensächlich gelten, sobald die Zensuren vergeben sind“, bestätigt Ernst Wilhelm. Die zwangsweise schulische Trennung spalte überdies die Gesellschaft: „Aufsteiger und Nichtaufsteiger werden sich fremd.“ Angesichts rückläufiger Schüler­ zahlen befasst sich Minister ­Spaenle jedoch lediglich mit der Frage, in­ wieweit frei werdende Räume für Leistungsanhebungen an den in „Mit­ telschulen“ umbenannten Hauptschu­ len genutzt werden könnten. An der Hauptschule selbst, die im Nachbar­ land Baden-Württemberg abgeschafft werden soll, will er nicht rütteln. „Bay­ ern nimmt viel Geld in die Hand, damit wir den jungen Menschen auch künftig vor Ort passgenaue Bildungsangebote in einem differenzierten Schulwesen unterbreiten“, erklärte der CSU-Politi­ ker zu Beginn dieses Schuljahres. Die einzelnen Schularten sollten allerdings stärker kooperieren. Unter dem Mot­ to: „Zusammenarbeiten statt Zusam­ menlegen“. Pat Christ, freie Journalistin Kinderbetreuung à la Bavaria Bei der Kinderbetreuung hinkt Bayern weit hinterher: Rund 66 600 Kinder, die jünger als drei Jahre sind, wurden am 1. März 2011 nach Angaben des Statisti­ schen Landesamtes in Bayern betreut. Das entspricht einer Quote von 20,6 Pro­ zent. Damit rangiert Bayern bundesweit am unteren Ende der Skala. In SachsenAnhalt etwa liegt die Betreuungsquote mehr als doppelt so hoch. Innerhalb des Freistaats schwankt die Quote der betreuten Kleinkinder in den verschiedenen Regionen stark. In der Stadt München liegt sie mit 27 Prozent deutlich über dem bayerischen Durchschnitt. Im oberbayerischen Landkreis Mühldorf am Inn hingegen beträgt sie gerade einmal 9,3 Prozent. pat Quelle: Bayerisches Landesamt für Statistik Erziehung und Wissenschaft | 4/2012 31 32 Jugendhilfe Sind Seifenblasen immer rund? Wieso gluckert es, wenn man eine h ­ albvolle Wasser­ asche dreht? fl beiterinnen nahmen an den Workshops der Stiftung teil und gaben ihr Wissen an die Kolleginnen weiter. Zum Beispiel Marianne Kutscha. „Auf den Fortbildungen habe ich endlich vieles verstanden, was ich in der Schu­ le nie gelernt hatte.“ Wie funktioniert ein Stromkreislauf? Wann wechselt der Strom die Richtung? Wie lässt sich Bewegung in Energie umsetzen? Und erstaunlich, dass ein Tropfen Spülmit­ tel die Oberflächenspannung des Was­ sers so verändert, dass ein Papierboot schwuppdiwupp untergeht. In den Fortbildungen hat Kutscha mit Strom und Wasser, Wind und Licht experi­ mentiert, hat Anregungen bekommen, wie sie sich mit den Kindern naturwis­ senschaftlichen Fragen nähern kann: Erst Vermutungen sammeln. Etwa: Sind Seifenblasen immer rund? Dann aus­ probieren. Puste sie doch mal durch einen eckigen Draht. Schließlich das ge­ meinsame Nachdenken: Was haben wir hier eigentlich erfahren und was lernen wir daraus? Das ist wissenschaftliche Methodik auf kindgerechtem Niveau. Kutscha: „Ich habe selbst Lust aufs For­ schen bekommen.“ Genauso hat sich Peter Rösner vom „Haus der kleinen Forscher“ das in der Kita-Praxis vorgestellt: „Wir möchten die Offenheit der Erzieherinnen und Erzieher für die Naturwissenschaften fördern und ihnen zeigen, wie sie im Alltag Lerngelegenheiten aufgreifen können.“ Wenn die Kinder am Mittags­ tisch im Glas rumblubbern, ist das kein Grund zum Schimpfen, sondern ein wunderbarer Anlass, sich nachmittags beim gemeinsamen Forschen genauer anzuschauen, was im Wasser dabei so vor sich geht. Oder: Wenn eine Fünfjäh­ rige mit Büroklammern und Magneten hantiert, weil die sich dann so lustig bewegen, ist das ein schöner Anknüp­ fungspunkt, um sich mit Physik und Magnetismus zu befassen. Rösner: „Wir möchten entwicklungsgemäß an den Kompetenzen der Kinder ansetzen, ihre Interessen aufgreifen und kritischen Forschergeist entwickeln.“ Die Erzieher würden in diesem Prozess zu Lernbe­ gleitern, die offen sind für die Fragen der Kinder. Jugendhilfe // Die Stiftung „Haus der kleinen Forscher“ in Berlin fördert die naturwissenschaftliche Bildungs­ arbeit in Kitas. // Mit dicken Backen blasen Janis und Lea voller Kraft auf die zwei kleinen Boote, die auf dem Backblech übers Wasser treiben. Welches wird zuerst untergehen? Das blaue Papierschiff­ chen oder die Minijolle aus Aluminium? „Da, das blaue Boot sinkt“, ruft Janis. Lea schnappt sich einen langen, roten Strohhalm. Wie lange dauert es wohl, wenn man hierdurch pustet? Am Tisch nebenan lässt Swenja eine Spirale aus Papier in einem Backblech schwimmen. Plopp, Erzieherin Marianne Kutscha gibt einen Tropfen Spüli ins Wasser. Die Spi­ rale trudelt und verschwindet im Nass. „Irre“, ruft Swenja, „das geht ja viel schneller unter mit dem Spüli.“ Warum nur? Heute Morgen sieht die Kita Heure­ ka in Berlin-Treptow aus wie nach ei­ nem Wirbelsturm. Die Kinder stehen um riesige Wasserbecken, hantieren mit halbgefüllten Flaschen und Papier, Muscheln und allerlei Schwimmkör­ pern. In Windeseile verteilt sich Was­ ser überall im Raum, kleine Pfützen bilden sich, Ärmel, Hosen und Socken werden nass. Macht nichts, wer nass ist, muss sich eben nachher umziehen. Jetzt aber können sich die Kinder nach Herzenslust auf Entdeckungsreise bege­ ben. Forschen, Patschen, Pusten. The­ ma: Wellen und Wasser. Wie entsteht Bewegung im Wasser? Gehen Boote anders unter als Muscheln? Wieso glu­ ckert es, wenn man eine halbvolle Was­ serflasche dreht? „Es begeistert mich, wie sich die Kinder begeistern“, sagt Er­ zieherin Kutscha und lacht. Ob sie dabei auf alles Antworten finden, ist gar nicht so wichtig. Es geht darum, immer neue Fragen zu entdecken. Der Lust am Expe­ riment freien Lauf zu lassen. Als kleine Forscher. Erziehung und Wissenschaft | 4/2012 Haus der kleinen Forscher – so darf sich die Kita Heureka seit März 2010 nen­ nen. Dieses Zertifikat hat ihr die Stif­ tung „Haus der kleinen Forscher“ für ihre kontinuierliche Bildungsarbeit mit dem Nachwuchs in punkto Naturwis­ senschaften, Mathematik und Technik verliehen. Die Stiftung entstand 2006 auf Initiative von McKinsey & Compa­ ny, Helmholtz-Gemeinschaft, Siemens Stiftung und Dietmar Hopp Stiftung. Sicher auch mit der Intention, den na­ turwissenschaftlichen Nachwuchs für die Unternehmen zu sichern. Gefördert wird das Projekt vom Bundesbildungs­ ministerium (BMBF), das das Vorhaben in den nächsten vier Jahren mit jährlich knapp zwei Millionen Euro unterstützt. Das Stiftungsziel: Bei Kindern Begeiste­ rung und Forschergeist zu entwickeln und so den Nachwuchs neugierig auf naturwissenschaftlich-technische Beru­ fe zu machen. „Neigungen werden sehr früh ausgebildet“, sagt Stiftungschef Peter Rösner. „Wir wissen, dass aus einem Kind, das in der neunten Klasse sein erstes Instrument zu spielen be­ ginnt, meist kein Berufsmusiker mehr wird. Wieso glauben wir, dass es bei Physikern und Chemikern anders sein sollte, wenn sie diese Fächer erst so spät kennenlernen?“ Die Schlussfolge­ rung: Wir müssen die Welt von Physik und Co. schon Fünfjährigen eröffnen. Spannend, anschaulich, alltagsnah. Unsicherheit nehmen Dem Team der Stiftung „Haus der klei­ nen Forscher“ war schnell klar: Das geht nur, wenn die Erzieherinnen und Erzie­ her mitziehen. Wenn sie selbst Lust auf Experimentieren bekommen und wis­ sen, wie man so etwas methodisch an­ packt. Rösner: „Wir brauchten ein gutes pädagogisches Konzept – und Fortbil­ dungen für Erzieherinnen und Erzieher, die sie begeistern – und die ihnen die Unsicherheit gegenüber Naturwissen­ schaften nehmen. “ Fotos: Steffen Weigelt Lust am ­ Experiment wecken Wie präsent die Unsicherheit bei den Kita-Beschäftigten ist, hat HeurekaLeiterin Barbara Plauschin oft gemerkt. Als sie bereits vor 14 Jahren Forscher­ geist in die Kita holen wollte, zögerte ein Drittel des Teams. Was verstehen wir schon davon, hieß es. Plauschin machte naturwissenschaftliches Expe­ rimentieren dennoch zum Profil der Einrichtung. Die Mehrheit ihrer Mit­ arbeiterinnen und Mitarbeiter stand hinter ihr. Immer wieder hatten diese im Alltag beobachtet, „wie gerne die Kinder in der Natur experimentieren“, sagt Erzieherin Marianne Rohde. Mit Sand, mit Kies, mit Wasser oder Eis. „Das wollten wir fördern.“ Das Team las naturwissenschaftliche Bücher, dachte sich kleine Versuche aus, lud Physiker, Chemiker, Mechaniker aus der Elternschaft in die Kita. Ein Experi­ ment pro Woche war realistisch. Dann stieß Plauschin auf die Initiative „Haus der kleinen Forscher“ und deren Fort­ bildungskonzept: „Das war genau das, was uns zur Systematisierung unserer Arbeit noch fehlte.“ Heute führen die Erzieherinnen der Kita Heureka täglich Experimente mit den Kindern durch. Die Berührungsängste sind verschwunden, „auch weil die Er­ zieher gelernt haben, dass sie fachlich nicht die großen Alleskönner sein müs­ sen“, sagt Leiterin Plauschin. Drei Mitar­ Nicht überbewerten Mehr als 600 Trainer sind deutschland­ weit unterwegs, um die Pädagogen in acht Schwerpunktthemen wie Wasser, Luft, Sprudelgas, Akustik oder Strom als naturwissenschaftliche Lernbe­ gleiter fit zu machen. Jede Erzieherin besucht zwei Workshops pro Jahr. Un­ terstützt wird die Initiative von mehr als 200 lokalen Netzwerkpartnern, Ju­ gendämtern, Handelskammern, Verei­ nen. Mehr als 20 000 Kitas machen be­ reits bundesweit mit, gerade wird das Programm auf Kinder im Grundschul­ alter erweitert. Kontinuierlich wird das pädagogische Konzept evaluiert und von unabhängigen Bildungsexper­ ten weiterentwickelt. Alle Materialien sind öffentlich zugänglich, die Kom­ petenzentwicklung der Erzieherinnen und Erzieher wird in externen Studien überprüft. Jährliche Befragungen ho­ len das Feedback der Fachkräfte ein. Die Workshops bekamen durchweg Bestnoten. Norbert Hocke, Leiter des GEW-Vor­ standsbereichs Jugendhilfe und So­ zialarbeit, hält das „Haus der kleinen Forscher“ für einen „hervorragenden Ansatz“. „Allerdings dürfen wir die Na­ turwissenschaften nicht überbewerten. Der Schatz der frühen Kindheit darf nicht nur einseitig gehoben werden.“ Kinder bräuchten eine ganzheitliche Bildung, die genauso Musik oder Kunst umfasse. Da gebe es bislang keine ver­ gleichbaren Initiativen. Hocke: „Doch erst die Vielfalt gibt Kindern jene Le­ benssouveränität, die sie für ihren Weg brauchen.“ Anja Dilk, freie Journalistin www.haus-der-kleinen-forscher.de Erziehung und Wissenschaft | 4/2012 33 34 Recht und Rechtsschutz Hochschule „W“ wie „weniger“ Recht und Rechtsschutz 4/2012 Wie hoch ist ein „angemessener Lebensunterhalt“ für Profes­ sorinnen und Professoren? 3890 Euro pro Monat plus 23,72 Euro „Leistungszulage“ jedenfalls reichen nicht – so urteilten im Februar die Karlsruher Verfassungsrichter und gaben der Klage eines hessischen Chemie-Professors Recht. Seither rau­ chen in den Wissenschaftsministerien der Repu­ lik die Köpfe: b Nicht nur das Land Hessen muss jetzt zügig die Professoren­ besoldung neu regeln. Denn das Urteil, da sind sich alle Ex­ pertinnen und Experten einig, muss auch in den anderen Bun­ desländern zu Reformen führen – und die könnten für ­ iese d teuer werden. Foto: zplusz Volle Besoldung für Teilzeit­ beschäftigte wegen Krankheit Erziehung und Wissenschaft | 4/2012 dingten Ausfall und die Absicht des Dienstherrn, sie in den Ruhestand zu versetzen, sei ein „Störfall“ eingetreten. Das Regierungspräsidium lehnte den Antrag ebenso wie den darauf folgenden Widerspruch der Beamtin ab. Vor Gericht hatte die Lehrerin jedoch Erfolg. Die Bescheide des Regie­ rungspräsidiums seien rechtswidrig, entschied das VG. Es sei unzumutbar, an der Teilzeitbeschäftigung festzuhalten. Die Erwartung der Klägerin, erwirtschaftete Vorteile im Frei­ stellungsjahr nutzen zu können, sei enttäuscht worden. Sie sei während der gesamten Freistellungsphase erkrankt und deswegen nicht im Dienst gewesen. Damit sei die geleistete Vorarbeit, die sie in der Ansparphase für die angestrebte Teil­ zeit durch teilweisen Verzicht auf Besoldung erbracht habe, „vollständig entwertet worden“. Das Gericht verpflichtete den Dienstherrn, der Klägerin das entgangene Einkommen zurückzuzahlen. Sie habe Anspruch auf den Differenzbetrag, der über den Umfang der Teilzeit hin­ usgeht. Zudem müsse sie einen nachträglichen Ausgleich a für die Freistellungsphase erhalten. Armin Himmelrath, freier Journalist VG Karlsruhe vom 9. Februar 2011 – 5 K 519/10 Foto: imago Beamtinnen und Beamte, die wegen einer Krankheit dienst­ unfähig sind, behalten ihren Anspruch auf Besoldung. Dieser Grundsatz gilt auch für Teilzeitbeschäftigte, wie das Verwal­ tungsgericht (VG) Karlsruhe entschied. Dabei ist unerheblich, ob sie ihre Arbeitszeit wöchentlich oder blockweise reduziert haben. Die Klägerin darf die 2002 bewilligte Teilzeitbeschäftigung widerrufen. Außerdem bekommt die Realschullehrerin aus Baden-Württemberg Dienstbezüge zurückerstattet. Die Päda­ gogin hatte beim Regierungspräsidium einen Ausgleich dafür beantragt, dass sie das Freistellungsjahr bei ihrem Teilzeitmo­ dell im Schuljahr 2007/2008 nicht habe antreten können, weil sie durch Krankheit dienstunfähig geworden sei. Die Lehrerin ist seit 2004 schwerbehindert, zuletzt wurde ein Grad der Behinderung von 80 Prozent festgestellt. 2002 hatte das Oberschulamt ihr eine Teilzeitbeschäftigung für die Dauer von sechs Jahren bewilligt. Das Modell sah vor, dass die da­ mals 41-Jährige fünf Jahre in Vollzeit arbeiten und im sechsten Jahr freigestellt werden sollte (5/6-Modell). Für die Vollzeittä­ tigkeit bekam die Beamtin anteilig verringerte Dienstbezüge, die dann für die einjährige Freistellung verwendet werden sollten. Während der Teilzeitphase war die Lehrerin mehrmals dienst­ unfähig. Auf Empfehlung des Amtsarztes wurde sie 2009 we­ gen dauernder Dienstunfähigkeit in den Ruhestand versetzt. Den Antrag auf Widerruf ihres Freistellungsjahres begründete die Klägerin mit einem Härtefall: Durch ihren krankheitsbe­ „Die Absenkung der Grundbesoldung um rund ein Viertel bei dem vagen Versprechen auf leistungsabhängige Besoldungs­ bestandteile ist ein verkapptes Sparprogramm“, erneuerte GEW-Vorstandsmitglied Ilse Schaad die Kritik, die die Bil­ dungsgewerkschaft schon 2002 zur Einführung der W-Besol­ dung geäußert hatte: Bereits damals hatte es, nicht nur von der GEW, verfassungsrechtliche Bedenken gegen das neue Besoldungsmodell gegeben, das neben dem Grundgehalt auch eine Leistungszulage vorsieht. Die fand zwar durchaus grundsätzlich den Segen der Verfassungsrichter – doch diese mokierten sich über „gravierende“ Mängel bei der Umset­ zung. Es müsse sichergestellt werden, heißt es in dem Urteil, dass jeder einzelne Professor und jede Professorin „unter klar definierten, vorhersehbaren und erfüllbaren Voraussetzun­ gen einen einklagbaren Rechtsanspruch auf die Gewährung von Leistungsbezügen“ hat (Az. 2 BvL 4/10). Genau das aber sei bisher nicht erfüllt, bestätigt der Sozial­ wissenschaftler Christoph Biester von der Uni Hannover. Er Foto: zplusz // Trotz Teilzeitbeschäftigung bekommt eine Lehre­ rin die vollen Dienstbezüge erstattet. Sie ist dienst­ unfähig und konnte daher die Teilzeitvereinbarung nicht ausschöpfen. // „Verkapptes Sparprogramm“ hat in einer bundesweiten Studie die Regelungen für Leis­ tungsbezüge von Professoren verglichen. Sein Fazit: „In Sa­ chen Leistungszulage herrscht bundesweit ein ziemliches Durcheinander“, von „klar definierten Voraussetzungen“ und einem „einklagbaren Rechtsanspruch“ keine Spur. Bis zu 23 Einzelkriterien werden zur Überprüfung der Forschungsleis­ tung genutzt, noch einmal genauso viele Kriterien sind es bei der Lehre. Mal werden entsprechende Preise berücksichtigt, mal die Zahl der Publikationen oder der Doktoranden, mal die wöchentlichen Unterrichtsstunden oder das Einwerben wei­ terer Forschungsgelder. Doch klare Absprachen, Strategien oder übergreifende Konzepte in Sachen Leistungszulagen gibt es offenbar nicht – weder zwischen den Hochschulen noch auf politischer Ebene. Nach dem Urteil sind jetzt jedenfalls – neben Hessen – auch die anderen Länder gefragt. Die Forderungen aus gewerk­ schaftlicher Sicht sind klar: „Die amtsangemessene Besoldung muss sichergestellt werden – und dafür hat das Verfassungs­ gericht eine Frist bis Anfang 2013 gesetzt“, sagt GEW-Beam­ tenrechtsexpertin Katrin Löber (s. auch Seiten 36/37). Bundes­ weit seien noch weitere Verfahren zur Beamten-Alimentation anhängig, das Februar-Urteil sei deshalb nur der „erste Auf­ schlag“ gewesen. Doch der Reformbedarf geht weit über die reine Profes­ sorenbesoldung hinaus: „Die Hochschulen müssen in allen Bundesländern eine höhere Grundfinanzierung bekommen“, forderte etwa die frühere Bundesbildungsministerin Edelgard Bulmahn (SPD) in einem taz-Interview – und verlangte, dass der Bund sich daran wieder beteiligen müsse: „Pro Jahr min­ destens vier Milliarden Euro mehr“ seien notwendig. Eine stolze Summe, die vielleicht erklärt, warum in den ver­ gangenen Wochen wieder verstärkt über die Abschaffung des Kooperationsverbots bei der Hochschulfinanzierung disku­ tiert wird. Foto: imago Informationen der GEW-Bundesstelle für Rechtsschutz. Verantwortlich: Katrin Löber, Volker Busch, Gerhard Jens 64. Jahrgang // Das Urteil des Bundesverfassungsgerichts zur Professorenbesoldung hat weitreichende Konse­ quenzen: Es wird in den Bundesländern zu neuen Regelungen kommen müssen. Und das könnte richtig viel Geld kosten. // Das Karlsruher Urteil zur Professorenbesoldung sorgt in den Ländern für Unruhe. Erziehung und Wissenschaft | 4/2012 35 36 Recht/Hochschule Foto: Kay Herschelmann Foto: privat Recht/Hochschule Ilse Schaad Andreas Keller GEW macht sich daher auf der einen Seite für die Interessen der von ihr organisierten Hochschullehrerinnen und -lehrer stark und fordert eine Reform der Professorenbesoldung, die den verfassungsrechtlichen Anforderungen und dem an­ spruchsvollen Hochschullehrerberuf gerecht wird. Auf der anderen Seite steht diese Forderung aber im Kontext einer Strategie, die die Berufe in Bildung und Wissenschaft insge­ samt attraktiver machen will. Spannend wird in diesem Zusammenhang auch die Frage, ob die weite Spreizung der Besoldung von teilweise mehr als 15 Prozent für das gleiche Amt zwischen den Bundes­ ländern, ebenfalls Folge der Föderalismusreform von 2006, überall zu einer amtsan­ gemessenen Besoldung führen kann? Die Krite­ rien, die das Gericht für eine Amtsangemessen­ heit der Besoldung nennt – Ausbildung, Verantwor­ tung und Beanspruchung – kennen keine regiona­ len Unterschiede. Das Urteil billigt den Professoren nicht eine bestimmte Besoldungs­ höhe zu, sondern betont lediglich, dass die Äm­ ter nach diesen Kriteri­ en „abzustufen“ seien. Diese Abstufung müsse sich nicht nur innerhalb eines Besoldungssystems – hier der W-Besoldung – zeigen, sondern auch im Vergleich mit anderen Systemen, z. B. der A-Be­ soldung, die für Lehrkräf­ te gilt. Vereinfacht gesagt: Der Abstand der Professo­ ren zu den Studienräten ist zu gering. Bei der Ein­ stufung der Ämter han­ delt es sich laut BVerfG „… zuvörderst um eine politische vom parlamen­ tarischen Gesetzgeber zu entscheidende Frage, mit deren Beantwortung er selbst die Wertigkeit eines bestimm­ ten Amtes definiert. Dementsprechend kann der Gesetzgeber ein Amt neu und niedriger bewerten…“. Das gelte auch dann, wenn sich die Anforderungen nicht ändern. Ein Schelm, der Böses dabei denkt. Beim Verfassungsgericht sind noch weitere Verfahren in glei­ cher Frage anhängig. So machen sich in der Folge des Urteils nun die deutschen Richter Hoffnung. Die Entscheidung könne nicht ohne Auswirkung auf ihre R-Besoldung bleiben, so die nachvollziehbare Äußerung der Richterverbände. Ohne Zwei­ fel treffen nahezu alle Argumente des Bundesverfassungs­ gerichts eben auf diese Beamtengruppe zu. Auch bei Lehrerinnen und Lehrern stellt sich die Frage, ob die Länder ihr – zugegeben weites – Ermessen pflichtgemäß aus­ geübt haben. Legt man die Kriterien Ausbildung, Verantwor­ tung und Beanspruchung hier zugrunde, kann man Lehrkräfte in verschiedenen Schulformen nicht unterschiedlich bezahlen. In immer mehr Ländern haben sich die Schulstrukturen geän­ dert. Häufig gibt es nur noch zwei Schultypen, die grundsätz­ lich zu den gleichen Bildungsabschlüssen führen. Wie können dann gleich qualifizierte Lehrkräfte – alle müssen eine Hoch­ schulausbildung auf Masterniveau und einen erfolgreich ab­ solvierten Vorbereitungs­ dienst nachweisen – nach an früheren Schulformen und Studienordnungen orientierten Besoldungs­ ordnungen unterschied­ lich eingestuft werden? Auch hier gibt das Ver­ fassungsgerichtsurteil ei­ nen deutlichen Hinweis: Der Landesgesetzgeber ist verpflichtet, sein Be­ soldungssystem anzupas­ sen. In weiteren Verfahren wird es das Verfassungs­ gericht schwer haben. Das Urteil ist richtungs­ weisend und wird mit großer Wahrscheinlich­ keit zu weiteren gerichtli­ chen Korrekturaufträgen an die Landesgesetzgeber führen. Eine in sich stim­ mige Gesamtstruktur über alle Ämter und alle Besol­ dungsordnungen hin­weg kann dabei nicht heraus­ kommen. Diese aber ist nötig. Die Landesgesetzgeber sind hier gefordert. Sie müssen zurückkehren zu einer sachlichen und ge­ rechten Bewertung der Ämter. Sie müssen aufhören, den Beamtenbereich willkürlich nach dem Motto „Da kann mir ja keiner“ zu gestalten. Noch besser und der Sache dienlich wäre es, wenn auch im Beam­ tenbereich faire Verhandlungen auf gleicher Augenhöhe mit den Gewerkschaften stattfänden. Die GEW macht sich Mit Risiken und Folgewirkungen // GEW-Kommentar zum Verfassungsgerichtsurteil zur W2-Besoldung der Professoren // Als die rot-grüne Bundesregierung 2002 die Reform der Pro­ fessorenbesoldung auf den Weg brachte, wurde das „W“ der neuen Besoldungsordnung von allen Seiten schon mit „weniger“ übersetzt. Die Umstellung von C- auf W-Besol­ dung bedeutete immerhin eine 25-prozentige Absenkung der Grundgehaltssätze – mit entsprechender Wirkung auf die ­ ltersversorgung. Auch die additive Leistungszulage hat A nicht dazu geführt, dass die alten Besoldungshöhen erreicht ­wurden. Nun ist den Gesetzgebern durch die Entscheidung des Bundes­ verfassungsgerichts (BVerfG) die gesamte Struktur um die Oh­ ren geflogen. Das Grundgehalt hessischer W2-Professoren sei „evident unzureichend“ und die Leistungskom­ onente nicht p für jeden zugänglich, nicht verstetigt, nicht klar definiert und vorhersehbar – und vor allem: Sie sei nicht einklagbar und wir­ ke sich nicht angemessen auf die Altersversorgung aus. Kurz: Sie sei eben keine Alimentation. Zwar sieht das Verfassungs­ gericht grundsätzlich kein Problem in einer zweigliedrigen Be­ soldung, die beiden Glieder müssen aber gemessen an diesen Maßstäben faktisch gleichartig gestaltet sein. Nun hat der hessische Gesetzgeber nur bis zum 31. Dezem­ ber 2012 Zeit, das System zu ändern. Das Urteil wird sich aber nicht nur auf Hessen auswirken. Nach Paragraf 31 Abs. 1 des Bundesverfassungsgerichtsgesetzes bindet eine Entschei­ dung des BVerfG Bund und Länder gleichermaßen. Der Arbeitsplatz Hochschule ist heute alles andere als attrak­ tiv: lange und steinige Karrierewege, immer mehr Zeitverträ­ Erziehung und Wissenschaft | 4/2012 ge mit immer kürzeren Laufzeiten – und wer dann am Ende seiner Wissenschaftslaufbahn doch noch auf eine Professur berufen wird, kann mit einem bescheidenen W2-Grundgehalt abgespeist werden. Immer mehr hoch qualifizierte junge Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler entscheiden sich daher von vornherein gegen eine Hochschullaufbahn und für eine Karriere in der Wirtschaft oder im Ausland – auf die Dau­ er kann sich unser Bildungs- und Wissenschaftssystem diesen „brain drain“ nicht leisten. Auf der anderen Seite ist mehr als fraglich, ob mehr Geld ins System fließt. Angesichts wachsender Studienanfängerzah­ len, die auch nach Berechnungen der Kultusministerkonfe­ renz (KMK) bis weit ins nächste Jahrzehnt hinein auf höchs­ tem Niveau bleiben, wird die beliebteste Methode, einfach Stellen zu streichen, nicht funktionieren. Und mit dem Koope­ rationsverbot aus der Föderalismusreform sitzen die Länder jetzt auch in einem selbst geschnitzten Boot und können sich das dringend nötige Geld fürs Personal nicht vom Bund ho­ len. Es besteht die Gefahr einer Umverteilung zu Lasten der Schwächsten: weitere Stellenteilungen im akademischen Mit­ telbau, Umwandlung wissenschaftlicher Mitarbeiterstellen in Stellen für Lehrkräfte mit hohem Lehrdeputat. Zudem wer­ den reguläre Beschäftigungsverhältnisse durch Lehraufträge verdrängt. Am Ende wäre es für die Länder ein Leichtes, eine Wissenschaftlergruppe, die Professorinnen und Professoren, gegen die andere, Mittelbau und wissenschaftlicher Nach­ wuchs, auszuspielen. Notwendig sind sowohl eine angemessene Bezahlung der Profs als auch klare Berufsperspektiven und faire Beschäfti­ gungsbedingungen für Mittelbauer und Nachwuchskräfte. Die für die Interessen der von ihr organisierten Hochschullehrerinnen und -lehrer stark. Sie verlangt eine Reform der Professorenbesoldung, die den verfassungs- rechtlichen Anforderungen und dem anspruchsvollen Hochschullehrerberuf gerecht wird. ­ Ilse Schaad, Leiterin des GEW-Vorstandsbereichs Angestellten- und Beamtenpolitik, Andreas Keller, Leiter des GEW-Vorstandsbereichs Hochschule und Forschung Erziehung und Wissenschaft | 4/2012 37 38 Fair Childhood – Bildung statt Kinderarbeit Fair Childhood – Bildung statt Kinderarbeit Schule statt Steinbruch … // … für die Kinder von Wander­ arbeitern in Rajasthan // Not ausgenutzt Die Steinbruchbesitzer nutzen die Not, die Unwissenheit und die Hilflosigkeit dieser Menschen gnadenlos aus. Die Wanderarbeiter sind noch einmal billi­ ger als die ansässigen Arbeitskräfte. Sie arbeiten wie Zwangsarbeiter – Frauen und Kinder eingeschlossen. Von ange­ messener Bezahlung oder gar sozialer Fürsorge kann keine Rede sein (s. E&W 6/2011). Die meisten sind Dalits, d. h. Kastenlo­ se, ohne Sozialstatus, ohne Rechtsan­ sprüche. In ihrer neuen Umgebung wer­ den sie ausgegrenzt. Den Kindern wird der Schulbesuch verweigert. Weil der Tageslohn von weniger als ei­ nem Euro für zehn Stunden Knochen­ arbeit sehr niedrig ist, muss die ganze Familie schuften. Vor allem Frauen und wir bitten Euch sehr herzlich um eine Spende zur Förderung un­ seres neuen Projektes. Es wird pro Jahr zirka 10 000 Euro kosten (Laufzeit: drei bis vier Jahre). Eine gute Lehrkraft kostet etwa 150 Euro, eine Betreuerin rund 100 Euro im Monat, das Mittag­ essen für die Kinder ungefähr drei Euro pro Tag. Jede Spende hilft den Kindern der „Steinbruchschule“! Spenden bitte an: Kinder werden eingesetzt, um Stunde um Stunde bei 45 und mehr Grad von Hand mit dem Hammer Pflastersteine zurecht zu meißeln – die dann bei uns in den schicken Einkaufszonen unserer Innenstädte verlegt werden, weil sie ja so günstig auf dem Weltmarkt zu be­ kommen sind. Die Kinder der Wanderarbeiter sind blass und unterernährt. Um ihre Gesundheit kümmert sich niemand. Sie leiden unter Durchfall, Erkrankungen der Atemwe­ ge, Malaria und Gelbfieber. Die meisten der Fünf- bis Zwölfjährigen sind nur kurz oder noch nie in die Schule gegangen. „Fair Childhood“ Konto: 375 188 0 188 BLZ: 700 20 500 Bank für Sozialwirtschaft Vielen Dank! Schulbildung für die Ärmsten Eine Schule für die ausgegrenzten Kin­ der der Wanderarbeiter zu gründen, ist daher das Hauptziel des Projektes. Durch die Not und das harte Leben im Steinbruch haben die Eltern andere Sor­ gen, als sich um die Schulbildung ihres Nachwuchses zu kümmern. Zumal auch Foto: Steffen Welzel Die GEW-Stiftung „Fair Childhood“ hat ihr zweites Förderprojekt beschlossen. In Rajasthan, im Nordwesten Indiens, haben sich Wanderarbeiter in Steinbrü­ chen verdingt. Sie leben dort mit ihren Familien unter menschenunwürdigen Bedingungen. Die Hauptleidtragenden sind die Kinder. Ziele des neuen Projektes: Diese Kinder aus der Schwerstarbeit in den Steinbrü­ chen zu befreien, sie in die Schule zu bringen und ihnen damit eine Lebens­ perspektive zu geben. Die Natursteinindustrie spielt in der indischen Ökonomie eine bedeutende Rolle. Für viele Menschen, die am Rande der Gesellschaft leben, ist sie ein letzter Zufluchtsort, um Arbeit zu finden. So auch im nordindischen Bundesstaat Rajasthan. Seit etwa 20 Jahren wandern Arbeiter hier ein, um in den Steinbrü­ chen zu malochen. Dürre und Mangel an Arbeit haben sie aus ihren Heimat­ regionen vertrieben. Liebe Kolleginnen, liebe Kollegen, Seit 20 Jahren wandern Arbeiter mit ihren Familien in die indische Region Rajasthan ein, um in den Steinbrüchen zu malochen. Weil die Not groß ist, schuften dort auch ihre Kinder mit Hammer und Meißel. die meisten Erwachsenen keine Schule besucht haben. Die Bedeutung von Bil­ dung ist ihnen nicht bewusst. Deshalb müssen zunächst die Mütter und Väter sensibilisiert werden. Sie müssen erkennen, dass ihre Kinder Rechte haben – Rechte auf Schutz und Fürsorge, auf gesundheitliche Vorsorge, auf Schulbildung, die letztlich der Fami­ lie zugute kommt. Das Projekt ist im Bundi-District an­ gesiedelt. Bundi, eine Stadt mit zirka 90 000 Einwohnern, etwa 250 Kilome­ ter westlich der Hauptstadt Jaipur, liegt am Rande einer großen Schlucht, um­ geben von hohen Hügeln. Hier wird in hunderten Steinbrüchen gearbeitet. Im engeren Projektgebiet gibt es 20 Steinbrüche, um sie herum haben sich rund 500 Familien niedergelassen. Im Dorf Dhaneshar wird die neue „Stein­ bruchschule“ entstehen – für die Kinder der Wanderarbeiter. Sie wird mit deren Hilfe gebaut. Das erhöht die Identifika­ tion mit dem Projekt. Projektpartner werden der deutsche Verein XertifiX* und die indische SevaFoundation sein. Seva ist eine inter­ national tätige Hilfsorganisation, die seit 30  Jahren einkommensarme un­ terversorgte Gemeinschaften in Indien betreut und sich für nachhaltiges Wirt­ schaften stark macht. Bereits während der Projektlaufzeit wird sich Seva auf Basis des indischen Schulpflichtgeset­ 39 zes um die offizielle Trägerschaft der Schule bemühen. XertifiX ist ein vom Kinderarbeitsexper­ ten Benjamin Pütter, dem ehemaligen Bundesarbeitsminister Norbert Blüm (CDU) und anderen gegründeter Verein, der in der Aufbauphase vom katholi­ schen Hilfswerk Misereor finanziell un­ terstützt wird. Er zertifiziert importierte Natursteine und stellt sicher, dass diese ohne Kinderarbeit hergestellt werden. Der Verein arbeitet eng mit den Ge­ werkschaften zusammen. Vorsitzende ist die stellvertretende DGB-Vorsitzen­ de Ingrid Sehrbrock, GEW-Vorsitzender Ulrich Thöne ist Mitglied. Ziele des Projekts: •  twa 500 Familien werden sensibili­ E siert, die Rechte ihrer Kinder anzuer­ kennen, sie zu unterstützen und ihnen den Schulbesuch zu ermöglichen; d •  ie ins Projekt einbezogenen Stein­ brüche werden zu „kinderarbeitsfrei­ en Zonen“; •  ie Kinder der Wanderarbeiter besu­ d chen erstmals eine Schule bzw. wer­ den reintegriert; •  teinbrucharbeiter werden über ihre S Rechte aufgeklärt und lernen, diese einzufordern; •  er Aufbau gewerkschaftlicher Struk­ d turen ist vorgesehen, um dauerhaft Arbeits- und Lebensbedingungen in den Steinbrüchen zu verbessern. Mit dem Projekt in den Steinbrüchen von Rajasthan kommt „Fair Childhood“ als operative Förderstiftung einen w ­ eiteren Schritt in ihrer Förderpolitik v ­ oran. Im Kampf gegen Kinderarbeit soll – gemeinsam mit erfahrenen Hilfs­ organisationen, DGB und IG BAU – ein Modell entwickelt werden, das nachhal­ tig die Projektregion verändert und den Kindern und ihren Familien realistische Perspektiven für eine bessere Zukunft ermöglicht. Hildegard Klenk, Ulrich Thöne, Steffen Welzel, Vorstandsmitglieder der Stiftung „Fair Childhood“ fair childh d GEW-Stiftung Bildung statt Kinderarbeit Kindern eine Kindheit geben Kinderarbeit ist ein Armutszeugnis – in doppelter Hinsicht. Sie ist Zeugnis von Armut. Vor allem aber ist sie ein Armutszeugnis für die internationale Gemeinschaft. Machen Sie mit. Unterstützen Sie Fair Childhood – GEW-Stiftung Bildung statt Kinderarbeit Spendenkonto: Bank für Sozialwirtschaft, Konto-Nr. 375 188 0 188, BLZ 700 20 500 www.fair-childhood.eu Ja, E&W 04/2012 ich unterstütze den Kampf gegen Kinderarbeit und spende __________ Euro  einmalig  monatlich Zahlungsweise  monatlich  vierteljährlich  jährlich  jährlich ___________________________________________________________________________ Kontoinhaber Bank ___________________________________________________________________________ BLZ Konto-Nr. ___________________________________________________________________________ Name Vorname ___________________________________________________________________________ PLZ, Ort Straße, Nr. ___________________________________________________________________________ E-Mail Ich ermächtige hiermit die GEW-Stiftung, den oben angegebenen Betrag zulasten meines Kontos einzuziehen. Hinweis: Unterrichtsmaterial zu Kinderarbeit in Steinbrüchen, s. Marktplatz Seite 42 *www.xertifix.de/ ___________________________________________________________________________ Datum Unterschrift Bitte senden Sie diesen Coupon in einem ausreichend frankierten Umschlag an folgende Adresse: Erziehung und Wissenschaft | 4/2012 fair childh d GEW-Stiftung Bildung statt Kinderarbeit Fair Childhood GEW-Stiftung · Bildung statt Kinderarbeit · Kontakt: Sabine Niestroj Reifenberger Straße 21 · 60489 Frankfurt am Main 40 GEW-Intern GEW-Intern Bildungs- und Förderungswerk Ihr Servicetelefon Ihr Servicetelefon der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft im DGB e.V. 069/78 97 32 05 Beitrittserklärung bitte zurücksenden an: Bildungs� und Förderungswerk der Kollegen, Liebe Kolleginnen und GEW e.V., Postfach 90 04 09, 60444 Frankfurt 069/78 97 32 05 Beitrittserklärung bitte zurücksenden an: Bildungs� und Förderungswerk der GEW e.V., Postfach 90 04 09, 60444 Frankfurt Bitte ankreuzen: Beitrittserklärung zur Gruppen-Sterbegeldversicherung Mitglied wer verantwortlich vorsorgen will, kommt nicht daran vorbei, auch über die finanzielle Absicherung im Todesfall nachzudenken. Brechen Sie ein (bis Alter 80) - Tarif VG9/2012 Tabu und treffen Sie Vorsorge für den Fall der Fälle. Familienangehörige/r Ein Todesfall ist immer eine hohe psychische Belastung für alle Hinterbliebenen. Neben der Trauer müssen eine Reihe organisatorischer Aufgaben bewältigt werden. Von der Gestaltung der Trauerfeier bis hin zur Wohnungsauflösung. Aus Erfahrung wissen wir, dass die Kosten für eine würdige PLZ / Wohnort Name / Vorname Zu versichernde Person Bestattung 5000 EUR oft weit übersteigen. Sichern Sie Ihre Angehörigen rechtzeitig ab durch den Abschluss einer Sterbegeldversicherung. Denn seit dem 01.01.2004 wurde das von den gesetzlichen Krankenkassen gezahlte Sterbegeld komplett gestrichen. Zu versichernde Person Hier noch einmal die wesentlichen Vorteile unseres Angebotes auf einen Blick: Ich beantrage eine Versicherungssumme von: (bitte ankreuzen) Versicherungssumme in € Versicherungsumfang Monatlicher Beitrag in € • Niedrige Beiträge durch Gruppenvertrag • Doppelzahlung bei Unfalltod 3.000 • Garantierte Aufnahme bis 80 Jahre PLZ / Wohnort Geburtsdatum Telefonnummer für Rückfragen Ich beantrage eine Versicherungssumme von: (bitte ankreuzen) • Versicherungssummen bis 12.500 EUR 7.000 10.000 12.500 0,05 Ich wähle folgende Summe unter 12.500 Euro: Euro ..................... In der Bereitstellung finanzieller Mittel für ein würdiges Begräbnis sieht das BFW der GEW seine Hauptaufgabe. Durch den Gruppenvertrag Mindestsumme 500,�� Euro Lastschriftbetrag ................ mit der DBV Deutsche Beamtenversicherung bieten wir GEW-Mitgliedern und deren Angehörigen seit über 40 Jahren besonders günstige Versicherungsbeiträge. Wählen Sie eine Versicherungssumme zwischenein gesonderter Versicherungsschein erstellt. Über die Erhöhung des Versicherungsschutzes wird 500,– EUR und 12.500 EUR. Ich wähle folgende Summe unter 12.500 Euro: Euro ..................... Mindestsumme 500,�� Euro Einzugsauftrag Ich erkläre mich damit einverstanden, dass die Beiträge für diese Gruppen�Sterbegeld�Versicherung bis auf schriftlichen Widerruf und der Senden Sie uns monatliche BFW�Mitgliedsbeitrag noch heute zurück. (bitte in jedem Fall ausfüllen) den folgenden Antrag am besten von € 0,05 im Lastschriftverfahren monatlich eingezogen werden. Konto�Nummer Bankleitzahl Männer EUR Produktbeschreibung 15 0,66 16 0,68 17 0,69 18 0,70 19 0,72 Unfalltod20 Zusatzversicherung 0,73 21 Beitragszahlung 22 0,75 0,76 Überschussbeteiligung 23 0,78 24 0,80 25 0,81 Zuwendungserklärung 26 0,83 27 0,85 28 0,87 29 Unterschriften 30 31 0,89 0,92 0,94 Frauen Y EUR Y Monatsbeiträge für je Versicherungssumme 500,– EUR Eintrittsalter Männer EUR Frauen EUR Eintrittsalter Y Die Versicherungsleistung wird beim Tod der versicherten Person fällig. 0,58 32 0,97 0,83 Das Höchsteintrittsalter beträgt 80 Jahre. Der Versicherer verzichtet auf 0,59 33 0,85 eine Gesundheitsprüfung; stattdessen0,99 gilt beim Tod der versicherten Person im 1. Versicherungsjahr folgende Staffelung der Versicherungs� 0,60 34 1,02 0,87 summe: Bei Tod im 1. Monat: Rückzahlung des eingezahlten Beitrages; bei Tod0,61 Monat: Zahlung von 1/12 der Versicherungssumme; bei Tod im 2. 35 1,05 0,89 im 3. Monat Zahlung von 2/12 der Versicherungssumme usw.; allmonat� 0,63 36 1,08 0,92 Männer EUR (bitte in jedem Fall ausfüllen) Frauen EUR Eintrittsalter Männer EUR Frauen EUR Y 1,50 69 4,22 UnfalltodZusatzversicherung 53 1,93 1,56 70 4,49 Lebensjahr vollendet hat, wird die volle Versicherungssumme zusätzlich 71 4,79 55 72 5,12 Die 57 Zinsüberschussanteile werden verzinslich angesammelt 2,29 1,83 74 5,92 42 1,30 1,08 Die während meiner Mitgliedschaft auf die Sterbegeldver� 0,72 43 1,34 1,12 sicherung anfallenden Grundüberschussanteile werden mit den von mir zu zahlenden Versicherungsbeiträgen verrechnet. 0,74 44 1,39 1,15 Bis auf meinen jederzeit möglichen Widerruf wende ich dem 0,75 1,43 1,19 BFW der GEW laufend45 Beträge in Höhe der jeweils verrechneten Überschussanteile zu. Dadurch kommen diese Beträge wirt� 0,77 46 1,49 1,22 Bevor Sie diese Beitrittserklärung unterschreiben, lesen Sie bitte auf der 0,79 47 1,54 1,26 Rückseite die Einwilligungserklärung der zu versichernden Person. Die Ein� willigungserklärung enthält u.a. die Klausel nach dem Bundesdaten� 0,81 48 1,60 1,31 2,10 1,69 und zusammen mit der Versicherungsleistung ausgezahlt. 58 2,39 1,91 75 6,38 2,50 1,99 76 6,95 5,88 schaftlich nicht mir, sondern dem BFW der GEW zu 64 % für 60 2,61 2,09 77 7,62 satzungsgemäße Aufgaben und zu 36 % zur Förderung der 6,53 Sterbegeldeinrichtung (Kostendeckungsmittel) zugute. Über 61 2,74 2,19 78 8,45 Die während meiner Mitgliedschaft auf die Sterbegeldver� sicherung anfallenden Grundüberschussanteile werden mit den von mir zu zahlenden Versicherungsbeiträgen verrechnet. Bis auf meinen jederzeit möglichen Widerruf wende ich dem BFW der GEW laufend Beträge in Höhe der jeweils verrechneten Überschussanteile zu. Dadurch kommen diese Beträge wirt� schaftlich nicht mir, sondern dem BFW der GEW zu 64 % für satzungsgemäße Aufgaben und zu 36 % zur Förderung der Sterbegeldeinrichtung (Kostendeckungsmittel) zugute. Über die Höhe der Zuwendungen gibt das BFW der GEW auf Anfrage jederzeit Auskunft. Bei Widerruf der Zuwendungserklärung beträgt der monatliche BFW�Mitgliedsbeitrag 2,50 €. Bevor Sie diese Beitrittserklärung unterschreiben, lesen Sie bitte auf der Rückseite die Einwilligungserklärung der zu versichernden Person. Die Ein� willigungserklärung enthält u.a. die Klausel nach dem Bundesdaten� schutzgesetz (BDSG) und Hinweise zum Widerspruchsrecht; sie ist wichtiger Bestandteil des Vertrages. Sie machen mit Ihrer Unterschrift die Einwilligungserklärung zum Inhalt dieser Beitrittserklärung. 7,35 die Höhe der Zuwendungen gibt das BFW der GEW auf Anfrage 62 2,88 2,29 79 9,51 jederzeit Auskunft. Bei Widerruf der Zuwendungserklärung beträgt der monatliche BFW�Mitgliedsbeitrag 2,50 €. 63 3,02 2,41 80 10,91 8,40 9,81 schutzgesetz (BDSG) und Hinweise zum Widerspruchsrecht; sie ist 64 3,18 2,54 wichtiger Bestandteil des Vertrages. Sie machen mit Ihrer Unterschrift die Einwilligungserklärung zum Inhalt dieser Beitrittserklärung. 65 3,35 2,68 • Bei Eintrittsalter 15-74 ist die Unfallzusatzversicherung obligatorisch eingeschlossen. Y • Endalter der Beitragszahlung: 85 Jahre Y Y • Wählen Sie eine Versicherungssumme zwischen 500,– EUR und 12.500,– EUR. Der Beitrag lt. Tabelle ist entsprechend zu vervielfältigen. Interne Angaben D •  ie Monatsbeiträge sind versicherungstechnisch mit sieben Nachkommastellen gerechnet. Aus Vereinfachungsgründen sind aber nur zwei Nach­ Gruppenvertragsnummer Personenkreis Versicherungsscheinnummer Versicherungsbeginn Versicherungssumme komma­ tellen in der Beitragstabelle ausgewiesen. Deshalb kann es zu Rundungsdifferenzen kommen, die sich allerdings nur im Cent-Bereich s 0 1 2 0 1 2 4 7 9 bewegen. 8 6 6 1 0 0 5 4 7 Ort / Datum Version G �01. 2012 Version G �01. 2012 Die Zinsüberschussanteile werden verzinslich angesammelt und zusammen mit der Versicherungsleistung ausgezahlt. 5,33 59 Ort / • Eintrittsalter: Beginnjahr der Versicherung minus Geburtsjahr der zu versichernden Person Datum Unterschrift der zu versichernden Person Unterschrift der Kontoinhaberin/des Kontoinhabers Erziehung und Wissenschaft | 4/2012 Die von der DBV Deutsche Beamtenversicherung Lebensversicherung AG laufend erwirtschafteten Überschüsse werden in Form von Grund� und Zinsüberschussanteilen weitergegeben. Die Grundüberschussanteile werden mit den von mir zu zahlenden Versicherungsbeiträgen verrechnet. Unterschriften 4,91 0,71 sicherungsjahres, in dem die versicherte Person das rechnungsmäßige 85. Lebensjahr vollendet. Zuwendungserklärung 4,18 Die von der DBV Deutsche Beamtenversicherung Lebensversicherung 0,68 40 1,22 1,02 AG laufend erwirtschafteten Überschüsse werden in Form von Grund� und 0,69 1,26 1,05 Zinsüberschussanteilen 41 weitergegeben. Die Grundüberschussanteile werden mit den von mir zu zahlenden Versicherungsbeiträgen verrechnet. 0,97 Die Beiträge sind bis zum Ende des Monats zu entrichten, in dem die versicherte Person stirbt; längstens jedoch bis zum Ende des Ver� Überschussbeteiligung 3,89 4,52 1,14 Lebensjahr vollendet hat, wird die volle Versicherungssumme zusätzlich zur Sterbegeldleistung gezahlt. Beitragszahlung 3,63 zur 54 Sterbegeldleistung gezahlt. 2,01 1,62 sicherungsjahres, in dem die versicherte Person das rechnungsmäßige 85. 56 Lebensjahr vollendet. 1,75 2,19 73 5,50 38 Eine Unfalltod�Zusatzversicherung ist stets eingeschlossen, außer bei den Eintrittsaltern ab 75 Jahren. Bei Tod infolge eines Unfalls vor dem Ende des Versicherungsjahres, in dem die versicherte Person ihr 75. 3,18 Die Beiträge sind bis zum Ende des Monats zu entrichten, in dem die 0,66 39 1,18 versicherte Person stirbt; längstens jedoch bis zum 0,99 des Ver� Ende 0,65 lich um 1/12 der Versicherungssumme steigend bis zur vollen Ver� sicherungssumme ab Beginn des 2. Versicherungsjahres. Stirbt die versicherte Person vor Ablauf des ersten Versicherungsjahres infolge eines im ersten Versicherungsjahr eingetretenen Unfalls, wird stets die volle Versicherungsleistung erbracht. 3,00 Eine Unfalltod�Zusatzversicherung ist stets eingeschlossen, außer bei den Eintrittsaltern ab 75 Jahren. Bei Tod infolge eines 0,94 vor dem Unfalls 0,64 37 1,11 Ende des Versicherungsjahres, in dem die versicherte Person ihr 75. Y Die Versicherungsleistung wird beim Tod der versicherten Person fällig. Das Höchsteintrittsalter beträgt 80 Jahre. Der Versicherer verzichtet auf eine Gesundheitsprüfung; stattdessen gilt beim Tod der versicherten Person im 1. Versicherungsjahr folgende Staffelung der Versicherungs� summe: Bei Tod im 1. Monat: Rückzahlung des eingezahlten Beitrages; bei Tod im 2. Monat: Zahlung von 1/12 der Versicherungssumme; bei Tod im 3. Monat Zahlung von 2/12 der Versicherungssumme usw.; allmonat� 3,39 1,86 Konto�Inhaber Produktbeschreibung 2,83 52 ................ Y Bank / Sparkasse / Postbank lich der Versicherungssumme steigend bis zur vollen Ver� 49 um 1/121,66 1,35 66 3,54 sicherungssumme ab Beginn des 2. Versicherungsjahres. Stirbt die 50 1,72 67 versicherte Person vor Ablauf1,40 des ersten Versicherungsjahres 3,75 infolge eines im ersten Versicherungsjahr eingetretenen Unfalls, wird stets 51 volle Versicherungsleistung erbracht. 1,79 1,45 68 3,97 die Lastschriftbetrag 0,05 Ich erkläre mich damit einverstanden, dass die Beiträge für diese Gruppen�Sterbegeld�Versicherung bis auf schriftlichen Widerruf und der monatliche BFW�Mitgliedsbeitrag von € 0,05 im Lastschriftverfahren monatlich eingezogen werden. Konto�Nummer Bankleitzahl Y Tarif VG9/2012 Konto�Inhaber 12.500 zzgl. BFW�Mitgliedsbeitrag Über die Erhöhung des Versicherungsschutzes wird ein gesonderter Versicherungsschein erstellt. Einzugsauftrag Bank / Sparkasse / Postbank Monatlicher Beitrag in € 5.000 7.000 10.000 Y Beitragstabelle Sie an: männlich 3.000 Warum sollten Sie eine Sterbegeldversicherung beim BFW der GEW abschließen? zzgl. BFW�Mitgliedsbeitrag Eintrittsalter Bitte kreuzen weiblich Versicherungssumme in € 5.000 • Leistungsverbesserung durch Überschussbeteiligung • Keine Gesundheitsprüfung Name / Vorname Versicherungsbeginn Bitte kreuzen Sie an: Eigenverantwortung ist jetzt unverzichtbar – Wir helfen Ihnen dabei. weiblich männlich Sie können jetzt mit der BFW-Sterbegeldversicherung Ihre Lücke in der Vorsorge schließen; dabei kommen Ihnen und Ihren Angehörigen die Telefonnummer für Rückfragen Versicherungsbeginn besonders günstigen Beiträge für GEW-Mitglieder zugute. Versicherungsumfang Mitglied Familienangehörige/r Straße / Hausnummer Geburtsdatum Straße / Hausnummer Bitte ankreuzen: Beitrittserklärung zur Gruppen-Sterbegeldversicherung (bis Alter 80) - Tarif VG9/2012 Unterschrift der zu versichernden Person Y Interne Angaben Gruppenvertragsnummer 4 7 9 0 0 5 8 6 6 1 Y Y Personenkreis Unterschrift der Kontoinhaberin/des Kontoinhabers Versicherungsscheinnummer 4 7 Versicherungssumme Versicherungsbeginn 0 1 2 0 1 2 Erziehung und Wissenschaft | 4/2012 41 42 GEW-Intern Marktplatz Widerrufsbelehrung auf Widerrufsrecht Sie können Ihre Erklärung bis zum Ablauf von 30 Tagen nach Erhalt des Versicherungsscheins und der Bestimmungen und Informationen zum Vertrag (BIV) ohne Angabe von Gründen schriftlich widerrufen. Eine Erklärung in Textform (z.B. per Brief, Fax oder E�Mail) ist Abschluss eines Versicherungsvertrages ausreichend. Zur Wahrung der Widerrufsfrist genügt die rechtzeitige Absendung des Widerrufs. Der Widerruf ist zu richten an: DBV Deutsche Beamtenversicherung Lebens� versicherung AG, Frankfurter Str. 50, 65189 Wiesbaden. Sofern der vorseitig genannte Versicherungsbeginn vor dem Ablauf der Widerrufsfrist liegt, bin ich damit einver� standen, dass der erste oder einmalige Beitrag (Ein� lösungsbeitrag) � abweichend von der gesetzlichen Regelung � vor Ablauf der Frist fällig d.h. unverzüglich zu zahlen ist. I. Bedeutung dieser Erklärung und Widerrufs� möglichkeit Ihre personenbezogenen Daten benötigen wir zur Verhin� derung von Versicherungsmissbrauch, zur Überprüfung unserer Leistungspflicht, zu Ihrer Beratung und Information sowie all� gemein zur Antrags�, Vertrags� und Leistungsabwicklung. Personenbezogene Daten dürfen nach geltendem Daten� schutzrecht nur erhoben, verarbeitet oder genutzt werden (Datenverwendung), wenn dies ein Gesetz ausdrücklich erlaubt oder anordnet oder wenn eine wirksame Einwil� ligung des Betroffenen vorliegt. Nach dem Bundesdatenschutzgesetz (BDSG) ist die Ver� wendung Ihrer allgemeinen personenbezogenen Daten (z.B. Alter oder Adresse) erlaubt, wenn es der Zweck� bestimmung eines Vertragsverhältnisses oder vertragsähn� lichen Vertrauensverhältnisses dient (§ 28 Abs. 1 Nr. 1 BDSG). Das gleiche gilt, soweit es zur Wahrung berechtigter Interessen der verantwortlichen Stelle erforderlich ist und kein Grund zu der Annahme besteht, dass das schutzwürdige Interesse des Betroffenen an dem Ausschluss der Verarbeitung oder Nut� zung überwiegt (§ 28 Abs. 1 Nr. 2 BDSG). Die Anwendung dieser Vorschriften erfordert in der Praxis oft eine umfangreiche und zeitintensive Einzelfallprüfung. Auf diese kann bei Vor� liegen dieser Einwilligungserklärung verzichtet werden. Zudem ermöglicht diese Einwilligungserklärung eine Daten� verwendung auch in den Fällen, die nicht von den Vor� schriften des Bundesdatenschutzgesetzes erfasst werden (Vgl. dazu Ziffer II). Einen intensiveren Schutz genießen besondere Arten per� sonenbezogener Daten (insbesondere Ihre Gesundheits� daten). Diese dürfen wir im Regelfall nur verwenden, nachdem Sie hierin ausdrücklich eingewilligt haben (Vgl. dazu Ziffer III.). Mit den nachfolgenden Einwilligungen zu Ziffer II. und Ziffer III. ermöglichen Sie zudem eine Datenverwendung auch solcher Daten, die dem besonderen gesetzlichen Schutz von Privatgeheimnissen gemäß § 203 Strafgesetzbuch unterliegen. Diese Einwilligungen sind ab dem Zeitpunkt der Antrag� stellung wirksam. Sie wirken unabhängig davon, ob später der Versicherungsvertrag zustande kommt. Es steht Ihnen frei, diese Einwilligungserklärungen mit Wirkung für die Zukunft jederzeit ganz oder teilweise zu widerrufen. Dies lässt aber die gesetzlichen Datenverarbeitungsbefugnisse unberührt. Sollten die Einwilligungen ganz oder teilweise verweigert werden, kann das dazu führen, dass ein Ver� sicherungsvertrag nicht zustandekommt. II. Erklärung zur Verwendung Ihrer allgemeinen per� sonenbezogenen Daten Hiermit willige ich ein, dass meine personenbezogenen Daten unter Beachtung der Grundsätze der Datensparsamkeit und der Datenvermeidung verwendet werden 1.a) zur Vertragsabwicklung und zur Prüfung der Leistungs� pflicht; b) zur Weitergabe an den/die für mich zuständigen Vermittler, soweit dies der ordnungsgemäßen Durchführung meiner Versicherungsangelegenheiten dient; 2. zur gemeinschaftlichen Führung von Datensammlungen der zur AXA Gruppe gehörenden Unternehmen (zu denen auch die DBV Deutsche Beamtenversicherung zählt und die im Internet unter www.dbv.de einsehbar sind oder mir auf Wunsch mitgeteilt werden), um die Anliegen im Rahmen der Antrags�, Vertrags� und Leistungsabwicklung schnell, effektiv und kostengünstig bearbeiten zu können (z.B. richtige Zuordnung Ihrer Post oder Beitragszahlungen). Diese Datensammlungen enthalten Daten wie Name, Adresse, Geburtsdatum, Kundennummer, Versicherungs� nummer, Kontonummer, Bankleitzahl, Art der bestehenden Verträge, sonstige Kontaktdaten; 3. durch andere Unternehmen/Personen (Dienstleister) inner� halb und außerhalb der AXA Gruppe, denen der Versicherer oder ein Rückversicherer Aufgaben ganz oder teilweise zur Erledigung überträgt. Diese Dienstleister werden einge� schaltet, um die Antrags�, Vertrags� und Leistungsabwick� lung möglichst schnell, effektiv und kostengünstig zu gestalten. Eine Erweiterung der Zweckbestimmung der Datenverwendung ist damit nicht verbunden. Die Dienst� leister sind im Rahmen ihrer Aufgabenerfüllung verpflichtet, ein angemessenes Datenschutzniveau sicher zu stellen, einen zweckgebundenen und rechtlich zulässigen Umgang mit den Daten zu gewährleisten sowie den Grundsatz der Verschwiegenheit zu beachten; 4. zur Verhinderung des Versicherungsmissbrauchs und bei der Klärung von Ansprüchen aus dem Versicherungsver� hältnis durch Nutzung konzerneigener Datenbestände sowie Nutzung eines Hinweis� und Informationssystems der Ver� sicherungswirtschaft mit Daten, die der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft e.V. (GDV) im Auf� trag der Versicherer verschlüsselt. Auf Basis dieses Systems kann es zu einem auf den konkreten Anlass bezogenen Austausch personenbezogener Daten zwischen dem anfragenden und dem angefragten Versicherer kommen; 5. zur Beratung und Information über Versicherungs� und sonstige Finanzdienstleistungen durch a) den Versicherer, andere Unternehmen der AXA Gruppe und den für mich zuständigen Vermittler; b) Kooperationspartner des Versicherers (die im Internet unter www.axa.de einsehbar sind oder mir auf Wunsch mitgeteilt werden); soweit aufgrund von Kooperationen mit Gewerkschaften/Vereinen Vorteilskonditionen gewährt werden, bin ich damit einverstanden, dass der Versicherer zwecks Prüfung, ob eine entsprechende Mitgliedschaft besteht, mit den Gewerkschaften/Vereinen einen Daten� abgleich vornimmt; 6. zur Antrags�, Vertrags� und Leistungsabwicklung, indem der Versicherer Informationen über mein allgemeines Zahlungsverhalten einholt. Dies kann auch erfolgen durch ein anderes Unternehmen der AXA Gruppe oder eine Aus� kunftei (z.B. Bürgel, Infoscore, Creditreform, SCHUFA); 7. zur Antrags�, Vertrags� und Leistungsabwicklung, indem der Versicherer ein Unternehmen der AXA Gruppe oder eine Auskunftei eine auf der Grundlage mathematisch� statistischer Verfahren erzeugte Einschätzung meiner Zahlungsfähigkeit bzw. der Kundenbeziehung (Scoring) ein� holt. III. Erklärungen zur Schweigepflichtentbindung und Verwendung von Gesundheitsdaten Schweigepflichtentbindung Zur Bewertung unserer Leistungspflicht kann es erforderlich werden, dass wir die Angaben prüfen, die zur Begründung von Ansprüchen gemacht werden oder die sich aus einge� reichten Unterlagen (z.B. Rechnungen, Verordnungen, Gut� achten) oder Mitteilungen beispielsweise eines Kranken� hauses oder Arztes ergeben. Diese Überprüfung unter Ein� beziehung von Gesundheitsdaten erfolgt nur, soweit hierzu ein Anlass besteht (z.B. Fragen zu Unfalltod oder Selbst� tötung). Um diese Prüfung und Bewertung zu ermöglichen, geben Sie folgende Erklärung ab: a) Zum Zweck der Prüfung der Leistungspflicht befreie ich von ihrer Schweigepflicht Ärzte, Pflegepersonen und Bediens� tete von Krankenhäusern, sonstigen Krankenanstallten, Pflegeheimen, Personenversicherern, gesetzlichen Krankenkassen sowie von Berufsgenossenschaften und Behörden, soweit ich dort in den letzten 10 Jahren vor Antragstellung untersucht, beraten oder behandelt worden bin bzw. versichert war oder einen Antrag auf Versicherung gestellt habe. b) Die Angehörigen des Versicherers und seiner Dienstleis� tungsgesellschaften befreie ich von ihrer Schweigepflicht insoweit, als Gesundheitsdaten an beratende Ärzte oder Gutachter weitergegeben werden. Wir werden Gesund� heitsdaten nach den Absätzen a) und b) nur erheben zur Leis� tungspflichtprüfung. Datenverwendung Um die Datenverwendung zu ermöglichen, geben Sie folgende Erklärungen ab: a) Ich willige in die Verwendung der von den vorstehenden Schweigepflichtentbindungserklärungen erfassten Gesund� heitsdaten zur Leistungsprüfung ein. Die Grundsätze der Datensparsamkeit und Datenvermeidung sind zu beachten. b) Ich willige ferner ein, dass die von den vorstehenden Schweigepflichtentbindungserklärungen erfassten Gesund� heitsdaten unter Beachtung der Grundsätze der Daten� sparsamkeit und Datenvermeidung im Sinne der Ziffer II. Nr. 1 (Vertragsabwicklung), Nr. 3 (Outsourcing an Dienstleister), Nr. 4 (Missbrauchsbekämpfung) und Nr. 5 (Beratung und Information) verwendet werden dürfen. Zur Missbrauchsbekämpfung im Rahmen einer besonderen Konzerndatenbank dürfen Gesundheitsdaten nur von Kranken�, Unfall� und Lebensversicherern eingesehen und verwendet werden (Ziffer II. 4). Allgemeine Hinweise Mir ist bekannt, dass die Vereinigung Versicherungsnehmerin ist. Sie handelt in meinem Auftrag. Ich bevollmächtige die Ver� einigung zur Vertretung bei der Abgabe und Entgegennahme aller das Versicherungsverhältnis betreffenden Willens� erklärungen (einschließlich der Kündigung der Sterbegeld� versicherung beim Ausscheiden des Mitglieds aus der Ver� einigung); die Vertretungsbefugnis erstreckt sich jedoch nicht auf die Empfangnahme von Versicherungsleistungen und die Änderung des Bezugsrechts. Bei höherem Eintrittsalter können die zu zahlenden Beiträge in ihrem Gesamtbetrag die versicherte Leistung unter Umständen übersteigen. Eine Durchschrift der Beitrittserklärung wird mir unverzüg� lich nach Unterzeichnung zugesandt. Auf diesen Vertrag findet das Recht der Bundesrepublik Deutschland Anwendung. Soweit Vorteilskonditionen gewährt werden, die vom Bestehen der Mitgliedschaft zu einer Gewerk� schaft/Vereinigung abhängig sind, erfolgt ein Datenabgleich mit dieser Organisation ohne Bekanntgabe der Ver� sicherungsinhalte. Versicherungsträger DBV Deutsche Beamtenversicherung Lebensversicherung AG Sitz: Wiesbaden (AG Wiesbaden � 21 HRB 7501�) Vorsitzender des Aufsichtsrats: Bernhard Gertz Erziehung und Wissenschaft | 4/2012 Vorstand: Dr. Patrick Dahmen, Wolfgang Hanssmann, Ulrich C. Nießen, Thomas Gerber, Dr. Heinz�Jürgen Schwering Die für Ihre Versicherung zuständige Aufsichtsbehörde ist die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin), Postfach 1308, 53003 Bonn, Internet: www.bafin.de. Unser Unternehmen ist Mitglied im Verein Versicherungs� ombudsmann e.V., Postfach 080632, 10006 Berlin. Anschrift: Frankfurter Straße 50 65189 Wiesbaden Der „Oscar“ für Personalräte Die Zeit­ schrift „Der Per­ sonalrat“ lobt 2012 zum zweiten Mal den „Deutschen Per­ sonalräte-Preis“ aus. Zentrale Idee des Preises: der Arbeit von Personalräten öffentliche Aufmerksamkeit und Aner­ kennung zu verschaffen. Die Preisver­ leihung erfolgt auf dem Schöneberger Forum am 28./29. November 2012 in Berlin. Partner sind der DGB-Bundes­ vorstand und die HUK-COBURG. Zur Teilnahme eingeladen sind Personal­ ratsmitglieder, -gremien und dienststel­ lenübergreifende PR-Kooperationen. Gefragt sind beispielhafte Initiativen und Projekte aus den Jahren 2009 bis 2012, die sich für bessere Arbeitsbedin­ gungen einsetzen, nachteilige Regelun­ gen für Beschäftigte verhindert haben oder sich für den Erhalt vollwertiger Arbeitsplätze engagieren. Für die Teilnahme genügt eine Kurzbe­ werbung mit den wesentlichen Anga­ ben zum konkreten Projekt. Ausführliche In­ or­­ f mationen und Online-Anmeldung unter: www.DeutscherPersonalraete-Preis.de. Teilnahmeschluss ist der 31. Mai 2012. Generation iPod „Blechtrommeln – Kinder- und Jugend­ literatur & Musik“ lautet der Titel des Extra-Bandes 2012 der Fachzeitschrift kjl&m der Arbeitsgemeinschaft „Ju­ gendliteratur und Medien“ in der GEW (AJuM). Kaum ein Jugendlicher oder jun­ ger Erwachsener lebt heute ohne iPod, die „hippe“ Verkabelung, durch die vor allem Musik rauscht und die fast ohne Sendepause die „Generation iPod“ be­ spielt. Diese Omnipräsenz des Mediums stößt in der sozialwissenschaftlichen Forschung zu Kindheit und Jugend zur­ zeit auf großes Interesse. Doch inwie­ weit hat die mediale Allgegenwart der Musik auch in die Kinder- und Jugend­ literatur Eingang gefunden? Mit dieser Frage setzt sich die aktuelle Sonder­ ausgabe auseinander. kjl&m erscheint mit vier Ausgaben jährlich mit einem Schwerpunktthema. Außerdem gibt es Rezensionen aktueller Fachliteratur zur Kinder- und Jugendliteraturforschung, Literatur- und Mediendidaktik. Neu ist ein Überblick über unterrichtsrelevante Fragestellungen und Materialien. Einmal jährlich erscheint ein Extra-Heft zu einem aktuellen Thema. kjl&m (extra) 2012, hrsg. von ­ aroline C Roeder, München, kopaed-Verlag, Preis: 18,80 Euro Kostengünstiger ­ ezug ist über die GEWB Landesverbände möglich. Über das Leben von Kindern in Steinbrüchen Die Materialie „In­ dira und der Stein­ Indira und der Steinbruch bruch“ thematisiert die Lebens- und Arbeitsbedingungen von Kindern in in­ dischen Granitstein­ brüchen (s. S. 38/39), aber auch den Willen der Menschen, sich aus der Ausbeutung zu befreien und ih­ ren Kindern einen Zugang zu Bildung und einem besseren Leben zu ermöglichen. Der Baustein für den Unterricht richtet sich an Schülerinnen und Schüler der dritten bis sechsten Klassen. Das Mate­ rial ist didaktisch und methodisch sehr gut aufbereitet und ermöglicht ein fä­ cherübergreifendes Arbeiten. www.misereor.de/fileadmin/ redaktion/Indira-Baustein.pdf Fotos: Pütter/MISEREOR Einwilligungserklärung Die Vereinigung und die zu versichernde Person geben die nachfolgend abgedruckten Einwilligungserklärungen zur Datenver� arbeitung nach dem Bundesdatenschutzgesetz und zur Schweigepflichtentbindung ab. Ein Unterrichtsbaustein über das Leben von Kindern in indischen Granitsteinbrüchen 79. Deutscher Fürsorgetag – ohne Bildung keine Teilhabe Erstmals stellt der Deutsche Verein für öffentliche und private Fürsorge e. V. das Thema Bildung ins Zentrum des alle drei Jahre stattfindenden Fürsorgeta­ ges, der vom 8. bis 10. Mai im Congress Centrum Hannover stattfindet. In drei Symposien und knapp 40 Workshops wird der Zusammenhang von Bildung und Sozialem thematisiert. Dabei geht es insbesondere auch um Bildungschan­ cen von Kindern und Jugendlichen, die sozial benachteiligt sind. Ebenso wird unter dem Motto „Ich lerne, also bin ich!“ thematisiert, dass Bildung die Ba­ sis für gesellschaftliche Teilhabe und die Verwirklichung eines selbstbestimmten Lebens ist. Die GEW ist mit einem Aus­ stellungsstand vertreten. Nähere Informationen zur Anmeldung und zum Programm unter: www.deutscher-fuersorgetag.de. Kooperationsvertrag mit der BBBank unterzeichnet Ab 1. Mai können GEW-Mitglieder zu Mitglieder-Vorzugskonditionen ein Kon­ to bei der BBBank eröffnen. Die Kondi­ tionen gelten für alle GEW-Mitglieder – auch für jene, die bereits ein Konto bei der BBBank haben. Neukunden der GEW erhalten zudem einmalig 50 Euro als „Lehrmittelbonus“. Der GEW-Hauptvor­ stand hat den Kooperationsvertrag mit der BBBank verhandelt, die traditionell als Genossenschaftsbank dem öffentli­ chen Sektor besonders verbunden ist. Nähere Infos unter: www.gew.de/Leistungen_fuer_ Mitglieder.html Pfingsten in Göttingen Bereits zum 33. Mal findet vom 25. bis 28. Mai das Pfingsttreffen schwu­ ler Lehrer zum Erfahrungsaustausch in Göttingen statt. Eingeladen sind Lehr­ amtsstudenten, Referendare und Kol­ legen im Schuldienst. Die Veranstaltung organisiert die AG Schwule Lehrer der GEW Berlin gemeinsam mit der Akade­ mie Waldschlösschen. Programm und Anmeldung über: www.waldschloesschen.org und www.schwulelehrer.de GEW-Flyer „Migrantinnen und Migranten in Kitas“ Die GEW weist seit langem darauf hin, dass es in Kitas mit acht Prozent viel zu wenige Erzieherinnen und Erzieher mit Mi­ grationshintergrund gibt. 28 Prozent der Kinder, die eine Kindertagesstätte besu­ chen, haben eine Mutter oder einen Va­ ter mit ausländischen Wurzeln. Fakt ist, dass in 60 Prozent dieser Familien vor­ rangig nicht Deutsch gesprochen wird. Mit dem Flyer „Ich etabliere Werte“ im Rahmen der GEW-Kampagne „Profis für die Kita“ will die Bildungsgewerkschaft gezielt Erzieherinnen und Erzieher nicht-deutscher Herkunft ansprechen. Der Flyer, herausgegeben vom Runden Tisch Gewerkschaften und Berufsver­ bände, ist kostenlos zu beziehen über: juhi@gew.de oder GEW-Hauptvorstand, Reifenberger Str. 21, 60489 Frankfurt. Erziehung und Wissenschaft | 4/2012 43 44 Leserforum „Sehr überzeugend“ (E&W 2/2012: Schwerpunkt Rechtsex­ tre­ ismus) m Zum Schwerpunkt „Rechtsextremis­ mus“ möchte ich der E&W-Redaktion ausdrücklich meine Anerkennung aus­ sprechen: Ich fand die Zusammenstel­ lung der Beiträge sehr überzeugend. Eine kritische Anmerkung möchte ich dennoch machen: Neben den vielen analytischen und praxisnahen Berich­ ten fehlten mir Beispiele für kon­ kretes erfolgrei­ ches Handeln ge­ gen Rechts. Aber vielleicht ist das ja für ein späte­ res Heft geplant. Rechtsextremismus: Erziehung & Wissenschaft 02/2012 Zeitschrift der Bildungsgewerkschaft GEW Aus der Mitte der Gesellschaft Hans Berkessel, Ingelheim am Rhein „Bravo“ Bravo zum Beitrag „Gefahr von Rechts verleugnet“, darüber hi­ aus für den n gesamten Schwerpunkt. Gleichzeitig muss ich leider anmerken, dass diese ausführlichen und engagierten Beiträge überfällig waren. Lehrende und Erziehe­ rinnen brauchen für ihre tägliche Arbeit Informationen darüber und Hilfe, wie diese immer gefährlicher werdenden Auswüchse des Neonazismus erkannt werden können und wie man ihnen of­ fensiv begegnen kann. Es sollten darum häufiger – vor allem auch konkrete – Erfahrungen aus dem Arbeitsalltag der Pädagogen publiziert werden, die Mut und Unterstützung für die Auseinander­ setzung mit den vielfältigen Erscheinun­ gen der braunen Pest bieten. Wie kann es sein, dass mit politisch motivierten Verbrechen so ganz an­ ders umgegangen wird? Beim NPDVerbot steht plötzlich die „Mei­ nungsfreiheit“ zur Debatte. Sogar die „Rechtsstaatlichkeit“ wird bemüht?! Das längt überfällige Verbot der NPD wäre ein Signal, dass eine grundsätz­ liche Umkehr gesellschaftlicher Schief­ lagen gewollt ist. Prof. Manfred Uesseler, Berlin, per Mail Eckhard Vogt, Osterrönfeld „Hervorragend“ zum Thema Berufsverbote beschlossen. Die Resolution finden Sie auf der GEWWebsite unter: www.gew.de/Binaries/Binary85842/ Resolution_des_GEW.pdf den. Über das Treffen und die Resolu­ tion berichtet E&W in der Mai-Ausgabe ausführlich. Online Anschlagtafel www.gew.de/ GEW-Anschlagtafel.html Am 17. März hat in Göttingen eine zent­ rale Veranstaltung der GEW zum Thema „40 Jahre Radikalenerlass“ stattgefun­ E&W-Briefkasten Postanschrift der Redaktion: Gewerkschaft Erziehung und Wissen­ schaft, Postfach 900409, 60444 Frankfurt a. M., E-Mail: renate.koerner@gew.de Die Redaktion behält sich vor, Leserbriefe zu kürzen. ANZEIGEN 45x32_675er_color.qxd Mit dem Heft 02/2012 „Rechtsextre­ mismus: Aus der Mitte der Gesellschaft“ ist der E&W-Redaktion eine hervorra­ gende Ausgabe gelungen. Joachim Dillinger, Berlin Tatsache wird vernebelt (E&W 2/2012, Seite 20: Pro und Kontra NPD-Verbot) Faschismus ist keine Meinung, sondern ein Verbrechen! Was vernebelt diese Tatsache im politi­ schen Alltag? Mord und Totschlag, Vergewaltigung und Kinderschändung sind unter Verbot und Strafe gestellt. Ihre Vorbereitun­ gen, Ankündigungen, Rechtfertigungen nicht minder. GEW schuldet Rehabilitation KW_Kleinanzeige 11 sw_GEW Bundesausg 15.09.200 (E&W 2/2012, Seite 34 f.: „40. Jahrestag Liebevoll renov. Bauernhof in den www.hamosons.de Vorpyrenäen (5 ha) zu verkaufen, Radikalenerlass“) 300.000 €. Anschauen: Umhängetasche für Lehrer Die Wollmarshöhe Seit fast 36 Jahren habe ich Berufsver­ • leichtes, robustes Leder www.bazordan.rieger-online.net • geräumig + Laptopfach Tel. 0033 (5629) 94 591 bot. Genauso lang bin ich aus der GEW Klinik ausgeschlossen. Das hat mich nicht da­ Wollmarshöhe Ihre Anzeige in der E&W ran gehindert, das Bundesland zu wech­ rufen Sie uns an: seln und heimlich bereits 1978 von der Fachkrankenhaus für psychosomatische Medizin 0201 843 00 - 31 Nur 149 Euro. 1 Monat Widerrufsrecht. HBV Baden-Württemberg in die GEW Bayern wieder einzutreten. Seit über Neue Kurzzeittherapie System-Schulplaner zehn Jahren bin ich GEW-Vorsitzender bei Burn out und für Schuljahr 2012 / 2013 des Kreisverbands Rosenheim, seit • Formate A4 + A5 + A6 Stressfolgeerkrankungen geraumer Zeit auch Mitglied des DGB• Flexible Formblätter für Schüler-Notenverwaltung • bis 13 Klassen à 6 Seiten Kreisvorstandes. 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Zurück ins Leben Farbe: 4c Kostentransparenz und Deswegen fordere ich den Hauptvor­ Kostensicherheit: Sofortaufnahme – auch im akuten Krankheitsstadium. Gerne senden wir Ihnen stand auf, entweder eine politisch be­ unser Exposé. Hochintensive und individuelle Therapien Beratung und Information gründete Entschuldigung für LABOR3 meinen für Privatversicherte und Beihilfeberechtigte. 0800 32 22 32 2 seinerzeitigen Rausschmiss zu Tel. 0331 50584-30 verab­ Kontakt: 0049 (0)7520 927-0 Wir helfen bei der Klärung der Kostenübernahme. (kostenfrei) info@klinik-wollmarshoehe.de schieden oder mich endgültig als Mitglied Daten per mail www.klinik-wollmarshoehe.de zu streichen. GEW-Vorsitzender Ulrich Dateiname: 70850_ezw 2006b.pdf Thöne sagte vor kurzem, Berufsverbote Unsere privaten Akutkrankenhäuser: www.wollmarshoehe.de Schwarzwald, Weserbergland, seien „ein verhängnisvoller politischer Berlin/Brandenburg Irrtum“ gewesen. Die Unvereinbarkeits­ www.oberbergkliniken.de beschlüsse waren es auch. Thöne weiter: „Der Staat schuldet den Opfern bis heute Darlehen für: Beamte auf Lebenszeit/Probe • Angestellte • Pensionäre bis 58 Jahre • alle Tarifbeschäftigte im öffentlichen Dienst eine Rehabilitation.“ Und ich sage: Auch die GEW schuldet den Opfern bis heute www.beamtendar lehen-center.de eine Rehabilitation. Persönliche Sofortberatung: Sucht, Depression, Angst, Burn-out In eigener Sache Herzlichen Dank für das Lob! Viele Leserinnen und Leser der E&W haben die Redaktion für den Schwerpunkt zum Thema Rechtsextremismus in der Februar-Ausgabe gelobt. Dafür bedan­ ken wir uns sehr herzlich! Da das Thema auf so große Resonanz gestoßen ist, weisen wir auf zwei E&W-Schwerpunkte hin, die sich auch mit dieser Fragestel­ lung beschäftigt haben und über die GEW-Website abzurufen sind: Erziehungnschaft und Wisse 3/2005 Zeitschrift der 45 Leserforum rkschaft GEW Bildungsgewe E&W 3/2005 „Demokratie lernen und leben – Mutig gegen Rechts“ (www.gew.de/Binaries/Binary26282/ew_0305.pdf)   und en und leben Demokratie lern Rechts Mutig gegen 01_EW_02_0 8_Titel 30.01.2008 16:42 Uhr Seite 1 Erziehung und Wissensch aft Zeitschrift der Bildungsgewe rkschaft GEW 2/2008 E&W 2/2008 „Rechtsextremismus – Wussten Sie schon?“ (www.gew.de/Binaries/Binary30059/EuW_2_2008.pdf und www.gew.de/022008.html) Ulf Rödde, Redaktionsleiter der „Erziehung und Wissenschaft“ Erziehung und Wissenschaft | 4/2012 Andreas Salomon, Kolbermoor Wussten Sie schon? Rechtsextremismus Anmerkung der Redaktion: Der GEW-Hauptvorstand, das höchste beschlussfassende Gremium der Bil­ dungsgewerkschaft zwischen den Ge­ werkschaftstagen, hat während seiner Sitzung am 16. März eine Resolution TOP - KONDITIONEN Vermittelt: Karin Jaeckel . Am Husalsberg 3 . 30900 Wedemark . Tel. 05130 - 97572-30 . Fax 05130 - 97572-59 . E-Mail jaeckel@beamtendarlehen-center.de Beamtenkredite für Beamte auf Lebenszeit, Beamte auf Probe und Tarifbeschäftigte im Öffentlichen Dienst www.kredite-fuer-beamte.de oder fordern Sie Ihr persönliches Angebot telefonisch an unter 0800-500 9880 Erziehung und Wissenschaft | 4/2012 Beamtendarlehen supergünstig Extra günstig vom Spezialisten anrufen und testen. 5,27% effektiver Jahreszins* Laufzeit 7 Jahre FINANZ Umschuldung: Raten bis 50% senken Beamtendarlehen ab 10.000 € - 125.000 € Wer vergleicht, kommt zu uns, seit über 35 Jahren. 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